„Knaller reloaded“ – Innovative Kleinkunstgala in der Orangerie begeistert Publikum

Fulda. Nach langer Vorankündigung war es endlich soweit. Zwei Jahre nach der ersten Kleinkunstgala „Knaller“ folgte an diesem Wochenende die Fortführung „Knaller reloaded“, an der über dreißig Künstler aus der Region teilnahmen. Der erste „Knaller“ im Jahr 2011/2012 war ein so großer Erfolg, dass es schwer werden würde, diese Veranstaltung noch einmal zu toppen. Doch wer die Schafferin der Show, die bekannte Sängerin und Entertainerin Marianne Blum kennt, weiß, dass sie mit ihrer Leidenschaft zur Kunst und Musik, ihrer Kreativität und ihrem Netzwerk zu Künstlern verschiedenster Genres zu allem fähig ist.

Wer eine Gala mit einem typischen Ablauf nach Programmpunkten erwartete, wurde überrascht. Alle Kunstformen des Abends wurden in eine witzige Rahmengeschichte verpackt. Und so fanden sich nicht nur die Künstler, sondern auch das Publikum selbst in einer fiktiven Filmproduktion wieder. Und was könnte spannender sein als ein Teil eines James Bond- Filmes zu sein. Jeder Show-Act wurde geschickt in die Geschichte integriert und das Publikum war nicht nur Zuschauer, es wurde kurzerhand zu Statisten. Kameramänner flitzten durch die Gänge und sorgten für die nötige Stimmung am Set. Die Geschichte war geprägt von einem bissigen und sarkastischen Schlagabtausch zwischen Blum alias Frau Rosenkohl, der Regisseurin und der ukrainischen Produzentin und Geldgeberin Gajda alias Frau Brokkoli, die von der Qualität der mitwirkenden Künstler noch mal überzeugt werden musste. Schon im ersten Set betraten nahezu alle Künstler wie zufällig die Bühne. Die Geschichte ließ zu, dass alle Kunstformen des Abends aufeinandertrafen, miteinander agierten, sich wieder Raum ließen, um sich dann wiederum neu zu formieren.

Köller war der wirkliche James Bond des Abends. Mit einer gehörigen Portion Charme, Smoking und dem Schalk in den Augen brillierte er nicht nur als Zauberkünstler sondern auch als reizender Entertainer. Seine Nummern sind publikumsnah, seine Zauberei wirkte magisch und unverbraucht. Trotz vieler Argusaugen konnte keiner seiner Tricks entlarvt werden. So kam es, dass Köller seinen Widersacher Martin Caba von den Rhöner Säuwäntzt kurzerhand verschwinden ließ, während er bei Bedarf sein entzückendes Bond-Girl Gudrun Richter herzauberte, mal in Abendrobe, mal ganz überrascht im Bademantel. Gott sei dank hielt der Zauber um Caba nicht lange an und so war er immer wieder in verschiedenen Szenen zur Stelle, sorgte mit seiner gespielten, humorvollen, Rhöner Schlichtheit für Heiterkeit und versorgte das Publikum mit heimischer Mundart. Außerdem starb er den wohl schönsten Tod des Abends, auch wenn dieser nur kurzweilig war, nämlich den im Kreise dutzender leicht bekleideter Damen, die sich sorgenvoll über ihn beugten.

Marina Gajda alias Brokkoli wurde im Laufe der Show von Christoph Leipold, dem Tod persönlich so bezirzt, dass sie sich vor lauter Hingabe in ein leidenschaftliches virtuoses Klaviersolo verlor. Ja, Frau Brokkoli hatte sich verliebt, denn beim „Tod persönlich“ fühlte sie sich gut aufgehoben „… denn da kann man das Ende absehen.“ Besondere Aufmerksamkeit bekam der Breakdancer Markus Becker, auch „Ma be“ genannt. Er wurde von den Clowns Kasper und Gaya im Rahmen der Geschichte als Kampfmaschine eingesetzt. Mit einer Mischung aus Street- Style, Breakdance und Robodance verblüffte er das Publikum mit ausgefallenen und exakt ausgeführten Moves, damit brachte er einen nicht ganz so populären Tanzstil dem Zuschauer näher.

Kasper und Gaya betrieben ihre Clownerie auf einem Spitzen-Niveau. Mit bizarren Clownsgemurmel, vermischt mit französischen Versatzstücken und schwäbischer Mundart, betraten sie immer wieder die Bühne, agierten mit anderen Künstlern, mischten sich ein und sorgten mit ihren athletischen Einlagen und kurzweiligen Nummern für „das Salz in der Suppe“ oder „für die Kugel im Lauf“. Die Balletttänzer Jan-Andreas Hönscher und Jackson Ortega traten mit einer Mischung aus klassischem und modernem Tanz auf. Sie unterstützen mit ihrer Titelauswahl, einem typischen Bond-Thema, Lichteffekten und Nebel echtes Bond-Feeling. Die Tänzer und Tänzerinnen von der Tanzsportgemeinschaft TSG Künzell sorgten mit Auszügen ihrer Interpretation des Broadway Musicals Chicago für den nötigen Sexappeal auf der Bühne. Sie betörten nicht nur mit ihren Kostümen sondern konnten tänzerisch mit Stil und Ausdruck überzeugen. Die Choreographien waren innovativ, dynamisch, einfach hinreißend und trieben nicht nur den Tänzern die Schweißperlen auf die Stirn.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die verschiedenen Tanzeinlagen nicht nur mit Einspielern versorgt wurden. Die grandiose Knallerband, bestehend aus Danny Müller (Piano), Christoph Herber (Drums) und Julian Schnorr (Gitarre) spielte auf den Punkt und lieferte eine perfekte Zusammenarbeit mit den verschiedenen Tänzern und deren Darbietungen. Frau Blum manövrierte die ganze Schar vom Zuschauerraum aus, stets das Megaphon zur Hand und hatte sowohl ihre Künstler als auch das Publikum stets im Auge. Nur einmal verschwand sie, um im goldenen Abendkleid ihre Version des Bondklassikers „Goldfinger“ zu performen und damit ebenfalls für den nötigen Glamourfaktor zu sorgen. Nach fast dreistündigem Entertainment auf höchstem Niveau bewies Frau Blum einmal mehr, was die Region an Kunst zu bieten hat. Ob Magie, Musik, Tanz oder Clownerie; alle Künstler präsentierten sich souverän, routiniert und zauberten aus einer Kleinkunstgala eine ganz „große“ Gala. Mit der Ballade „For your eyes only“ im Duett mit Martin Caba verabschiedete Marianne Blum Künstler und Publikum, dass mit ausgelassenem Applaus dankte. +++ fuldainfo – Sabine Wittich – Fotos: Christian Reinhardt

Impressionen des Abends

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