Der Hessentag in Fulda ist für die Bürgerstiftung „antonius : gemeinsam Mensch“ zur Bühne für ein Anliegen geworden, das weit über die Region hinausreichen soll. Bei einem Empfang vor dem antonius LadenCafé nutzte die Stiftung am Dienstag, 16. Juni 2026, die Gelegenheit, mit zahlreichen Landtagsabgeordneten ins Gespräch zu kommen und ihr Konzept des sogenannten „Fuldaer Weges“ vorzustellen. Dahinter steht das Ziel, Menschen mit geistiger Beeinträchtigung ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und Teilhabe in allen Lebensbereichen zu stärken.
Wie dieser Weg aussehen kann, zeigt das Beispiel des 19-jährigen Samuel Altheide. Der junge Mann lebt mit einer Lernbeeinträchtigung, ist im vergangenen Winter in seine eigene Wohnung gezogen und beginnt in diesem Sommer eine Ausbildung. Ein Lebensweg, der bundesweit eher die Ausnahme darstellt. Häufig wechseln Schülerinnen und Schüler nach dem Besuch einer Förderschule direkt in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung. In Fulda verfolgt antonius dagegen einen anderen Ansatz und setzt an vielen Stellen gleichzeitig an – von der Frühförderung über Bildung und Wohnen bis hin zu Freizeit und Beruf. Das Gesamtkonzept wird als „Fuldaer Weg“ bezeichnet und soll nach Vorstellung der Stiftung als Vorbild für Hessen und Deutschland dienen.
Der Empfang fand im Anschluss an die traditionellen öffentlichen Fraktionssitzungen des Hessentags statt. In entspannter Atmosphäre kamen Landtagsabgeordnete, Mitarbeitende, Führungskräfte, Freunde und Mandatsträger von antonius miteinander ins Gespräch. Unter den Gästen befanden sich Michael Wißler, Prof. Dr. Cornelius Roth, Julia Uth, Sebastian Emmert und Prof. Dr. Carsten Schütz sowie Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Netzwerk Perspektiva. Schwester Namita vertrat die Ordensschwestern „Dienerinnen der Armen“. Auch junge Menschen wie Samuel Altheide und Maya Peterson berichteten den Gästen von ihren persönlichen Lebenswegen.
Rainer Sippel, Vorstand der Bürgerstiftung „antonius : gemeinsam Mensch“, nutzte die Gelegenheit, um den Unterstützerinnen und Unterstützern aus Politik und Bürgerschaft für ihre Begleitung zu danken. Erst durch Förderer, Fürsprecherinnen und Wegbegleiter werde die Arbeit der Stiftung möglich, betonte er. Als Beispiel nannte Sippel ein zinsloses Darlehen des Hessischen Landtags, das das Projekt „gemeinsam er:wachsen“, die neue Bio-Gemüsegärtnerei in Haimbach, entscheidend vorangebracht habe.
Zu den Gästen zählten unter anderem die CDU-Fraktionsvorsitzende im Hessischen Landtag, Ines Claus, die Hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Diana Stolz, sowie die Landtagsabgeordneten Stefanie Klee, Tobias Utter, Sebastian Müller, Jennifer Gießler, Claudia Ravensburg, Sabine Bächle-Scholz und Marcus Bocklet von Bündnis 90/Die Grünen. Ebenfalls vor Ort waren die Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbands Hessen, Susanne Simmler, der Erste Beigeordnete des LWV, Alexander Heppe, sowie Katharina Henkel, Leiterin der Arbeitsagentur Bad Hersfeld – Fulda.
Auch Vertreter der St. Antonius-Stiftung nahmen an dem Empfang teil. Vorsitzender Dr. Wolfram Geiger, seine Stellvertreterin Lioba Wingenfeld und Vorstandsmitglied Alois Früchtl informierten über aktuelle Projekte der Stiftung. Dazu gehört unter anderem das Fuldaer Entenrennen am 20. Juni 2026, dessen Erlös der Bio-Gemüsegärtnerei „gemeinsam : erwachsen“ zugutekommen soll. Die Veranstaltung bot darüber hinaus vielen engagierten Persönlichkeiten aus Fulda Gelegenheit zum Austausch, darunter Bundestagsmitglied Michael Brand sowie Christiane und Alois Rhiel. +++
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