Karstadt-Sanierung – zum Schaden der Verbraucher

Essen. Lange hatte man den Eindruck, es könne für die Karstadt-Beschäftigten nicht mehr schlimmer kommen. Aber die Realität unter dem neuen Eigentümer Benko zeigt: Es geht doch. Die Zeit unter seinem Vorgänger Berggruen, die viele Mitarbeiter schon als quälend empfunden haben, scheint nur die Ruhe vor dem Sturm gewesen zu sein. Noch laufen die Verhandlungen, aber die Verantwortlichen sehen sich unter dem Druck weiterhin sinkender Umsätze offenbar gezwungen, mit eisernem Besen zu kehren.

Nicht nur, dass der Konzern in seinen Filialen jede zehnte Vollzeitstelle abbauen will, um Personalkosten zu sparen. Den Verantwortlichen schwebt offenbar auch ein Modell nach dem Motto vor: Beschäftigung on demand – Personal wird je nach Kundenfrequenz kurzfristig einbestellt oder nach Hause geschickt. Das könnten die Flexibilitätsanforderungen der Zukunft sein.

Dem steht gegenüber, was die Kunden wünschen, wenn sie nicht gerade im Internet bestellen: Service und Beratung durch kompetentes und freundliches Personal auf der Fläche. Schon heute werden die Lücken in vielen Warenhäusern durch Mitarbeiter der Hersteller aufgefüllt, die eben nicht unabhängig beraten. Der Handel dementiert das. Aber dieser Trend dürfte noch deutlich zunehmen – zum Schaden der Verbraucher, so die Westfalenpost. +++ fuldainfo


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3 Kommentare

  1. Service und Beratung durch kompetentes und freundliches Personal habe ich in der Fuldaer Filiale noch nicht erlebt. Die meisten Mitarbeiter ergreifen die Flucht wenn man auf sie zukommt, andere lassen sich nicht bei ihren Privatgesprächen stören. Dann kaufe ich doch lieber gleich im Internet, für die Beratung bin ich selbst verantwortlich, ein wenig Recherche und ich bin besser beraten als im Kaufhaus, vom Preis ganz zu schweigen, und wenn es nicht passt habe ich beim großen A 30 Tage Umtauschrecht.

  2. Auch der österreichische „Investor“ arbeitet nach dem Motto: Löhne runter, Profit hoch. Nun sollen die Beschäftigten in zwei Klassen aufgeteilt werden: Die einen dürfen Verkaufen und werden – wenn sie Glück haben – in etwa nach dem Einzelhandelstarif bezahlt und die anderen dürfen Regale einräumen und werden – entsprechend niedriger – nach dem Logistik-Tarif bezahlt. Wie gesagt, alles nur in etwa analog, denn Tarifverträge fürchten die internationalen „Investoren“ wie der Teufel das Weihwasser.

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