Jungmannschaft der JDAV Sektion Fulda mit dem Inklusionspreis der Stadt Fulda 2021 ausgezeichnet

Herausragendes Engagement in Zeiten der Pandemie

Das „Katha“-Mobil, ein Projekt der Jungmannschaft – kurz: JUMA – der Jugend des Deutschen Alpenvereins Sektion Fulda – kurz: JDAV – ist am Montagabend in der Aula der Alten Universität mit dem „Inklusionspreis der Stadt Fulda 2021“ ausgezeichnet worden. Zu diesem Ergebnis kam eine mehrköpfige Jury bestehend aus dem Vorstand des Beirates der Menschen mit Behinderung, dem Bürgermeister der Stadt Fulda Dag Wehner (CDU) sowie unterschiedlichen Fraktionen in der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung. Das Projekt gewann ein Preisgeld in Höhe von 2000 Euro. Der zweite Preis gewann der Gesundheits-Podcast „Podklussion“, ein Projekt von Studierenden des Fachbereichs Sozialwesen der Hochschule Fulda. Dieses Projekt gewann ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. Beide Preisgelder kommen gezielt den Projekten und die damit verbundene weitere Arbeit zugute.

Das „Katha“-Mobil ist einer jungen Frau, namens Katharina „Katha“ Werthmüller, Mitglied in der Jungmannschaft der Jugend des Deutschen Alpenvereins Sektion Fulda (JDAV), gewidmet, der es bisher aufgrund einer Gehbehinderung verwehrt blieb, an schwierigen Hüttentouren der Jungmannschaft des Alpenvereins Sektion Fulda teilnehmen zu können. Aus ehemaligen Gebrauchsgegenständen fertigte Erhard Glübert auf Bitten seiner Tochter Annabell Glübert, Mitglied in der Jungmannschaft der Jugend des Deutschen Alpenvereins Sektion Fulda, ein geländetaugliches Dreirad mit verstellbarer Rückenlehne, mit diesem es Katharina Werthmüller möglich ist, in Zukunft ihre Freundinnen auf für sie persönlich scheinbar unüberwindbaren Hüttentouren zu begleiten.

Laudatorin Lea Widmer, u.a. Vorsitzende des Beirates der Menschen mit Behinderung und selbst Mitglied im Deutschen Alpenverein Sektion Fulda hieß dieses Projekt ein gelungenes Beispiel gelebter Inklusion aus diesem nicht nur ein Miteinander wurde, sondern aus diesem auch Offenheit und Wertschätzung für den Nächsten erwachse. Eine Gruppe von Freundinnen haben durch ungebremsten Willen den Traum einer jungen Frau möglich gemacht. „Wir wollten schon immer Inklusion“, so die Laudatorin, „wir wussten nur nicht, wer die Verantwortung übernimmt, wenn etwas passiert.“ Denjenigen, die bis gestern Abend noch skeptisch waren, dass gehandicapte Personen auch Verantwortung für Menschen ohne Handicap übernehmen können, entgegnete Lea Widmer, die seit ihrer Kindheit stark sehbehindert ist: „Glauben Sie nicht, dass nicht auch Menschen mit Behinderung Verantwortung für ihre Mitmenschen übernehmen können.“ Lea Widmer wünschte dem Verein weiterhin tolle Erfahrungen ohne Grenzen und der Jungmannschaft weiter diese Offenheit und den Mut über alles Positive zu sprechen.

Wie Pia Neuburger, Jugendleiterin der Jungmannschaft des Deutschen Alpenvereins Sektion Fulda, am Montagabend ausführte seien alle Projekte, die am gestrigen Abend vorgestellt wurden, Gewinner und absolut Beispiele geglückter Inklusion. Bei dem zweitplatzierten Projekt „Podklussion“ handelt es sich um eine Wortkreation aus den Worten Podcast und Inklusion. Es beschreibt einen Gesundheits-Podcast inklusiv in leichter Sprache. Der Podcast ist ein Projekt von RinkA, das für „Regionale inklusive Bewegungs-, Sport-, Gesundheits- und Freizeitangebote“ steht. Hier erstellen Studierende des Fachbereiches Sozialwesen der Hochschule Fulda Podcasts zum Thema Gesundheit mit Menschen mit Beeinträchtigungen. Sie greifen dabei Themen aus den Bereichen Bewegung, Sport, Ernährung und Hygiene auf und präsentieren diese in leichter Sprache. Durch die Podcasts sollen die Rezipienten dazu befähigt werden, Gesundheitsinformationen zu finden, verstehen, bewerten sowie anzuwenden. Das Projekt sei aus der Not heraus entstanden. Ursprünglich war angedacht, Menschen für den Sport zu begeistern, sie aber auch „teilhaben“ zu lassen.

Bei der diesjährigen Preisverleihung ging es darum, das Engagement von Einzelpersonen und Organisationen in Pandemie-Zeiten zu würdigen. Das Motto lautete dementsprechend: „Beziehungen gestalten – Inklusion in der Corona-Pandemie.“ Für die Stadt Fulda hieß gestern Bürgermeister Dag Wehner die Anwesenden – unter ihnen der komplette Vorstand des Beirates der Menschen mit Behinderung Fulda, Lea Widmer, Elvira Storch und Manuela Pleterschek, der Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Senioren, Stefan Mölleney und mit ihm Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachstelle „Vielfalt und Teilhabe“ sowie Mitglieder aus der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung – zur Preisverleihung des Inklusionspreises der Stadt Fulda 2021 in der Aula der Alten Universität Fulda herzlich willkommen. Besonders begrüßt wurden von seiner Seite die erste Bürgerin der Stadt Fulda, Frau Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann (CDU), der Beirat der Menschen mit Behinderung sowie Herr Mölleney und mit ihm das Team der Fachstelle Vielfalt und Teilhabe.

„Der Inklusionspreis, den wir heute Abend verleihen, ist ein wichtiges Instrument, das Thema in den Fokus der Öffentlichkeit zu tragen und um die positiven Beispiele in der Stadt bekanntzumachen“, so Bürgermeister Wehner in seinen einleitenden Worten zur Begrüßung, der anführte: „Zudem hoffen wir, dass der Inklusionspreis auch dazu dient, noch mehr Menschen in unserer Stadt für das Thema Inklusion zu begeistern.“ Der Inklusionspreis der Stadt Fulda wurde erstmalig im Jahr 2019 an Menschen verliehen, die sich im Besonderen für eine inklusivere Gesellschaft einsetzen. In diesem Jahr stand das Engagement einzelnen Personen und Organisationen im Vordergrund der Juryentscheidung. „Uns als Stadt war es wichtig, dass sich Menschen umeinander kümmern, sich unterstützen und aktiv etwas gegen soziale Isolation und Ausgrenzung tun. Die 10 Bewerbungen für den Inklusionspreis in diesem Jahr haben gezeigt, dass dies viele Menschen in unserer Stadt in dieser herausfordernden Zeit auch tatsächlich geleistet haben. Bei unserer Jurysitzung lagen uns sehr interessante und vielseitige Bewerbungen aus dem ganzen Stadtgebiet vor.“ Alle seien preiswürdig gewesen, jedoch galt es, aus den vielen guten die besten herauszustellen, was sich als alles andere als leicht erwies.

Bürgermeister Wehner stellte die Projekte vor und machte an dem Beispiel von Tanja Ziegler, ehrenamtliche Betreuerin von Freizeiten unter anderem für die Stadt Fulda, deutlich wie es gelingen kann, persönliche Betroffenheit und Engagement für das Thema Inklusion zu vereinen. „Frau Ziegler ist aus unserer Sicht ein hervorragendes Beispiel für gelebte Inklusion. Sie ist seit fünf Jahren als ehrenamtliche Betreuerin tätig. Sie betreut Kinder mit und ohne Behinderung und ist zudem seit zwei Jahren Betreuerin für die inklusive Zirkusfreiheit der Stadt Fulda tätig. Auch wir als Stadt Fulda haben unser Freizeitangebot für Kinder auf das Thema Inklusion mit ausgerichtet und dort ist Frau Ziegler in besonderem Maße mit tätig. Die individuelle und bedarfsgerechte Unterstützung von Kindern mit und ohne Behinderung bei der Freizeitgestaltung ist ihr eine echte Herzensangelegenheit. Und das besondere an Ihnen, Frau Ziegler, ist, dass sie selbst seit Ihrem neunten Lebensjahr mit einer schweren Nierenerkrankung leben, ein Schicksal, das ich mit Ihnen teile. Diese Erkrankung bedeutet für Sie aber keinesfalls, sich in Ihrem Engagement zurückzuziehen, ganz im Gegenteil: Mit ihrem selbstverständlichen Umgang mit Ihrer Behinderung nehmen Sie Menschen in Ihrem Umfeld die Angst vor Ungewissheit und gefühlter Ausgrenzung.“

Der Bürgermeister der Stadt Fulda Dag Wehner gab gestern Abend seine Zusicherung, weiterhin am Thema „Inklusion“ dranzubleiben im Bewusstsein, dass man in Fulda bei Weitem noch nicht am Ziel sei, aber den Weg dorthin bereits beschritten habe, dass noch viel zu tun sei und bleiben werde, bis jede Bürgerin und jeder Bürger und jede Besucherin und jeder Besucher der Stadt Inklusion gleichsam erleben kann. Weiter betonte der Bürgermeister, dass unabhängig von der Corona-Pandemie das Thema „Inklusion“ ein besonders bedeutsames Thema sei und auch bleiben werde, welches die Stadt seit Jahren antreibe mit Unterstützung des Beirates der Menschen mit Behinderung stets zu versuchen, neue Perspektiven einzunehmen und Inklusion in allen Projekten umzusetzen und zu unterstützen. Er wünschte den Preisträgern des Inklusionspreises 2021, dem Beirat der Menschen mit Behinderung sowie all jenen, die sich für das Thema Inklusion einsetzen, die für die weitere Zukunft genügend Kraft und Mut, kreative und innovative Ideen auch weiterhin umzusetzen, Inklusion als stetigen Prozess zu verstehen und „mit ihrem Engagement dazu beizutragen, dass wir in der Stadt Fulda auf diesem Weg weiter machen sollten.“ Die Vorarbeit zur Verleihung lag in Verantwortlichkeit von Birgit Dabringhausen von der Fachstelle Vielfalt und Teilhabe. Die Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt von der „Percussion Crew“ der Musikschule Fulda – bestehend aus Klaus Schenk, Alexander Klinke und Lea Widmer. +++ jessica auth

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