Im Februar 81.000 mehr Arbeitslose als vor einem Jahr

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, im Vergleich zum Januar jedoch, wie oft zu dieser Jahreszeit gesunken. Wie die Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mitteilte, wurden 3.070.000 Arbeitslose gezählt, 15.000 weniger als im Januar und 81.000 mehr als im Februar 2025. Saisonbereinigt geht die Behörde von einem Monatsplus von 1.000 Personen aus.

„Auch zum Ende der Winterpause kommt der Arbeitsmarkt nicht in Schwung“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles. „Die Arbeitslosigkeit verändert sich kaum und bleibt über 3 Millionen.“ Die sogenannte „Unterbeschäftigung“, die neben der Arbeitslosigkeit auch die Arbeitsmarktpolitik und die kurzfristige Arbeitsunfähigkeit umfasst, ist nach Angaben der Behörde saisonbereinigt im Februar gegenüber dem Vormonat um 3.000 gesunken. Mit 3.724.000 lag sie mit -4.000 auch etwas niedriger als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosigkeit in Ost- und Waldhessen ist im Februar gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda waren zum Monatsende 8.452 Menschen arbeitslos gemeldet – 130 mehr als noch im Januar. Die Arbeitslosenquote blieb jedoch unverändert bei 4,3 Prozent und liegt damit weiterhin auf dem niedrigsten Stand in ganz Hessen. Zum Vergleich: Landesweit beträgt die Quote aktuell 6,1 Prozent.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit entspricht einer für die Wintermonate typischen Entwicklung und betrifft nahezu alle Personengruppen. Besonders deutlich zeigt sich die Zunahme bei jungen Menschen unter 25 Jahren. Ihre Zahl erhöhte sich um 9,6 Prozent auf 1.143 Betroffene. Auch im Vergleich zum Vorjahr sind jüngere Menschen überproportional von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen.

Innerhalb eines Jahres ist die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bad Hersfeld-Fulda insgesamt um 525 Personen gestiegen, was einem Zuwachs von 6,6 Prozent entspricht. Ein zentrales Problem sieht die Arbeitsagentur weiterhin in der fehlenden beruflichen Qualifikation vieler Arbeitssuchender. „Auch weiterhin verfügen viele der bei der Agentur arbeitslos gemeldeten Menschen nicht über eine abgeschlossene Ausbildung. Ein wichtiger Hebel ist daher die Weiterbildung“, erklärt Katharina Henkel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda.

Trotz der insgesamt schwächeren Konjunktur bestehen weiterhin gute Chancen auf eine Beschäftigung – insbesondere für qualifizierte Fachkräfte. Dem Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur liegen in den Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg aktuell 2.291 offene Stellen vor. Das sind 99 mehr als im Februar des vergangenen Jahres.

Agenturchefin Katharina Henkel sieht eine große Herausforderung vor allem in der Deckung des Fachkräftebedarfs und ruft Arbeitgeber dazu auf, sämtliche vorhandenen Potenziale zu nutzen. Dabei richtet sie den Blick besonders auf Menschen mit Behinderung: „Warum nicht einen Menschen mit einer Behinderung einstellen? Manchmal reicht ein spezieller Stuhl oder eine besondere Software, um eine körperliche Beeinträchtigung auszugleichen. Es geht darum, Lösungen zu finden – gemeinsam mit uns.“

Die Arbeitsagentur unterstützt Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Lösungswegen für die Beschäftigung von Menschen mit Handicap und bietet dafür Ansprechpartner in beiden Landkreisen an. +++


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