Klaus Fischer: In Deutschland keine Wertschätzung für Torjäger

Berlin. Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland bemängelt der ehemalige Nationalspieler Klaus Fischer die Ausbildung im deutschen Fußball. Diese habe dazu geführt, dass es kaum noch echte Mittelstürmer gebe. „Ausgerechnet in Deutschland fehlt es an Wertschätzung für Torjäger“, sagte der WM-Zweite von 1980 der „Welt am Sonntag“. „Es fehlt ein Mittelstürmer von internationaler Klasse. Wir hatten nur Mario Gomez. Zukünftig haben wir vielleicht auch wieder Sandro Wagner. Aber dann ist Ende.“ Timo Werner ist für Fischer ein Außenstürmer, keiner, der in der Mitte lauert. Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) werden entsprechende Versäumnisse eingeräumt. Daniel Niedzkowski, seit März Leiter des Fußball-Lehrer-Lehrgangs, sagte der „Welt am Sonntag“: „Alles ist sehr strukturiert, organisiert und durchgeplant. Dadurch haben die Spieler sehr viel Wissen über das Spiel, aber an vielen Stellen ist diese Entwicklung vielleicht auf Kosten der Freiheiten der Spieler gegangen.“ Ähnlich sieht es auch der Jugendkoordinator von Borussia Dortmund. „Es hat lange Zeit die Tendenz gegeben, ohne richtigen Mittelstürmer zu spielen und die erfolgreichen Spanier zu kopieren“, sagte Lars Ricken: „Wir brauchen wieder Spieler, die besonders kreativ darin sind, im letzten Drittel mutige Lösungen zu finden.“

Sting bedauert frühes WM-Aus für Deutschland

Der englische Rock-Star Sting („Roxanne“, „Message In A Bottle“) findet es bedauerlich, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nicht mehr bei der WM in Russland dabei ist. „Tut mir sehr leid, dass Ihr Deutschen so früh rausgeflogen seid. Ich meine das ganz ernst“, sagte der frühere „Police“-Sänger der „Welt am Sonntag“. Dass die WM in Russland ausgerichtet wird, sieht der 66-jährige Sänger und Bassist nach wie vor skeptisch. Vor Jahren hatte Sting mit anderen Prominenten dafür geworden, dass die WM 2018 nach England kommen sollte – bis sie schließlich an Russland vergeben wurde. „Das war schon eine Farce, als nach der Bewerbungsphase irgendwann ein Mann namens Putin daherkam und das in seinem Sinne arrangiert hat. Es war alles ziemlich fragwürdig und dubios“, sagte der Musiker der Zeitung, „die FIFA ist derart korrupt. Ich schaue mir deshalb grundsätzlich lieber Vereins-Fußball an. Weltmeisterschaften werden zu sehr von Nationalismen bestimmt – auch wenn uns von der WM in Russland jetzt vor allem freundliche Bilder erreichen.“ Sting, der während seiner Zeit als Lehrer in seiner Heimatstadt Newcastle auch Fußball unterrichtet hatte, gab jedoch zu, dass er die WM-Spiele in Russland als Fußball-Liebhaber dennoch verfolge, soweit es ihm derzeit möglich sei. Sting geht jetzt mit dem jamaikanischen Reggae-Star Shaggy auf Deutschland-Tournee. Dass die übernächste Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gleich in drei Ländern – in den USA, Kanada und Mexiko stattfinden soll, sieht Sting zurzeit aus anderen Gründen mit gemischten Gefühlen. „Die WM wird nur dann dort stattfinden, wenn diese drei Länder zu dem Zeitpunkt noch partnerschaftlich miteinander verbinden sind. Mal abwarten. Das gibt aber nur meine gegenwärtige, sehr gedrückte Stimmung wider“, sagte er der Zeitung. +++


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