Hessens erster E-Bus in Fulda in Betrieb genommen

Wissenschaftliche Begleitung des E-Busses

Die Hochschule Fulda begleitet den Einsatz des E-Busses wissenschaftlich. Durch Vergleichsmessungen in dem elektrisch angetriebenen Fahrzeug sowie in den Dieselfahrzeugen im Linienverkehr will sie die logistische Einsatzfähigkeit, Ökologie und Wirtschaftlichkeit des E-Busses analysieren. So soll die Grundlage geschaffen werden für die mittel- und langfristige Umstellung des ÖPNV in der Innenstadt Fuldas auf alternative umweltfreundlichere Antriebstechnologien, bei gleichzeitiger Sicherstellung der räumlichen Mobilität. Das Projekt ist Teil des Regionalen Innovationszentrums Gesundheit und Lebensqualität Fulda (RIGL-Fulda), dem großen Transferprojekt der Hochschule im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Innovative Hochschule“. Begleitet wird es von der von Prof. Dr. Boris Zimmermann gegründeten Forschungsgruppe „Elektromobilität und Erneuerbare Energien (E²-Team), der Wissenschaftler aus den Fachbereichen Wirtschaft, Angewandte Informatik sowie Elektrotechnik und Informationstechnik angehören.

Forschungsprojekte

In zwei laufenden Forschungsprojekten unter der Projektleitung von Prof. Dr. Boris Zimmermann, Fachbereich Wirtschaft, haben die Wissenschaftler bereits Erkenntnisse zur Integration elektrisch getriebener Schwerlastfahrzeuge in hessische und deutschlandweite Logistiksysteme gewonnen. Das Forschungsprojekt EN-WIN („Elektromobile Nutzfahrzeuge wirtschaftlich und nachhaltig einsetzen“) verfolgt das Ziel, durch den wirtschaftlichen und ökologisch sinnvollen Einsatz von elektromobilen Nutzfahrzeugen (e-Nfz) einen Beitrag für die klima- und energiepolitischen Ziele im Sektor Verkehr zu leisten und geeignete Einsatzgebiete für e-Nfz aufzuzeigen. Da bislang kaum Erfahrungswerte für schwere elektromobile Nutzfahrzeuge existieren, soll durch Aufnahme und Analyse der täglichen Fahr- und Plandaten von Logistikdienstleistern erstmalig ein Soll-Ist-Abgleich für schwere Nfz ermöglicht werden. Hierzu werden über 18 Monate Feldversuche mit Lkw mit zulässigen Gesamtgewichten von 3,5t, 7,5t, 18t und 26t durchgeführt und ein 26t schweres e-Nfz neu entwickelt. Für die e-Nfz wird zudem eine praxistaugliche Methodik entwickelt, die es erlaubt, den täglichen Fahrzeugeinsatz so zu steuern, dass e-Nfz stets den Strecken und Touren zugeordnet werden, die aus ökologischen und/oder wirtschaftlichen Gesichtspunkten am sinnvollsten sind. Wissenschaftliche Partner sind das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund (Konsortialführer) und das Fachgebiet Fahrerverhaltensbeobachtung für energetische Optimierung und Unfallvermeidung der Technischen Universität Berlin (TUB-FVB). Darüber hinaus kooperiert das Projekt mit Florida-Eis Manufaktur GmbH und Ludwig Meyer GmbH & Co. KG. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Förderprogramm „Erneuerbar mobil“. Im Forschungsprojekt EMOLSE 2020 („Elektromobilität von schweren E-Lkws“) analysieren und erproben die Fuldaer Wissenschaftler die Wirtschaftlichkeit von elektrisch angetriebenen Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 18t unter Alltagsbedingungen in der urbanen Logistik. Hierbei arbeiten die beiden Fachbereiche Wirtschaft sowie Elektrotechnik und Informationstechnik interdisziplinär zusammen. Kooperationspartner sind die Speditionen Heidelmann Kühllogistik GmbH, Ludwig Meyer GmbH & Co. KG, Schenker Deutschland AG und Friedrich Zufall GmbH & Co. KG. Ziel ist es, einen reibungslosen Güterverkehr mit Maßnahmen zum Schutz unserer Umwelt zu verbinden. Das Projekt wird gefördert vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung im Förderprogramm „Strom bewegt – Elektromobilität in Hessen“.

Lehre

Im Fachbereich Wirtschaft ist das Thema nachhaltige Mobilität und Logistik in den Studiengängen Internationale Betriebswirtschaftslehre (B.A.), Supply Chain Management (M.A.) und insbesondere Logistikmanagement (B.A. dual) verankert. Durch die praxisnahe Vernetzung mit Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft wurden drei Projekte in diesen Bereichen initiiert und relevante Projektpartner gewonnen. Im Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik können sich Studierende verschiedener Studiengänge bereits seit Jahren vertieft mit dem Thema Erneuerbare Energien und Elektromobilität praxisnah auseinandersetzen. Ein entsprechendes Labor steht dafür zur Verfügung. Ab Wintersemester 2018/19 bietet die Hochschule Fulda nun den Bachelor-Studiengang „Erneuerbare Energien“ an. Hier gehört ein eigenes Modul Elektromobilität zum Fächerkanon. Eine Professur für „Erneuerbare Energie und Elektromobilität“ wurde zum Wintersemester 2018/19 neu besetzt.

Organisation

Die Hochschule Fulda hat ihren Fuhrpark konsequent auf Fahrzeuge mit reinem Elektro- und mit Hybridantrieb umgestellt. Die Ladeinfrastruktur auf dem Campus wird sukzessive ausgebaut.


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4 Kommentare

  1. Mich beschleicht so langsam der Verdacht, dass dieser Bus nur aus wahlkampftaktischen Gründen vorgestellt wurde, da der Bus noch immer nicht im regulären Einsatz ist. Nachfragen dazu werden nur schwammig beantwortet: „wir müssen erst unsere Fahrer auf den Bus schulen“. Was zum Kuckuck ist an einem Elektrobus so anders wie an einem normalen Bus? Das Lenkrad ist vorn, Blinker, Gaspedal wohl auch. Nur das Brummen vom Motor fehlt. Da kann es doch nicht so schwer sein, den Bus als erfahrener Busfahrer auch zu fahren. Oder?

    Und hier ein Wahlkampfaufruf: wählt die Grünen! Oder die CDU! Denn die haben Fulda diesen schönen neuen e-bus geschenkt. Wenn er denn irgendwann mal fährt.

    Ladestationen für´s Handy oder Wlan hat er übrigens leider immer noch nicht. Aber ist das wichtig?

    Und liebe Russlanddeutsche: schaltet mal Putin TV aus und erkundigt euch über die tolle hessische CDU. Die kann man nämlich auch wählen. Die AFD besser nicht! Denn das sind nur Schlädschwätzer!

  2. Einen wichtigen Punkt sollte man hier allerdings noch erwähnen: da die Rhönenergie u.a. ein Stromunternehmen ist und der Bus nun mal mit Strom fährt frage ich mich, wie denn der Stromverbrauch für diese Busse abgerechnet wird? Dieselsprit muss ja wie auch bei anderen Busunternehmen extra eingekauft werden. Strom hingegen? Was kostet der also für diesen Bus? Und ergibt sich daraus nicht ein finanzieller Vorteil gegenüber anderen Busunternehmen? Sicherlich sind das Fragen, die erst in der Zukunft eine Rolle spielen werden. Aber bei der Preisgestaltung für Fahrkarten des RMV sollte dieser Aspekt demnächst eine Rolle spielen, da die Betriebskosten dieses Gefährts wohl wesentlich niedriger liegen werden als bei konventionellen Bussen. Zumindest langfristig gesehen. Oder täusche ich mich da?

  3. @ Udo Schürer
    Da kann sich Fulda jetzt rühmen, in derselben Liga wie europäische Großstädte bezüglich E-Bussen mitzuspielen. Fulda is now a big town! ;-)

    Vernünftig finde ich, dass man diesen ersten Bus nun ausgiebig testen will bevor man weitere Busse dieser Art bestellt.

    Ich hoffe, der Rhönenergie bleibt wenigstens hier das Fiasko mit Billig-Bussen aus der Vergangenheit (Solaris) erspart. Doch wie ich den jetzigen Vorstand der Rhönenergie aus der Ferne einschätze wird das wohl mit genügend Augenmaß betrieben.

    Es ist wie immer eine Schande, dass deutsche Konzerne nach wie vor bei diesem wichtigen Thema hinterherhinken. Die Firma Sileo, die diesen tollen Bus herstellt, ist übrigens eine deutsch-türkische Firma. Daher bitte nicht meckern, wenn in dem Bus demnächst der Muezin zum Freitagsgebet ruft. Vorausgesetzt, der Bus ist dann nach Mekka ausgerichtet. ;-)))

    Übrigens: Essen im Bus ist ja eigentlich verboten. Wird man hier bei Döner jetzt eine Ausnahme machen oder den Bus gar mit einem mobilen Dönerstand ausstatten? Wer doch toll, oder? ;-))

    Sorry für die vielen Kalauer, aber das Ding ist hoffentlich richtig toll. Ich werd´s jedenfalls demnächst mal testen. Und zwar OHNE Döner! Ehrlich!

  4. Aufgemerkt! Hessen hat einen Elektrobus in betrieb genommen, wohlgemerkt eine Sonderanfertigung extra für Fulda, denn deutsche Auto- und Bushersteller sind fix wenn es um Innovationen geht! Übrigens der erste E-Bus wurde 1898 in Berlin in betrieb genommen, ich nehme an auch mit Pauken und Trompeten, Essen und Trinken. Auf der Suche nach einem E-Bus der in Serie gebaut wird währe man außer in Schweden, Polen und anderen Ländern vielleicht noch in China fündig geworden, denn dort werden E-Busse in anderen Stückzahlen hergestellt, allein in der 12 Millionenstadt Shenzhen fahren mehr als 16300 E-Busse. In Europa wurde die E-Busse von BYD unter anderem in Paris, Madrid, Barcelona, Salzburg, Amsterdam, Brüssel, Budapest, Warschau, und Belgrad erfolgreich getestet. E-Mobilität ist für Deutschland nun mal zu exotisch…

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