Hessen stellt Warn-App hessenWARN ein: Ab 2027 übernimmt NINA die Gefahrenwarnungen

Warnapp1
Die App „HessenWARN“.

Das Land Hessen wird seine Warn-App hessenWARN Anfang 2027 einstellen. Künftig sollen Gefahren- und Katastrophenwarnungen über die bundesweite Warn-App NINA des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe verbreitet werden. Die Entscheidung wurde nach einer Neubewertung des Nutzens der landeseigenen Anwendung sowie unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen.

hessenWARN war 2019 eingeführt worden und ging aus der bereits seit 2017 genutzten App KATWARN hervor. Die Anwendung informiert die Bevölkerung über Gefahren- und Extremsituationen wie Unwetter, Brände oder Bombenfunde. Darüber hinaus werden Produktrückrufe, Vermisstenfälle, Hinweise auf kriminelle Aktivitäten und Schulausfälle veröffentlicht. Auch die hessische Polizei nutzt die App, um über Einsätze zu informieren, um Mithilfe bei der Suche nach vermissten Personen zu bitten oder vor aktuellen Betrugsmaschen zu warnen.

Bei ihrer Einführung schloss hessenWARN eine Lücke, da die Bundeswarn-App NINA damals vor allem für den Zivilschutz konzipiert war und nur eingeschränkte Funktionen für die lokale Gefahrenabwehr bot. In den vergangenen Jahren hat der Bund den Funktionsumfang von NINA jedoch schrittweise erweitert und an die Möglichkeiten von hessenWARN angepasst.

Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung einer Einschätzung des Hessischen Rechnungshofs entschied das Land, die App zum vertraglich frühestmöglichen Zeitpunkt zum Jahresende auslaufen zu lassen. Ab Anfang 2027 übernimmt NINA die Warnfunktion für Hessen.

Innenminister Roman Poseck betonte die Bedeutung einer schnellen und verlässlichen Warnung der Bevölkerung angesichts aktueller Sicherheitslagen, möglicher Stromausfälle, Extremwetterereignisse und anderer Gefahrensituationen. Hessen habe mit hessenWARN früh Pionierarbeit in der digitalen Sicherheitskommunikation geleistet. Gemeinsam mit Sirenen sei die App ein wichtiger Bestandteil des kommunalen Warnsystems gewesen.

Nach Angaben des Innenministeriums bietet die Bundeswarn-App NINA inzwischen vergleichbare Funktionen. Sie informiert unter anderem über Großbrände, Gefahrstoffaustritte, Wetterwarnungen und Hochwasserlagen. Durch den Wechsel sollen Doppelstrukturen vermieden werden. Gleichzeitig erwartet das Land Einsparungen von rund 60.000 Euro pro Jahr.

Nach Einschätzung der Landesregierung entstehen den Bürgerinnen und Bürgern durch die Umstellung keine Nachteile. Auch künftig sollen die Menschen in Hessen über die Warn-App NINA zuverlässig und umfassend über Gefahren- und Extremsituationen informiert werden. +++


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