Mit der traditionellen Hrabanus-Maurus-Akademie hat die Theologische Fakultät Fulda ihr Patronatsfest begangen und dabei ein deutliches Zeichen für die Bedeutung von Theologie in Kirche und Gesellschaft gesetzt. Die Veranstaltung im Bonifatiushaus verstand sich einmal mehr als Forum des theologischen Austauschs zwischen Wissenschaft, kirchlicher Praxis und Öffentlichkeit – gerade vor dem Hintergrund aktueller struktureller und räumlicher Veränderungen.
Im Mittelpunkt standen Lehre und Forschung sowie deren gesellschaftliche Relevanz. Zugleich wurden die tragfähigen Kooperationen der Fakultät hervorgehoben, unter anderem mit dem Dezernat für Theologische Bildung, der Bibliothek des Priesterseminars und dem Kommissariat der Katholischen Bischöfe in Hessen. In Rückblicken auf die vergangenen Jahre wurde die Theologische Fakultät als Institution im Wandel beschrieben, die Transformationsprozesse nicht nur bewältigt, sondern auch als Chance genutzt habe. Der eingeschlagene gemeinsame Weg mit dem Katholisch-Theologischen Seminar in Marburg wurde dabei ebenso positiv bewertet wie die vorübergehende Verlagerung zentraler Veranstaltungen in das Bonifatiushaus, die als Ausdruck von Kontinuität und Anpassungsfähigkeit galt.
Einen inhaltlichen Höhepunkt bildete der Festvortrag von Prof. Dr. Stephan Lauber. Unter dem Titel „… woher kommt mir Hilfe (Ps 121,1) – Die Hoffnung des Einzelnen auf den Beistand der Gemeinde in den Psalmen“ rückte er die Bedeutung der Gemeinschaft für die Hoffnung des Einzelnen in den Fokus und stellte die Glaubensgemeinschaft als wichtigen Resilienzfaktor heraus. Zu Beginn der Akademischen Feier wurde zudem die Dissertation von Dr. des. Bruno Kono vorgestellt. Der in Kamerun geborene Theologe befasste sich in seiner Arbeit mit den Brüdern Jakobus und Johannes und hob deren unmittelbare Bereitschaft zur Nachfolge Jesu hervor. Im Anschluss wurde ihm das Promotionszeugnis überreicht.
Im Rahmen der Akademie wurde außerdem ein personeller Wechsel bekanntgegeben: Prof. Dr. Stephan Lauber, Inhaber des Lehrstuhls für Dogmatik, Dogmengeschichte und ökumenische Theologie, wurde zum neuen Rektor der Theologischen Fakultät Fulda gewählt und von Rom bestätigt. Er folgt auf Prof. Dr. Cornelius Roth, der das Amt vier Jahre lang innehatte.
Bereits zuvor hatte Bischof Dr. Michael Gerber im Festgottesdienst angesichts weltweiter Krisen und wachsender gesellschaftlicher Spannungen vor einer zunehmenden Entsolidarisierung gewarnt. Er rief Christinnen und Christen dazu auf, ihren gesellschaftlichen Auftrag neu ernst zu nehmen und sich mit klaren Werten, Dialogbereitschaft und gelebter Verantwortung in öffentliche Debatten einzubringen. Vor dem Hintergrund einer fragmentierten Welt und unter Druck geratener internationaler Partnerschaften betonte er die Notwendigkeit eines glaubwürdigen christlichen Lebens sowie einer neuen, sichtbaren Präsenz von Theologie und Kirche in der Gesellschaft.
Musikalisch begleitet wurde die Hrabanus-Maurus-Akademie von Silke Augustinski an der Oboe und Ulrich Moormann am Klavier. +++

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