Jeder Tag ohne Internet könnte bis zu 7 Milliarden Euro Schaden in Deutschland verursachen

Ein langer Stromausfall legt das Internet still. Betroffen wären 86,4 Prozent der deutschen Arbeitnehmer. Sie könnten wesentliche Aufgaben nicht erledigen. Die Wirtschaft verlöre fast sieben Milliarden Euro pro Tag. Diese Schätzung stammt von Verivox und basiert auf einer Umfrage.

Über die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer – 57 Prozent – brauchen das Internet täglich. Nur sieben Prozent benötigen es nicht für ihre Arbeit. Umgerechnet auf das Bruttonationaleinkommen bedeutet das: Ein Tag ohne Internet kann einen Schaden von fast sieben Milliarden Euro verursachen.

„Nicht jede Arbeit hängt vom Internet ab. Aber ein längerer Ausfall hätte immense Folgen“, sagt Jörg Schamberg von Verivox. „Viele Firmen – besonders in ländlichen Regionen – haben immer noch langsames Internet. Ein stabiler Zugang sollte selbstverständlich sein. Das gilt für Beruf und Privatleben.“

Ein Internet-Blackout würde viele Bereiche lahmlegen. Fast die Hälfte der Befragten – 48 Prozent – sagen: Ihre wichtigsten Programme funktionieren nur online. Jeweils 45 Prozent könnten ohne Netz keine Daten erheben oder Kunden und Lieferanten kontaktieren. Ein Drittel speichert wichtige Daten in der Cloud. Etwa 30 Prozent können Geräte nicht bedienen. Neun Prozent geben an: Ihr Betrieb wäre kaum betroffen.

„Router haben meist keinen Akku. Sie fallen sofort aus“, erklärt Schamberg. „Telefonieren geht dann auch nicht mehr. Moderne Anschlüsse nutzen das Internet. Besonders hart trifft es Menschen im Homeoffice. Nur wenige haben eine Notstromversorgung.“

Knapp die Hälfte der Befragten geben an: Ihre Firma hat keine Notstromversorgung. 32 Prozent sagen: Es gibt eine. 24 Prozent wissen es nicht. Bei Besserverdienern steigt der Anteil auf 41 Prozent.

„Für Firmen außerhalb der kritischen Infrastruktur hilft eine Notstromversorgung – etwa durch Generatoren – nur kurzzeitig“, sagt Schamberg. „Behörden, Krankenhäuser und Telekommunikationsanbieter haben Vorrang beim Tanken.“

Die Netzbetreiber sichern die Grundversorgung zu. Das schreibt das Telekommunikationsgesetz vor. Anbieter müssen eine Mindestversorgung gewährleisten. Das gilt auch bei Störungen oder Katastrophen. Dazu gehören Telefonie, Internet, Daten und E-Mail. Ein Netz gilt als kritisch, wenn es mindestens 100.000 Kunden nutzen.

Die vier großen Netzbetreiber – Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica/O2 und 1&1 – versichern: Sie erfüllen die Vorgaben. Sie sind mit Batterien und Notstromanlagen für längere Ausfälle gerüstet. Auch der Betreiber des Frankfurter Internetknotens DE-CIX sowie der Webhosting-Dienst Ionos können tagelange Stromausfälle ausgleichen. +++


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