Klinikum Fulda: Studie belegt langfristige Wirkung psychosomatischer Therapie

Eine neue wissenschaftliche Untersuchung liefert deutliche Hinweise darauf, dass stationäre Aufenthalte in der psychosomatischen Medizin langfristig wirksam sind. Wie aus der sogenannten MEPP-Studie hervorgeht, an der auch die Klinikum Fulda beteiligt ist, verbessert eine ganzheitliche Behandlung die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten nachhaltig – und zwar messbar noch ein Jahr nach Therapieende.

An der Studie nahmen mehr als 2.000 Betroffene aus insgesamt 19 Universitätskliniken teil. Untersucht wurden Menschen mit unterschiedlichen Krankheitsbildern, darunter Depressionen, Angststörungen, Essstörungen sowie Folgen von Traumata und chronischen Schmerzen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Patientinnen und Patienten unabhängig von ihrem individuellen Leidensweg deutlich von der spezialisierten Behandlung profitieren.

Im Zentrum der Therapie steht ein Ansatz, der Körper und Seele gleichermaßen berücksichtigt. Psychosomatische Medizin geht davon aus, dass psychische und körperliche Prozesse eng miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig beeinflussen. Entsprechend kombiniert die Behandlung intensive psychotherapeutische Verfahren mit medizinischer Betreuung sowie ergänzenden Angeboten wie Kunst- und Bewegungstherapie. Ziel ist es nicht nur, Symptome zu lindern, sondern die Lebensqualität im Alltag dauerhaft zu verbessern.

Erstautor der Studie ist Henrik Kessler, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum Fulda. Er sieht in den Ergebnissen eine klare Bestätigung für den eingeschlagenen Behandlungsweg. „Diese Daten sind ein starkes Argument für die Leistungsfähigkeit der Psychosomatik in Deutschland. Wir haben in einem natürlichen klinischen Setting gezeigt, dass unsere intensive, multimodale Behandlung die Lebensqualität unserer Patienten langfristig verbessert“, sagte Kessler. Dies bestärke das Engagement für die Behandlung komplexer seelischer und körperlicher Erkrankungen.

Die Studie unterstreicht zugleich die Bedeutung eines Versorgungskonzepts, das in Deutschland in dieser Form etabliert ist und den Menschen in seiner Gesamtheit betrachtet. Gerade für Patientinnen und Patienten mit langjährigen und schweren Krankheitsverläufen könne dies ein entscheidender Faktor sein.

Für Betroffene in der Region ergibt sich daraus ein klares Signal. Wer sich für eine psychosomatische Therapie entscheidet, hat nach den vorliegenden Erkenntnissen gute Chancen auf eine nachhaltige Besserung. Am Klinikum Fulda werden hierfür individuelle Therapiepläne erstellt, die von interdisziplinären Teams umgesetzt werden.

„Psychosomatische Medizin wirkt – und zwar langfristig“, betonte Kessler. Für viele Patientinnen und Patienten, die häufig bereits einen langen Leidensweg hinter sich haben, sei dies eine wichtige Botschaft. Die Zeit in der Klinik könne eine Wirkung entfalten, die weit über den Aufenthalt hinausreiche und dazu beitrage, die Lebensqualität dauerhaft zurückzugewinnen. +++


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