ifo Institut will Hartz IV reformieren

ifo Institut fordert mehr Netto bei Hartz IV. „Die Betroffenen müssen aus der Falle der Niedrig-Einkommen entkommen können. Deshalb möchten wir die Anreize verbessern, mehr zu arbeiten. Derzeit ist das System leider so gebaut, dass mehr Brutto manchmal weniger Netto bedeutet. Mehrarbeit muss sich aber lohnen“, sagt Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen. „Wir schlagen vor, die Grenzbelastung bei Niedrigeinkommen oberhalb von 630 Euro pro Monat auf 60 Prozent zu senken“, sagt ifo-Präsident Clemens Fuest.

„Unser gegenwärtiges System ist schädlich, denn es bestraft Leistung dort, wo sie sich besonders lohnt: Wenn man durch eigene Anstrengung der Abhängigkeit von Sozialleistungen entkommen will. Unser ifo-Vorschlag würde die Beschäftigung im Umfang von 216.000 Vollzeitstellen erhöhen, die Einkommensungleichheit senken und den Staatshaushalt sogar leicht entlasten. Vor allem Transfer-Empfänger mit Kindern werden deutlich besser gestellt. Das Schonvermögen wird erhöht und an die Erwerbsbiographie gebunden.“

Peichl sagt zur Begründung: „Die höchste Grenzbelastung zusätzlichen Einkommens mit Steuern und Abgaben haben wir in der Grundsicherung. Hartz-IV-Bezieher werden mit Grenzsätzen von 80 bis 100 Prozent belastet. Das ist widersinnig. Mit Kindern und insbesondere bei Alleinerziehenden kann es sogar sein, dass mehr Brutto-Einkommen zu weniger Netto-Einkommen führt. Warum sollte dann jemand mehr arbeiten?“ Peichl fügt hinzu: „Gerade in der aktuellen Arbeitsmarktsituation in Deutschland haben Menschen, die mehr arbeiten wollen, gute Chancen, auch Beschäftigung zu finden. Eine Reform, die zu mehr Beschäftigung und höheren verfügbaren Einkommen unter den Empfängern von Hartz IV-Leistungen führt, würde die Einkommensungleichheit in Deutschland abbauen und die gesamtwirtschaftliche Produktion steigern – sie wäre effizient und gerecht.“ +++


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1 Kommentar

  1. Warnung!
    Der dem neoliberalen Irr-Sinn verfallene Professor Sinn hat seine - manipulative - Arbeitsweise und die seines Ex-IFO-Instituts - übrigens überwiegend von und für Einkommens-und Vermögens-Millionäre(n) und Milliardäre(n) gesteuert - in der „Hart aber Fair“-Sendung vom 26.3.2018 wieder einmal selbst entlarvt!
    Er redet die Hartz IV-Sätze in astronomische Höhen, legt in besserwisserischem, professoralem Habitus Wert darauf, dass nur eine Brutto-Betrachtung für den Vergleich von Hartz IV-Sätzen mit Arbeitseinkommen zielführend sei (dies lässt die Beträge noch höher erscheinen!), spielt die mit Niedriglohn skandalös unterbezahlte Krankenschwester gegen den Hartz IV-Bezieher aus und - Gipfel der Übertreibung und der Unseriosität - beharrt darauf, dass dem Hartz IV-Beitrag noch - nach eigenem manipulativen Gusto - 500 EUR als Krankenversicherungsäquivalent zuzurechnen sei. Dabei verschweigt er wohlweislich, dass dieses Äquivalent natürlich nicht dem der Krankenschwester entspricht (offensichtlich ist es nur Professoren vergönnt, Äpfel mit Birnen ernsthaft wissenschaftlich zu vergleichen). Es verwundert, weshalb er nicht noch eine fiktives Einkommenssteueräquivalent draufschlägt (wahrscheinlich ist er selbst noch gar nicht auf diese - seiner Denkweise entsprechenden - Idee gekommen).
    Und da Prof. Sinn sich schon mal an seiner die Lebenswirklichkeit ignorierenden Rede berauschte, flocht er gleich noch die - mittlerweile als falsch nachgewiesene - Behauptung ein, dass natürlich die soziale Ungleichheit nicht zunähme (tatsächlich sprach er von Einkommens- und Lohnungleichheit, aber für die gewünschte Aussage spielt das keine Rolle!). Es ist mittlerweile bekannt, welche Parameter aus den zugrundeliegenden Datensätzen weggelassen, welche Ausschnitte gewählt werden müssen, damit man - rein rechnerisch - das gewünschte Ergebnis erhält, das aber mit der Lebenswirklichkeit aufgrund der ausgeblendeten Daten (= Lebensrealitäten) nichts mehr zu tun hat.
    Die Perfidie von Sinns Argumentation wird deutlich, als er erläutert, dass zwischen Hartz IV-Sätzen und Mindestlöhnen ein gewisser Abstand als Anreiz zur Aufnahme von Arbeit erforderlich sei - was sicherlich unstrittig ist, auch wenn das sog. Lohnabstandsgebot abgeschafft ist. Wenn man aber weiß, dass dieser Herr gegen Mindestlöhne war und ist, liegt die Schlussfolgerung im Sinnschen Sinne nahe: niedrigere (Mindest-)Löhne->niedrigere Hartz IV-Sätze! Dabei wäre das Umgekehrte geboten: Anhebung des Mindestlohns auf über 12 EUR!
    Im übrigen: keiner bestreitet, dass weniger Arbeitslose und mehr Beschäftigungsverhältnisse mit auskömmlichem Einkommen wünschenswert und anzustreben sind! Nichtsdestotrotz gibt es Arbeitslose und wird es auch künftig Arbeitslose geben! Um deren Anliegen geht es!

    "Nicht Alte gegen Junge,
    sondern Arme gegen Reiche!
    Egal, ob jung oder alt,
    gemeinsam sind wir stark!"

    Ach, die Alten! Ach, die Jungen! Gemeinsam sind wir stark!
    https://youtu.be/9Steya7Qtr8

    Ach, die Jungen! Wir wollen unser Leben leben!
    https://youtu.be/zH2tEG2G-aw

    Ach, die Alten! Wir haben unser Leben gelebt!
    https://youtu.be/KYm5ZKtjX9A

    Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!

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