Kanada: Korruptionsvorwürfe gegen Ministerpräsident Trudeau

In Kanada sieht sich Ministerpräsident Justin Trudeau nun selbst dem Vorwurf der Korruption ausgesetzt. Oppositionsführer Andrew Scheer von der Conservative Party formulierte am Mittwochabend (Ortszeit) eine Rücktrittsforderung. „Justin Trudeau simply cannot continue to govern this great nation now that Canadians know what he has done“, hieß es in einer Erklärung. Trudeau habe eine „systematische Kultur der Korruption“ zugelassen. Zuvor hatte die frühere Generalstaatsanwältin Jody Wilson-Raybould den Ministerpräsidenten belastet. Dieser und mehrere seiner Kabinettsmitglieder hätten sie unter Druck gesetzt, gegen das kanadische Bau- und Anlagenbau-Unternehmen SNC Lavalin nicht so hart vorzugehen und einem Deal zuzustimmen. SNC Lavalin wiederum würde gerne einen mehrere Jahre alten Korruptionsfall unkompliziert und gegen eine größere Strafzahlung beenden. Dem Unternehmen mit Sitz in Montréal wird unter anderem Bestechung im Zusammenhang mit Staatsauftr ägen in Libyen zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung würde SNC Lavalin über Jahre keine Aufträge der Regierung mehr bekommen können. Der Konzern gilt in der Provinz Québec als wichtiger Arbeitgeber. Jody Wilson-Raybould wollte sich aber in ihrer Funktion als Generalstaatsanwältin auf keinen solchen Deal einlassen, bevor sie vor wenigen Wochen aus damals unklaren Gründen zurücktrat. „I and my staff always acted appropriately and professionally“, wies Trudeau die nunmehr gegen ihn erhobenen Vorwürfe am Mittwochabend zurück. Es sei Aufgabe der Regierung, sich um „jobs and the economy“ zu kümmern. Am 21. Oktober sind in Kanada Wahlen, dann will Trudeau wieder antreten. +++

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