Initiative Qualitätsmedizin – Klinikum Fulda präsentierte aktuelle Daten

Fulda. Die Initiative Qualitätsmedizin (IQM), ein Projekt von mehr als 350 Krankenhäusern aus Deutschland und der Schweiz mit einem gemeinsamem Ziel: die medizinische Behandlungsqualität im Krankenhaus transparent zu machen und für alle Patienten zu verbessern. Qualitätsmessungen mit Kennzahlen auf Basis von Routinedaten, Transparenz der Ergebnisse durch Veröffentlichung und Qualitätsverbesserung durch so genannte Peer Review Verfahren sind die drei Säulen der Initiative. Das Klinikum Fulda ist seit 2014 Mitglied von IQM und geht damit weit über die bestehenden gesetzlichen Anforderungen zur Qualitätssicherung hinaus: im Interesse bester Medizin und größtmöglicher Patientensicherheit.

„Wir haben uns entschlossen, bereits in diesem Jahr unsere Qualitätsergebnisse für alle relevanten Krankheitsbilder des Klinikums im Internet zu veröffentlichen, auch wenn wir damit bis 2016 Zeit gehabt hätten“, erläutert Dr. Ulrike Scheske-Zink, Leiterin Stabsstelle Qualitäts- und Risikomanagement. Die Ergebnisse stammen aus der IQM-Gruppenauswertung von mehr als 350 Kliniken in Deutschland und der Schweiz, die sich der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) angeschlossen haben. Insgesamt umfasst der IQM-Indikatorensatz mehr als 40 Qualitätskennzahlen für 60 häufige Krankheitsbilder und Behandlungsverfahren. Zu den Qualitäts-Indikatoren gehören z.B. die Krankenhaus-Sterblichkeit, Prozesskennzahlen, Komplikationsraten, und Mengeninformationen. „Wir nutzen das IQM-Verfahren für ein aktives Qualitätsmanagement, denn mit Hilfe auffälliger Ergebniswerte können Bereiche mit möglichem Verbesserungspotential in Behandlungsabläufen erkannt und in anschließenden Einzelfallanalysen optimiert werden. Dabei geht es um die Optimierung der Behandlungsprozesse und damit vor allem um Behandlungsergebnisse“, so Dr. Scheske-Zink weiter. „Ziel ist es, unseren Patienten die bestmögliche Qualität in der medizinischen Versorgung zu bieten und die Patientensicherheit zu erhöhen.“ „Die IQM-Indikatoren zur Ergebnisqualität belegen unsere Stärken, zeigen aber auch, wo weiteres Optimierungspotenzial besteht“, ergänzte Privatdozent Dr. Thomas Menzel, Vorstand des Klinikums Fulda, „unsere Ergebnisse veröffentlichen wir ganz bewusst freiwillig im Internet. Diese konsequente Transparenz ist für uns vor allem ein zusätzlicher Ansporn, um noch besser zu werden“.

Qualitätszahlen

Sehr gute Ergebnisse hat das Klinikum Fulda u.a. bei der Behandlung von Patienten mit Herzinfarkt erzielt: mit 5,9 % lag die Sterblichkeitsrate deutlich unter dem IQM-Durchschnittswert von 8,2 %. Auch bei der Schlaganfall-Behandlung und bei der Behandlung von Hirninfarkten (Apoplex) lag das Krankenhaus der Spitzenversorgung bzgl. der Todesfall-Quote jeweils unter dem IQM-Durchschnitt. Verbesserungspotenzial gibt es bei der Diagnose COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung): 2014 wurden im Klinikum Fulda 241 Patienten mit der Hauptdiagnose COPD behandelt, die beobachtete Krankenhaussterblichkeit lag über dem Durchschnittswert der IQM Häuser. IQM hat deshalb die COPD-Fälle für ein sogenanntes „Peer Review“ im Klinikum ausgewählt. „Anfang November 2015 hat bei uns das Peer Review zum Indikator COPD stattgefunden. Erfahrene Chefärzte aus anderen IQM-Mitgliedskliniken haben gemeinsam mit unseren Direktoren die Patientenfälle auf mögliche Fehler in Abläufen und Strukturen analysiert. Damit haben wir als IQM-Mitgliedsklinik die Möglichkeit, Optimierungspotenziale zu identifizieren und zielgenaue Maßnahmen zur Verbesserung der medizinischen Behandlungsqualität umzusetzen“, so Dr. Menzel.

Ergebnisse des Peer Reviews

Die seit Kurzem vorliegenden Auswertungsergebnisse für das erste Halbjahr 2015 zeigen, dass das Klinikum Fulda nach Neugründung der Medizinischen Klinik V (Pneumologie) unter der Leitung von Prof. Dr. Philipp Markart bei der COPD zwischenzeitlich deutlich unter dem Durchschnitt aller IQM-Häuser liegt.
„Mit der Etablierung der Medizinischen Klinik V (Pneumologie) im letzten Jahr, konnten wir also einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Behandlungsqualität für Patienten mit einer COPD leisten“, freut sich Dr. Menzel.

Peer Review

Das IQM Peer Review Verfahren gibt gezielte Impulse für einen kontinuierlichen internen Verbesserungsprozess und eine offene Fehler- und Sicherheitskultur. Die fächerübergreifende Zusammenarbeit wird gefördert. Das Peer Review Verfahren der IQM beruht auf Freiwilligkeit sowie einem unbürokratischen kollegialen Austausch und fokussiert die Hilfe zur Selbsthilfe unter ärztlichen Kollegen. Damit unterstützen sich teilnehmende Kliniken aus Deutschland und der Schweiz über Träger- und Ländergrenzen hinweg bei der Suche nach Verbesserungspotenzial. Dieses wird im Peer Review Verfahren von chefärztlichen Fachkollegen anhand retrospektiver Fallaktenanalysen identifiziert. Kernstück eines Reviews bei IQM ist die gemeinsame Diskussion der Ergebnisse. „Diese findet auf Augenhöhe zwischen den Peers und dem verantwortlichen Chefarzt statt. Dabei identifizierte Probleme dienen anschließend als Grundlage für zielgenaue Maßnahmen zur Verbesserung der medizinischen Behandlungsqualität“, so Prof. Dr. Clemens-Alexander Greim, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin. Die IQM-Peers werden nach dem Curriculum „Ärztliches Peer Review“ der Bundesärztekammer ausgebildet. Dr. Petra Zahn, Direktorin der Zentralen Notaufnahme und ausgebildeter IQM-Peer: „Der faktenbasierte kollegiale Austausch macht das Verfahren so wertvoll. Klinisch tätige Ärzte analysieren mit den Ärzten vor Ort anhand der Fallakten systematisch Prozesse und Strukturen auf mögliche Optimierungspotenziale“.

Nutzen für den Patienten

Die Patientinnen und Patienten profitieren aus den abgeleiteten Verbesserungsmaßnahmen, die zu einer verbesserten Behandlungsqualität und gesteigerten Patientensicherheit führen. Patienten, Angehörigen und einweisenden Ärzten dienen die Qualitätsdaten zur Orientierung bei der Wahl eines Krankenhauses. Die Veröffentlichung von IQM-Qualitätsindikatoren aus Routinedaten ist ein wichtiger Schritt, um der Öffentlichkeit objektive Daten zur Verfügung zu stellen und damit Grundvoraussetzung für einen funktionierenden Qualitätswettbewerb um beste medizinische Ergebnisse.

Die Initiative Qualitätsmedizin e.V. (IQM)

Führende Krankenhausträger haben sich 2008 zur „Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM) zusammengeschlossen. Die trägerübergreifende Initiative mit Sitz in Berlin ist offen für alle Krankenhäuser aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Vorhandenes Verbesserungspotenzial in der Medizin sichtbar zu machen und zum Wohle der Patienten durch aktives Fehlermanagement zu heben, ist das Ziel von IQM. Dafür stellt IQM den medizinischen Fachexperten aus den teilnehmenden Krankenhäusern innovative und anwenderfreundliche Instrumente zur Verfügung. Die Mitglieder der Initiative verpflichten sich, drei Grundsätze anzuwenden: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse und die Durchführung von Peer Review Verfahren. In derzeit 350 Krankenhäusern aus Deutschland und der Schweiz versorgen die IQM Mitglieder jährlich ca. 5 Mio. Patienten stationär. In Deutschland liegt ihr Anteil an der stationären Versorgung bei knapp 25 % und in der Schweiz bei 19 %. +++ fuldainfo

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