Berlin. Die ehemalige FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher ist tot. Sie starb im Alter von 95 Jahren, teilte der bayerische FDP-Landesverband mit. „Mit ihr verliert Deutschland eine große liberale Persönlichkeit“, so FDP-Landeschef Albert Duin. „Vor allem als Bildungspolitikerin hat sie sich große Verdienste erworben.“ Hamm-Brücher war unter Bundeskanzler Helmut Schmidt Staatsministerin im Auswärtigen Amt und 1994 Kandidatin für das Bundespräsidentenamt. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger würdigte die Verstorbene als den „Inbegriff der gelebten Bürgergesellschaft“. Zu jeder Zeit habe Hamm-Brücher vor der Verharmlosung extremer Gesinnungen gewarnt, „die das Immunsystem unserer Demokratie gefährden“.
Gauck kondoliert Miriam Hamm
Bundespräsident Joachim Gauck hat Miriam Hamm zum Tod ihrer Mutter, Hildegard Hamm-Brücher, kondoliert. „Hildegard Hamm-Brücher war eine der ersten Frauen, die in der Politik der Bundesrepublik aktiv waren und selbstbewusst ihren Weg gegangen sind. Ihre Mutter stand wie kaum eine andere für einen Liberalismus, der sich für Bürgerrechte, Zivilcourage und demokratische Kultur einsetzte“, so Gauck. „Hildegard Hamm-Brücher besaß Anstand und Maß und war offenen Sinnes für andere und Andersdenkende. Mit ihrer aufrichtigen Liberalität bleibt sie auch für nachfolgende Generationen ein Vorbild.“ Hamm-Brücher war unter Bundeskanzler Helmut Schmidt Staatsministerin im Auswärtigen Amt und 1994 Kandidatin für das Bundespräsidentenamt. +++
Das könnte Sie auch interessieren
„After work ins Museum“: Neues Format im Vonderau Museum Fulda ab 20. Oktober
Reichinnek kritisiert Schröders Putin-Besuch als "rückgratlos"
„Selbstverteidigung beginnt mit Selbstvertrauen“: Lektion des Vogelsberger Jugendamtes gab Knaben we...
SPD-Kreisverband Fulda kritisiert Wahl eines AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten

and then
Hamm-Brücher hatte schon vor vielen Jahren kritisiert, dass die Politik weitgehend nur noch in Hinterzimmern stattfindet. Diese Entwicklung hat sich in den letzten Jahren noch verschlimmert. Man weiß inzwischen auch nicht mehr, welche Interessenvertreter sich in diesen Hinterzimmern befinden. Nach außen wird noch der Schein des Demokratischen bewahrt, in dem man das in den Hinterzimmern ausgeklügelte dann noch vom Bundestag „absegnen“ lässt. Die Mehrheiten sind ja bekannt, ein Risiko für die Hinterzimmer-Akteure gibt es nicht.