Hessens erster E-Bus in Fulda in Betrieb genommen

Martin Heun: „Den Weg weiter konsequent verfolgen!“

Der Elektrobus der RhönEnergie Bus GmbH Sileo S18

In Fulda ist heute Hessens erster Elektrobus in Betrieb genommen worden. Im Beisein von Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen), dem Bürgermeister der Stadt Fulda, Dag Wehner (CDU), sowie Vertreterinnen und Vertreter der Fuldaer Stadtverordnetenfraktionen stellte die RhönEnergie Fulda GmbH als kommunales Unternehmen Hessens ersten Elektrobus in Dienst, dieser heute Vormittag auf der Linie 6 vom Busbahnhof Stadtschloss mit Ehrengästen seine Jungfernfahrt zur Hochschule Fulda angetreten war.

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Im Zuge der Diesel-Debatte ist die Luftqualität der Innenstädte verstärkt in den Blickpunkt gerückt. Der ÖPNV soll nach dem Willen der Politik mittelfristig zunehmend elektrifiziert werden. Die RhönEnergie Fulda hat hier frühzeitig gehandelt. Unterstützt durch eine Förderung des hessischen Wirtschaftsministeriums gab die RhönEnergie Bus GmbH im letzten Sommer einen elektrischen Gelenkbus in Auftrag. Da solche Fahrzeuge noch nicht serienmäßig am Markt verfügbar sind, wurde der E-Bus für Fulda als Sonderanfertigung gebaut. Dass sich das Warten gelohnt hat, erlebten jetzt mehrere Dutzend geladene Gäste, die genau auf jener Strecke gemeinsam eine Jungfernfahrt unternahmen, die der Bus fortan bedienen soll: Die Linie 6 aus der Innenstadt zur Hochschule Fulda. Es ist die am stärksten frequentierte Route der Verkehrsbetriebe der RhönEnergie Fulda-Gruppe. „Als zukunftsgerichteter Energieversorger stehen wir dem Thema Elektromobilität sehr offen gegenüber – nicht nur, indem wir Lade-Infrastruktur aufbauen, sondern nun auch wegbereitend im ÖPNV.“, betonte Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Fulda GmbH heute in Fulda. „Als das Land Hessen 2017 die Möglichkeit einer Förderung anbot, haben wir das sofort als Chance erkannt. Denn ein E-Bus ist etwa doppelt so teuer wie ein herkömmlicher Dieselbus. Wir danken Staatsminister Al-Wazir als Vertreter der Landesregierung für die Unterstützung. Es freut uns, dass er bei der heutigen Jungfernfahrt persönlich dabei ist.“

Antrieb ohne Emissionen – ein Beitrag zur Luftreinhaltung

Fahrzeugdaten Sileo S18:
Anbetriebsbatterie 450kWh Lithium-Eisenphosphat – Spezifischer Energieverbrauch 1,1- bis 1,3 kWh/km  – Ladezeit 4- bis 10 Stunden (abhängig von der Batteriekapazität und Ladeleistung Ladeleistung Bis 80 kW (Standardladetechnik)  – Eingangsspannung 400 VAC – Elektrische Reichweite Bis zu 400 km – Höchstgeschwindigkeit 80 km/h  – Maximale Leistung 120 kW je Antriebsmotor/480 kW gesamt (auf 340 kW/ 462 PS limitiert)  – Maximum Drehmoment 21.000 Nm Batteriespannung 500- bis 700 V  – Betriebsbremssystem WABCO EBS3, regenerative Bremsen
„Die Energiewende beim Strom läuft, nun müssen wir auch die Verkehrswende anpacken.“, sagte Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Montag in Fulda. „Hessen hat den Anspruch, Vorreiter auf dem Weg in die gleichzeitig klimagerechte und leistungsfähige Mobilität der Zukunft zu sein. Unter anderem haben wir als erstes Bundesland ein Förderprogramm für Elektrobusse aufgelegt, für das wir jährlich 5 Mio. Euro bereitstellen. E-Busse sind gut für die Luftqualität und – wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt – auch gut fürs Klima.“ Der Minister dankte der RhönEnergie Fulda für ihr Engagement. „Wir brauchen solche Projekte. Ich bin sicher, dass andere Kommunen sehr aufmerksam beobachten werden, wie sich das Fahrzeug im Alltagseinsatz bewährt.“ Das Land beteiligt sich mit 228.000 Euro an den Anschaffungskosten. Dass die Teilnehmer der Jungfernfahrt mit einem Fahrzeug unterwegs sein würden, welches man in jeder Hinsicht als „state of the art“ bezeichnen kann, erläuterte vor der Abfahrt Thomas Lang, Geschäftsführer der RhönEnergie Verkehrsbetriebe. Das mit Antriebsbatterien aus Lithium-Eisenphosphat-Zellen ausgestattete Fahrzeug hat einen hohen elektrischen Wirkungsgrad, verfügt über 110 Plätze (davon 44 Sitzplätze) und kommt auf eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern – mehr als genug für innerstädtische Kurzstrecken. Der „vollbatterieelektrische“ Bus des Herstellers Sileo (Salzgitter) fährt mit 100 Prozent Ökostrom. In knapp zehn Minuten wurden die Gäste nahezu geräuschlos vom Busbahnhof Stadtschloss zur Hochschule befördert – zur Feier des Tages direkt bis zum modernen Ensemble Bibliothek/Mensa/Student Service Center, das mit einem Architekturpreis ausgezeichnet worden ist. Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar: „Der E-Bus ist für die Hochschule Fulda in mehrfacher Hinsicht ein großer Gewinn.“

Auf dem Campus der Hochschule Fulda angekommen, begrüßte Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar als Hausherr die Gäste. Er hob hervor, dass die Hochschule Fulda die Elektromobilität bereits in unterschiedlicher Weise in Forschung und Lehre zum Thema gemacht habe: „Für die Hochschule ist der neue E-Bus in mehrfacher Hinsicht ein großer Gewinn: Er verbessert die unmittelbare Verbindung zwischen Stadtmitte und Campus. Darüber hinaus setzt er ein Zeichen für innovative und umweltfreundliche Mobilitätskonzepte. Schließlich begleitet die Hochschule das Projekt E-Bus der RhönEnergie Fulda über ein Forschungsprojekt und nutzt die gewonnenen Erkenntnisse in der Lehre.“ Als Vertreter der späteren Hauptnutzer des umweltschonenden Busses nahmen auch einige Studierende am zweiten Teil der Veranstaltung in den Räumlichkeiten des Student Service Centers der Hochschule Fulda teil. Viele bestaunten das futuristisch gestylte Fahrzeug vor dem Gebäude. An der Hochschule Fulda studieren derzeit rund 9.000 Studierende in einem der über 60 Studiengänge. „Als großen Tag für die Stadt“ bezeichnete auch ihr Bürgermeister, Dag Wehner, das Pilotprojekt zur Elektrifizierung des ÖPNV in der Stadtregion: „Dass der hessenweit erste E-Bus in Fulda eingesetzt wird, freut uns sehr. Wir danken der RhönEnergie Fulda für ihre Initiative und dem Wirtschaftsministerium für die Förderung. Aus unserer Sicht passt es sehr gut, dass die RhönEnergie Fulda mit diesem Bus zwischen dem Stadtschloss und der Hochschule verkehrt. Denn sowohl die Stadt als auch unser Energieversorger und unsere Hochschule sind innovationsfreudig und entwickeln sich dynamisch. Die Stadt als Ganzes profitiert davon. Ein stimmiges Konzept und ein denkwürdiger Tag.“ +++ Weitere Hintergrundinformation

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4 Kommentare

  1. Mich beschleicht so langsam der Verdacht, dass dieser Bus nur aus wahlkampftaktischen Gründen vorgestellt wurde, da der Bus noch immer nicht im regulären Einsatz ist. Nachfragen dazu werden nur schwammig beantwortet: “wir müssen erst unsere Fahrer auf den Bus schulen”. Was zum Kuckuck ist an einem Elektrobus so anders wie an einem normalen Bus? Das Lenkrad ist vorn, Blinker, Gaspedal wohl auch. Nur das Brummen vom Motor fehlt. Da kann es doch nicht so schwer sein, den Bus als erfahrener Busfahrer auch zu fahren. Oder?

    Und hier ein Wahlkampfaufruf: wählt die Grünen! Oder die CDU! Denn die haben Fulda diesen schönen neuen e-bus geschenkt. Wenn er denn irgendwann mal fährt.

    Ladestationen für´s Handy oder Wlan hat er übrigens leider immer noch nicht. Aber ist das wichtig?

    Und liebe Russlanddeutsche: schaltet mal Putin TV aus und erkundigt euch über die tolle hessische CDU. Die kann man nämlich auch wählen. Die AFD besser nicht! Denn das sind nur Schlädschwätzer!

  2. Einen wichtigen Punkt sollte man hier allerdings noch erwähnen: da die Rhönenergie u.a. ein Stromunternehmen ist und der Bus nun mal mit Strom fährt frage ich mich, wie denn der Stromverbrauch für diese Busse abgerechnet wird? Dieselsprit muss ja wie auch bei anderen Busunternehmen extra eingekauft werden. Strom hingegen? Was kostet der also für diesen Bus? Und ergibt sich daraus nicht ein finanzieller Vorteil gegenüber anderen Busunternehmen? Sicherlich sind das Fragen, die erst in der Zukunft eine Rolle spielen werden. Aber bei der Preisgestaltung für Fahrkarten des RMV sollte dieser Aspekt demnächst eine Rolle spielen, da die Betriebskosten dieses Gefährts wohl wesentlich niedriger liegen werden als bei konventionellen Bussen. Zumindest langfristig gesehen. Oder täusche ich mich da?

  3. Aufgemerkt! Hessen hat einen Elektrobus in betrieb genommen, wohlgemerkt eine Sonderanfertigung extra für Fulda, denn deutsche Auto- und Bushersteller sind fix wenn es um Innovationen geht! Übrigens der erste E-Bus wurde 1898 in Berlin in betrieb genommen, ich nehme an auch mit Pauken und Trompeten, Essen und Trinken. Auf der Suche nach einem E-Bus der in Serie gebaut wird währe man außer in Schweden, Polen und anderen Ländern vielleicht noch in China fündig geworden, denn dort werden E-Busse in anderen Stückzahlen hergestellt, allein in der 12 Millionenstadt Shenzhen fahren mehr als 16300 E-Busse. In Europa wurde die E-Busse von BYD unter anderem in Paris, Madrid, Barcelona, Salzburg, Amsterdam, Brüssel, Budapest, Warschau, und Belgrad erfolgreich getestet. E-Mobilität ist für Deutschland nun mal zu exotisch…

    • @ Udo Schürer
      Da kann sich Fulda jetzt rühmen, in derselben Liga wie europäische Großstädte bezüglich E-Bussen mitzuspielen. Fulda is now a big town! 😉

      Vernünftig finde ich, dass man diesen ersten Bus nun ausgiebig testen will bevor man weitere Busse dieser Art bestellt.

      Ich hoffe, der Rhönenergie bleibt wenigstens hier das Fiasko mit Billig-Bussen aus der Vergangenheit (Solaris) erspart. Doch wie ich den jetzigen Vorstand der Rhönenergie aus der Ferne einschätze wird das wohl mit genügend Augenmaß betrieben.

      Es ist wie immer eine Schande, dass deutsche Konzerne nach wie vor bei diesem wichtigen Thema hinterherhinken. Die Firma Sileo, die diesen tollen Bus herstellt, ist übrigens eine deutsch-türkische Firma. Daher bitte nicht meckern, wenn in dem Bus demnächst der Muezin zum Freitagsgebet ruft. Vorausgesetzt, der Bus ist dann nach Mekka ausgerichtet. ;-)))

      Übrigens: Essen im Bus ist ja eigentlich verboten. Wird man hier bei Döner jetzt eine Ausnahme machen oder den Bus gar mit einem mobilen Dönerstand ausstatten? Wer doch toll, oder? ;-))

      Sorry für die vielen Kalauer, aber das Ding ist hoffentlich richtig toll. Ich werd´s jedenfalls demnächst mal testen. Und zwar OHNE Döner! Ehrlich!

Demokratie braucht Teilhabe