Nach dem erfolgreichen Start des Projekts im vergangenen Jahr hat das Klinikum Bad Hersfeld sein Ausbildungskonzept erweitert und in diesem Monat eine zweite Schulstation eröffnet. Während die erste auf der unfallchirurgischen Station angesiedelt wurde, bilden nun vier Zimmer auf der geriatrischen Station den Anteil der Inneren Medizin im Projekt.
Federführend bei der Etablierung des Konzepts sind Stationsleitung Katja Brill-Stache sowie Projektverantwortlicher und Pflegepädagoge Steven Bruder. Bundesweit setzen immer mehr Krankenhäuser auf die sogenannten Schulstationen – ein Modell, das aus den bekannten Praxiswochen entstanden ist. „In den Praxiswochen sind die Auszubildenden zwei Wochen lang eigenverantwortlich für eine Station zuständig – dazu gehört vor allem, Verantwortung zu übernehmen und Abläufe zu organisieren. Die Schulstationen übertragen dieses Prinzip in ein dauerhaftes Konzept, in dem rotierend Auszubildende aller Lehrjahre eingesetzt werden“, erklärt Bruder.
Auf der geriatrischen Station Süd 3 unter der Leitung von Oberarzt Dr. Axel Saure befinden sich ab sofort vier Zimmer dauerhaft in der Hand der Auszubildenden. Begleitet werden sie von Stationsleitung Katja Brill-Stache und zwei weiteren Praxisanleitenden. „Gerade in der Geriatrie ist es besonders schön, junge und ältere Menschen zusammenzubringen. Unser gesamtes Team arbeitet sehr gerne mit den Auszubildenden zusammen – umso mehr freuen wir uns, nun die zweite Schulstation im Haus zu haben“, sagt Brill-Stache.
Auch die Patientinnen und Patienten reagieren durchweg positiv auf das Konzept. „Vorurteile gibt es hier keine – im Gegenteil: Unsere Patientinnen und Patienten freuen sich, wenn Auszubildende vor Ort sind. Umso schöner, dass dies nun dauerhaft möglich ist“, ergänzt Brill-Stache.
Pflegedirektorin Oberin Nelli Isinger betont die Bedeutung der praktischen Ausbildung: „Der Pflegeberuf lebt vom Kontakt zu Menschen. Die theoretischen Grundlagen werden im Unterricht vermittelt – doch die Praxis auf den Stationen ist es, die Ausbildung und Beruf wirklich prägt. Es ist uns daher sehr wichtig, diesen Praxisanteil frühzeitig zu stärken, damit junge Menschen an den realen Aufgaben des Alltags wachsen können.“ +++ pm

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