Ministerpräsident Boris Rhein und Forstminister Ingmar Jung haben die Zusammenarbeit mit den hessischen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern sowie deren Beitrag zum Umbau der Wälder in Hessen gewürdigt. Bei der Generalversammlung des Hessischen Waldbesitzerverbandes am Rande des Hessentages in Fulda betonte Rhein die Bedeutung der gemeinsamen Anstrengungen für einen zukunftsfähigen Wald. Der Umbau zu stabilen, vielfältigen und klimaangepassten Mischwäldern gehöre zu den großen Zukunftsaufgaben und könne nur gemeinsam mit den Waldeigentümern gelingen.
Der Ministerpräsident hob die Leistungen der privaten und kommunalen Waldbesitzer hervor, die ihre Wälder trotz erheblicher Belastungen weiterhin verantwortungsvoll bewirtschafteten. In den vergangenen Jahren hätten Dürre, Hitze, Stürme und Borkenkäfer vielerorts schwere Schäden verursacht und zahlreiche Eigentümer vor große finanzielle Herausforderungen gestellt. Viele investierten inzwischen in den Wiederaufbau klimastabiler Wälder, obwohl sich die Erträge dieser Maßnahmen oft erst in kommenden Generationen bemerkbar machten. Dieses Engagement verdiene Respekt und Anerkennung, sagte Rhein. Der Waldumbau sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der das Land Hessen die Waldbesitzer weiterhin unterstützen werde. In den vergangenen sechs Jahren seien Privat- und Kommunalwälder mit mehr als 100 Millionen Euro aus Mitteln von Land, Bund und Europäischer Union gefördert worden.
Forstminister Ingmar Jung verwies auf die vielfältige Bedeutung des Waldes für Klima, Umwelt und Gesellschaft. Wälder speicherten CO₂, schützten Böden und Trinkwasser, böten Lebensraum für Tiere und Pflanzen und dienten zugleich als Erholungsraum, Arbeitsplatz und Heimat für viele Menschen. Nach seinen Worten habe die Landesregierung in den vergangenen zwei Jahren wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Wälder getroffen. Dazu gehörten neue Waldentwicklungsziele, Anpassungen bei der forstlichen Förderung sowie die Novelle des Hessischen Waldgesetzes. Ziel sei ein fairer Ausgleich unterschiedlicher Interessen. Der bewirtschaftete Wald liefere den nachhaltigen Rohstoff Holz und verbinde wirtschaftliche Nutzung mit Natur- und Klimaschutz.
Rhein sprach sich zudem für praxistaugliche und eigentümerfreundliche Rahmenbedingungen aus. Zusätzliche bürokratische Belastungen für Waldbesitzer müssten vermieden werden. Mit Blick auf europäische Regelungen erklärte der Ministerpräsident, Hessen könne auf Vorgaben wie die Entwaldungsverordnung und die Wiederherstellungsverordnung verzichten. Statt weiterer Vorschriften setze die Landesregierung auf Kooperation und Freiwilligkeit. Auf diese Weise könne Akzeptanz vor Ort geschaffen und die Zukunft der Wälder gesichert werden.
Hessen gehört mit rund 898.000 Hektar Wald und einem Waldanteil von etwa 42 Prozent zu den waldreichsten Bundesländern Deutschlands. Rund 62 Prozent der Waldfläche befinden sich in kommunalem oder privatem Eigentum. Damit kommt den nichtstaatlichen Waldbesitzern eine zentrale Rolle beim Erhalt und beim Umbau der hessischen Wälder zu. Der Hessische Waldbesitzerverband vertritt die Interessen von mehr als 60.000 nichtstaatlichen Waldbesitzern im Land. Präsident des Verbandes ist Carl Anton Fürst zu Waldeck und Pyrmont. Der Verband hat seinen Sitz in Friedrichsdorf. +++
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