Fulda. Ein Flugzeug als Leittier für den sicheren Vogelzug Schülerinnen und Schüler zeigten Forschergeist und technische Geschicklichkeit bei der FIRST LEGO League Höchste Konzentration, Anspannung und eine Menge Spaß waren am vergangenen Samstag in der Halle 8 auf dem Campus der Hochschule Fulda zu erleben. 115 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 9 und 16 Jahren wetteiferten dort um den Sieg im Regionalentscheid des Forschungs- und Roboterwettbewerbs FIRST LEGO League. Aus der Region mit dabei waren Schülerteams aus Fulda, Gersfeld, Hilders, Eiterfeld, Großenlüder, Lauterbach und Gelnhausen. Zehn Wochen lang hatten sie sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Tier auseinandergesetzt – aus wissenschaftlicher und technischer Sicht. Am Samstag nun präsentierten die Schülerinnen und Schüler einer Jury ihre kreativen Ideen, wie sich Mensch und Tier gegenseitig besser unterstützen können und sich das Zusammenleben beider verbessern lässt.
So zeigte ein Team, wie die Menschen mit moderner Technik den Zugvögeln helfen können. Da viele Tiere die Überquerung der Alpen nicht schaffen, hatte das Team ein Zugmodell entworfen und herausgearbeitet, dass der Schwarm jenem Tier folgt, das sich auszukennen scheint. Die Idee: Ein GPS-gesteuertes Flugzeug als Leittier einzusetzen, um den Vogelschwarm sicher über die Alpen zu bringen. Eine andere Gruppe widmete sich den Bienen. Sie arbeitete heraus, dass bei der Kontrolle der Bienenstöcke, wenn die Waben herausgezogen und wieder hineingesteckt werden, Bienen sterben. Die Kontrollen sind zudem arbeitsintensiv für die Imker. Die Idee: Ein Modell einzusetzen, das in Australien genutzt wird. Die Waben verschieben sich, der Honig fließt heraus, die Arbeit für die Imker lässt sich reduzieren, so dass sie mehr Bienenstöcke versorgen können – zum Vorteil für die Landwirtschaft und alle, die gerne Honig essen.
Nach den Forschungspräsentationen hieß es, mit den eigens für den Wettbewerb aus Sensoren, Motoren und LEGO-Steinen konstruierten, selbstständig agierenden Robotern kniffelige Aufgaben auf einem Spielfeld zu erledigen, beispielsweise eine Hai zu transportieren, ohne dass dieser in seinem Becken die Wände berührt, einem Tier eine Beinprothese einzusetzen und einen mechanischen Gecko an einer Wand zu platzieren, um so die Hafteigenschaften dieses Tieres nachzuahmen. Sieger des Gesamtwettbewerbs wurde das Team Jawas – A new hope aus Paderborn, das auch die beste Forschungspräsentation zeigte. Mit nur einem Punkt Rückstand in der Gesamtwertung belegte das Team Robonerds von der Rhönschule in Gersfeld Platz zwei. Es war auch Bester in der Bewertungskategorie der Robot-Games. Den dritten Platz in der Gesamtwertung holte das Team Kabelsalat aus Paderborn. Über den Sieg in der Bewertungskategorie Teamwork konnte sich das Team Robotus-Maurus von der Rabanus-Maurus-Schule in Fulda freuen.
„Die First Lego League ist viel mehr, als nur ein einfacher Roboterwettbewerb oder ‚was mit Lego‘. Hier geht es um Kreativität, um Teamwork und um kleine Forschungspräsentationen. Ich bin immer wieder beeindruckt, mit wie viel Ehrgeiz und Emotionalität sich die jungen Menschen miteinander messen“, würdigte Prof. Dr. Sascha Skorupka, der als Leiter des MINTmachClub die Veranstaltung moderierte, den Einsatz der Schülerinnen und Schüler sowie deren Coaches. „Wir freuen uns sehr über die großartige Entwicklung des Wettbewerbs. Letztes Jahr hatten wir 12 Teams am Start, dieses Jahr sind es bereits 16 Teams, zwei davon sogar aus dem 180 Kilometer entfernten Paderborn. Das ist auch eine tolle Werbung für unsere Region.“ „Auf erfreulich positive Resonanz sind wir diesmal auch bei unserer Suche nach Jurymitgliedern gestoßen“, betont Sandra Blum, die Projektkoordinatorin des MINTmachClubs, die die Veranstaltung mit dem Team des MINTmachClubs organisierte. „Wir konnten Juroren aus der Region aus der Politik und erfreulicherweise erstmals auch aus der Wirtschaft gewinnen.“
Die Hochschule Fulda richtete den Wettbewerb zum zweiten Mal aus mit dem Ziel, Schülerinnen und Schüler an Wissenschaft und Technologie heranzuführen, ihnen den Zugang zu naturwissenschaftlichen Fächern zu erleichtern und zu versuchen, sie frühzeitig für einen Ingenieur- oder IT-Beruf zu motivieren. „Mit der First Lego League holen wir hoch motivierte junge Menschen an die Hochschule, die unter den aufmerksamen Augen der Juroren ihr Können unter Beweis stellen. Für uns als MINTmachClub ist es immer wieder eine schöne Bestätigung unserer Arbeit, wenn wir die vielen begeisterten Menschen sehen, die sich mit Herzblut ihrem Projekt widmen“, zeigt sich Prof. Dr. Sascha Skorupka rundum zufrieden. +++ (pm)
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