Jusos Fulda starten hoch motiviert in den Bundestagswahlkampf

Fabian Scheibelhut und Philipp Ebert

Fulda. Die Jusos aus dem Unterbezirk Fulda starten in den Bundestagswahlkampf so stark und motiviert, wie lange nicht. Viele neue Gesichter und allgemein Interessierte, die sich aktiv mit einbringen und sich für verschiedenste Themen aus der Kommune, aus Hessen oder aus der Bundespolitik interessieren, sind nach Fabian Scheibelhut (Vorsitzender der Jusos aus dem Landkreis Fulda) eine große Bereicherung für die Jusos, für die SPD und nicht zuletzt, für die Demokratie. Auch die Pläne von Martin Schulz bzgl. einer Agenda-Korrektur verteidigen sie.

„Einfach toll, wie viele jugendliche Neumitglieder wir in der letzten Zeit bei uns begrüßen durften! Fast wöchentlich bekommen wir neue Mitgliedsanträge“, freut sich Fabian Scheibelhut, „Es ist toll zu sehen, dass es so langsam in der Jugend ein Trend gibt, sich wieder aktiv in den Parteien mit einzubringen und zu versuchen, das tägliche Leben vor Ort demokratisch mitzuprägen.“
Seitdem bekannt ist, dass Martin Schulz Kanzlerkandidat für die SPD ist, Donald Trump in den USA nach Ansicht der Jusos die Welt buchstäblich „gefährlich auf den Kopf stellt“ und auch in Frankreich Rechtspopulisten in Umfragen führen, sind viele Jugendliche nicht mehr zu bremsen und nehmen Kontakt zu der SPD und den Jusos auf. „Natürlich freue ich mich, dass wir in erster Linie diesen Trend spüren, aber ich hoffe auch, dass andere Parteien ebenfalls diesen Trend erfahren. Nichts macht in der Politik mehr Spaß, als zu sehen, wenn sich die verschiedensten Personen mit unterschiedlichen Positionen demokratisch am Entscheidungsprozess beteiligen“, ergänzt Scheibelhut.

„Teilweise sind die Parteibücher, die für Neumitglieder ausgestellt werden, schon knapp geworden. Uns freut das sehr. Es zeigt, dass unsere Positionen fruchten und wir so nun noch stärker in den Wahlkampf starten können“, so Philipp Ebert (stellvertretender Juso-Vorsitzender). „Wie wir auf unserer Unterbezirkskonferenz beschlossen haben, wollen wir uns für den Wahlkampf gerade mit den Themen gute Arbeit & gerechte Löhne, soziale Gerechtigkeit sowie der Bekämpfung von Altersarmut beschäftigen. Aber auch die Themen der Erhaltung und Förderung der heimischen Arbeitsplätze, dem Wohlergehen der Region, kulturell sowie wirtschaftlich und Jugendliche für Politik zu begeistern sind bei uns im Vordergrund.“

Bei den Jusos findet die Idee von Martin Schulz, die Agenda 2010 teilweise zu korrigieren, auf Unterstützung. Die Kritik seitens konservativer Kreise finden sie ungerechtfertigt. Nach Ansicht der Jusos unterstützt Martin Schulz mit dieser Idee genau das, was der Ökonom Keynes als wirtschaftspolitische Empfehlung anstieß und was das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz aus 1967 voraussetzt: Gezielt Angebot und Nachfrage zu steuern, um langfristigen Wohlstand zu sichern. Dadurch könnte gerade die Mittelschicht profitieren, was wiederum die Kaufkraft der Bevölkerung stärkt. Das würde zu mehr Nachfrage und mehr Einnahmen bei den Unternehmen führen.

Den Jusos aus dem Landkreis Fulda ist es weiterhin wichtig, dass sich, seitens der Bundespolitik, mehr für jugendliche Belange im Bezug auf die Ausbildung eingesetzt wird. Gerade nach der Ausbildung ist es für viele wichtig, eine sichere Zukunft zu haben um sich eine Familie aufbauen zu können, finden die Jusos. Aus diesem Grund sagen sie auch hier, dass Zeitarbeitsverträge beschränkt werden müssen, da sich ohne eine Beschränkung, viele sonst nie wirklich sicher sein können, wie es in der Zukunft weitergehen soll und diese auch gestaltet werden kann. Gerade das, würde auch hier für mehr Wohlstand und einer damit verbundenen besseren Kaufkraft einhergehen – so die Jusos. +++ (pm)


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1 Kommentar

  1. Keynes hier zu erwähnen zeugt bei den Jusos in Fulda für ein hohes Maß an Bildung. Alleine dafür mein tief empfundener Respekt!

    Der letzte, der diesen Ökonom gerne erwähnt hat, war der Kabarettist Georg Schramm in seiner Zeit beim ZDF in der Sendung „Die Anstalt“. Das war politisches Kabarett auf höchstem Niveau. Lange vorbei. Leider!

    Mein Rat an die JUSOS: geht in die Hochschulen und diskutiert dort mit den jungen Menschen aus allen möglichen Ländern, die dort studieren und demnächst die Geschicke unseres Landes mitbestimmen. Auch das sind potentielle Wähler!

    Ich erlebe immer wieder bei meinen Besuchen in der Mensa, was für interessante Diskussionen dort geführt werden. Von daher wäre die Hochschule ein guter Ort für Podiumsdiskussionen aller Art zu den Problemen unserer Zeit. Und genau sowas würde das Interesse an Politik wieder wecken – auch bei dem einen oder anderen Studierenden: geistvolle Diskussionen auf höchstem Niveau!

    Wahlkampf muss nicht immer bedeuten, einen langweiligen Stand irgendwo aufzubauen und dann irgendwelche gedruckten Flyer zu verteilen. Nein! Mit den Menschen diskutieren – DAS ist es, was Politik ausmachen sollte. Doch davon gibt es viel zuwenig Möglichkeiten.

    Gerade bei jungen Menschen wie den JUSOS sollten neue Ideen doch umsetzbar sein. Übrigens hat man in den 68-ern doch auch heftigst an den Unis diskutiert. Warum nicht sowas neu beleben?

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