Junge CDU-Politiker: Bei Parteispitzenwahl Mitglieder beteiligen

Eine Gruppe junger CDU-Politiker um Junge-Union-Chef Tilman Kuban und den Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor fordert eine Beteiligung der Basis bei der Wahl einer neuen Parteispitze. Die CDU müsse „raus aus der alten Denke“, schreiben die Politiker in einem Beitrag für die „Welt am Sonntag“. Die große Stärke der Partei liege in den über 400.000 Mitgliedern. „Sie müssen Ausgangs- und Bezugspunkt unseres Erneuerungsprozesses sein.“

Die meisten Kandidaten für Wahlen würden bereits problemlos durch die Mitglieder aufgestellt: „Insoweit wäre es nur logisch und selbstverständlich, dass unsere Parteibasis auch über die wichtigsten Parteiämter in einem solchen Verfahren entscheidet.“ Jetzt sei die Zeit „für das Ausbuchstabieren von CDU pur“, so die Autoren. „Mit einem Mitglieder-Reformparteitag, auf dem unsere Parteibasis den inhaltlichen Kompass festlegt und neu ausrichtet, wollen wir neue Wege gehen.“ Dafür brauche es gelegentlich auch „Mut zum Polarisieren statt Angst vor Kontroversen“, heißt es. „Nur wenn die CDU der nächsten Generation eine Chance gibt, werden wir eine Zukunft als Volkspartei haben. Dafür sind wir als junge Generation bereit, unseren Beitrag zu leisten und Verantwortung zu übernehmen“, schreiben die Politiker. „Auch an der Bundesspitze muss die Partei jetzt den Mut beweisen, mit frischen Gesichtern einen Aufbruch zu wagen.“

CDU Niederrhein warnt vor baldigem Rücktritt Laschets

An der CDU-Basis gibt es Widerstand gegen einen schnellen Rücktritt von Parteichef Armin Laschet. „Die Koalitionsverhandlungen von SPD, FDP und Grünen haben noch nicht einmal begonnen, da können wir uns nicht kopf- und führungslos machen“, sagte der Vorsitzende der CDU Niederrhein, Günter Krings, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Wir brauchen ein durchdachtes, kein überstürztes Verfahren“, mahnte Krings. Mit Blick auf die Anfang 2022 anstehenden Landtagswahlen sagte er: „Wir werden unsere Chancen für die nächste Wahl sicher nicht dadurch verbessern, dass wir zwei oder vier Wochen eher mit der Neuaufstellung der CDU begonnen haben.“

Von Stetten legt CDU-Präsidium Rücktritt nahe

Der CDU-Abgeordnete Christian von Stetten hat dem kompletten CDU-Präsidium den Rücktritt nahe gelegt. „Das CDU-Präsidium kann einen Kanzlerkandidaten gegen alle Umfragewerte, gegen die Schwesterpartei, gegen die Bundestagsfraktion und gegen die Parteibasis durchsetzen, aber dann muss der Kandidat auch die Wahlen gewinnen und eine Regierung bilden können“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Sonst habe nicht nur der Kanzlerkandidat, sondern das gesamte Parteipräsidium ein Akzeptanzproblem und müsse seine Ämter zur Verfügung stellen. Armin Laschet sei nicht alleine für das Wahldesaster verantwortlich, so von Stetten: „Die Mitglieder des Präsidiums haben über Jahre die Programmatik der CDU verwässert und Armin Laschet in diese chancenlose Kanzlerkandidatur getrieben.“ Von Stetten ist Vorsitzender des einflussreichen Parlamentskreises Mittelstand der Unionsfraktion. +++


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