Hamburg. Der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne will die Reederei Hapag-Lloyd umbauen. "Wir müssen Hapag-Lloyd durch eine Übernahme oder einen Zusammenschluss derart absichern, dass die Reederei zu den Gewinnern gehören wird", sagte Kühne der "Welt am Sonntag". Aus eigenem Wachstum heraus sei das nicht zu schaffen. Es gebe einige Übernahmekandidaten, die oftmals aber notleidend seien. Kühne ist Großaktionär bei Hapag-Lloyd. In der Schifffahrt stünden sich große Blöcke gegenüber, der eine werde von CMA und der andere von Maersk angeführt, so Kühne. "Es ist eine gewaltige Konzentration im Gang", sagte Kühne.
Dagegen zerbreche gerade die Allianz rund um Hapag-Lloyd, weil einige der Partner durch Fusionen das Bündnis verlassen. Der Zusammenschluss von Hapag-Lloyd mit CSAV aus Chile könne nicht das Ende sein. "Hapag-Lloyd muss größer werden. Die Reederei ist immer noch zu klein, um mit den Großen mithalten zu können", sagte der 78-jährige Unternehmer. Einen potenziellen Partner könne man vor allem in Asien suchen. Auf die Frage, ob die Reederei große Schiffe mit Platz für 18.000 Container anschaffen solle, antwortete Kühne: "Das ist eines der ungelösten Probleme von Hapag-Lloyd. Die Reederei muss sehr ernsthaft darüber nachdenken." Um den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren, brauche man diese Schiffe. Wegen hoher Überkapazitäten wird die weltweite Schifffahrt derzeit von einem Verdrängungswettbewerb geprägt. "Rational ist das alles nicht, es herrscht viel Unvernunft", sagte Kühne. Große Pleiten habe es bislang auch deshalb nicht gegeben, weil etliche Reedereien von ihrem Staat gestützt würden.
Kühne hält Grenzschließungen für beherrschbar
Der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne hält Grenzschließungen für die Wirtschaft für verkraftbar. "Grenzschließungen wären beherrschbar. Die Logistik ist erfinderisch genug, sie könnte mit Grenzkontrollen umgehen", sagte Kühne der Zeitung weiter. Die Unternehmen könnten sich auf die Erschwernisse einstellen, der Warenverkehr würde weitergehen. "Vielleicht käme es gar zu einer Renaissance des Bahngüterverkehrs", sagte der 78-jährige Milliardär. Er stimme jedenfalls denjenigen nicht zu, die behaupteten, dass der Warenaustausch dann zusammenbrechen würde. Kühne ist Mehrheitsaktionär des Logistikunternehmens "Kühne + Nagel". Zur Situation in Deutschland sagte Kühne, das Land müsse versuchen, den Zuzug von Flüchtlingen einzugrenzen. "Im Augenblick sind die Zahlen gerade noch verkraftbar. Aber wenn aus einer Million Flüchtlingen zwei Millionen werden, kann sich das ändern", sagte der Unternehmer. Er sei im Prinzip für eine Eindämmung der Zuwanderung. "Die Zuwanderer überschätzen die Chancen, die Europa ihnen bieten kann", sagte Kühne. +++ fuldainfo

Hinterlasse jetzt einen Kommentar