Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) lädt die Spitzen der deutschen Wirtschaft und der Gewerkschaften wegen der Energiepreiskrise zu einem Gipfeltreffen ein.
Wie der „Spiegel“ berichtet sollen Vertreter von Gewerkschaftern und Wirtschaftsverbänden am Freitag zu einem „Sozialpartnergespräch zu den wirtschafts- und finanzpolitischen Auswirkungen des Iran-Kriegs“ ins Finanzministerium kommen. Neben den Vorsitzenden und Stellvertretern wichtiger Gewerkschaften wie IG Metall und IGBCE erhielten auch die Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände BDI und BDA Einladungen.
Das Treffen ist eine Reaktion auf die immer stärker steigenden Energiepreise. Bei dem Austausch im Finanzministerium soll es um die Frage gehen, wie Bürger sowie die Wirtschaft von den hohen Spritpreisen entlastet werden können. Aber auch das von der Koalition derzeit erarbeitete Reformpaket dürfte Thema sein.
Studie: EU-Freihandelsoffensive könnte Wirtschaft wieder beleben
Der Abschluss der laufenden EU-Freihandelsverhandlungen könnte die Wirtschaft in der EU ankurbeln und die negativen Auswirkungen der US-Zölle ausgleichen. Das zeigt eine Studie von Econpol Europe, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Je nach Detailgrad der neuen Handelsabkommen würde sich die Wertschöpfung in der Industrie demnach dauerhaft um bis zu 1,1 Prozent und die europäische Wirtschaftsleistung um 0,43 Prozent erhöhen.
„Neue Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten, Indien, Australien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den südostasiatischen Staaten könnten die europäische Wirtschaft mittelfristig wieder etwas ankurbeln, trotz der schädlichen Auswirkungen der US-Zölle auf den Welthandel“, sagte Ifo-Forscherin Lisandra Flach.
Von dem Abschluss neuer EU-Handelsabkommen würden demnach alle EU-Länder profitieren. Die deutsche Wirtschaftsleistung läge mittelfristig um bis zu 0,47 Prozent höher, die von Frankreich um bis zu 0,29 Prozent und die von Italien um bis zu 0,33 Prozent. Am stärksten würden Malta (1,91 Prozent), Belgien (1,14 Prozent) und Irland (1,13 Prozent) profitieren. „Ohne neue Handelsabkommen der EU würden die US-Strafzölle die europäische Wirtschaft mit 0,08 Prozent belasten. Besonders stark betroffen wäre die Industrie mit einem Wertschöpfungsverlust von 1,32 Prozent“, sagte Flach.
Die Studie untersucht die wirtschaftlichen Effekte neuer EU-Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay), Indien, Australien, Indonesien, Malaysia, Thailand und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Mit Mercosur, Indien, Australien und Indonesien sind die Abkommen bereits ausgehandelt und warten auf den Abschluss. +++

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