Kauder: Schulz denkt nur an Wahlkampf

SPD wirft Tauber "persönliche Angriffe" gegen Schulz vor

Volker Kauder (CDU)

Berlin. Die Union hat dem neuen SPD-Chef und Kanzlerkandidaten Martin Schulz vorgeworfen, sich aus der Verantwortung für die große Koalition zu stehlen: “Er denkt nur an Wahlkampf. Sein Verhalten grenzt an Arbeitsverweigerung”, sagte Fraktionschef Volker Kauder (CDU) der “Süddeutschen Zeitung”. Er bezog sich auf Schulz` Ankündigung, dem nächsten Koalitionsausschusstreffen von Union und SPD fernzubleiben: Dies zeige, “dass er keine Verantwortung übernehmen will”, so Kauder.

Deshalb müsse man sich fragen, “ob die SPD wirklich bereit ist, sich an der Bewältigung der Aufgaben zu beteiligen”. Schulz hatte am Sonntag in der ARD zwar erklärt, die SPD stehe zur großen Koalition und wolle, dass diese Koalition bis zum Ende der Wahlperiode in Ruhe ihr Programm abarbeite. Zugleich kündigte er an, dass er am für den 29. März geplanten Koalitionsausschuss nicht teilnehmen werde, weil der Termin parallel zu einem Fest der SPD-Bundestagsfraktion gelegt worden sei. “Da bin ich”, so Schulz. Kauder sagte mit Blick auf eine Reaktion der Union auf das Stimmungshoch der SPD: “Deutschland steht vor gewaltigen Herausforderungen. Allein das Verhältnis zu den USA ist, wie sich gerade in den vergangenen Tagen gezeigt hat, kompliziert geworden.” Die Kanzlerin arbeite “jeden Tag hart daran, die deutschen Interessen in dieser international schwierigen Lage zu wahren”. Dies sei derzeit nach wie vor das Wichtigste. “Die Ereignisse in der SPD ändern daran absolut nichts.” Die Union werde in den nächsten Wochen ein Programm erarbeiten, zu dem “eine spürbare Steuersenkung für kleinere und mittlere Einkommen” gehören solle.

SPD wirft Tauber “persönliche Angriffe” gegen Schulz vor

Der Seeheimer Kreis in der SPD wirft CDU-Generalsekretär Peter Tauber “persönliche Angriffe” gegen den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz vor. “Mich erstaunt der Frust, der Hass, die Verbitterung, mit dem die Union auf Martin Schulz reagiert”, sagte Johanns Kahrs, Sprecher des Seeheimer Kreises, der “Welt”. “Es gibt Kommentare, etwa auf Facebook, die gehen gar nicht. CDU-Generalsekretär Tauber beispielsweise reitet persönliche Angriffe.” Tauber habe schon einmal daneben gegriffen, indem er den FDP-Vorsitzenden Christian Linder mit dem AfD-Politiker Alexander Gauland verglichen habe, sagte Kahrs: “Tauber behauptete, die beiden unterschieden sich allein durch die Qualität ihrer Anzüge. Solche Kommentare sind persönliche Angriffe, in höchsten Maße unanständig.” Wer so etwas als Partei mache “ist schlecht beraten”. Solche Attacken richteten “sich nur gegen einen selber”. Die SPD sei mit der CDU-Vorsitzenden, Kanzlerin Angela Merkel, “immer fair umgegangen”, sagte Kahrs und fügte hinzu: “Man darf sie kritisieren, ohne aber unter die Gürtellinie zu gehen.” +++

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1 Kommentar

  1. Das Unions-und Schmutzkampagnen Kampfblatt FOCUS veröffentlichte am 17.2. folgende Meldung:
    “Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder (CDU), sprach Schulz die Qualifikation für das Amt des Bundeskanzlers ab. „Ein Mann wie Herr Schulz, der im Grunde seines Herzens Schulden vergemeinschaften will, vertritt nicht die Interessen Deutschlands“, sagte Kauder dem „Focus“. „Jemand, der auch in Europa nicht zuerst die Interessen Deutschlands vertritt, kann nicht deutscher Bundeskanzler werden.“ ”
    “Kauder warf dem SPD-Politiker zudem vor, zurzeit „eher abgetaucht“ zu sein. „Das ist auch kein Wunder für einen Mann ohne jede praktische Regierungserfahrung.“”
    Nein, Herr Kauder, falls Herr Schulz mal kurz abgetaucht sein sollte, dann nur, um die die schmutzigen Angriffe der Union und ihrer Kombattanten unter die Gürtellinie besser beobachten zu können! Oder er taucht gar nicht. Seine Zustimmungswelle hat ihn vielmehr überrollt?
    Und zum Glück hat Martin Schulz bravourös seine EU-Parlamentspräsidentschaft neutral (Europe First) und nicht als deutscher Oberlehrer, wie z.B. Herr Schäuble häufig auftritt (Germany First), ausgeübt. Kauder und seine Kombattanten würden ihm jetzt vorwerfen, dass er damit die Ressentiments bei den übrigen EU-Ländern gegen die Dominanz Deutschlands geschürt hätte – mal ganz abgesehen davon, dass Schulz’ Funktion eine andere war. Daran erkennt man, dass es diesen “Kritikern” nur um eine Beschädigung der Person Martin Schulz geht.
    Nein, Martin Schulz wird als deutscher Kanzler nicht die Arbeit verweigern, sondern genauso engagiert in erster Linie die Interessen Deutschlands vertreten! Da kann Kauder noch so viele Bosheiten absondern!
    Vielleicht hätte Kauder mal recherchieren sollen, wo Seehofer beim letzten, geplanten Koalitionsgipfel war, den er – angeblich krankheitsbedingt – abgesagt hatte: er hat in München gefeiert!

    https://youtu.be/BgVWI_7cYKo
    Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!

    PS: Hat sich Kauder von dem angedachten Fairness-Abkommen verabschiedet?

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