Wiesbaden. Die schwarz-grüne Landesregierung in Hessen will eine Initiative für einen staatlich organisierten Rentenfonds starten. So will man einer drohenden Altersarmut in Deutschland vorbeugen. Unter dem Namen „Deutschland-Rente“ soll ein einfaches und kostengünstiges Vorsorgeprodukt eingeführt werden, schreibt der „Spiegel“. Die Deutsche Rentenversicherung könne das ohne eigenes Gewinninteresse verwalten.
Die hessischen Minister Thomas Schäfer (Finanzen), Tarek Al-Wazir (Wirtschaft) und Stefan Grüttner (Soziales) reagieren mit ihrem Vorschlag auf die, wie sie sagen, „berechtigte öffentliche Kritik an den zum Teil völlig überteuerten Riester-Produkten“. Die derzeitigen Modelle der privaten und betrieblichen Altersvorsorge seien offenbar zu wenig attraktiv und würden zu wenig genutzt, um die beschlossenen Kürzungen der gesetzlichen Rente ausgleichen zu können, heißt es in dem gemeinsamen Konzept der CDU- und Grünen-Minister. Bei einem zentralen Rentenfonds könnten Arbeitnehmer und Betriebe darauf vertrauen, dass ihre Beiträge transparent und ohne hohe Verwaltungskosten investiert würden.
Für alle Arbeitnehmer, die einer Teilnahme an dem Fonds nicht aktiv widersprächen, sollten Arbeitgeber die Einzahlungen künftig ähnlich wie die regulären Rentenbeiträge an die Deutsche Rentenversicherung überweisen. Diese wäre dann für die Anlage des Kapitals verantwortlich. Erfahrungen mit großen Staatsfonds etwa in Norwegen zeigten, dass mit einem breiten Anlageportfolio und einem nennenswerten Aktienanteil langfristig Durchschnittsrenditen von über fünf Prozent erwirtschaftet werden könnten. +++ fuldainfo
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Zuerst einmal müsste alles getan werden, um die durch rot-grün verursachte Senkung des Rentenniveaus zu nivellieren. Dazu fehlt aber den Politikern wohl doch der Mut. Aber immerhin: Nach über zehn Jahren scheinen es einzelne Politiker kapiert zu haben, dass die Riester-Rente die größte politische Fehlentscheidung dieses Jahrhunderts war. Schon damals war absehbar, dass dieses Modell zu teuer und dazu noch völlig abhängig vom Finanzmarkt sein wird. Die Riester-Rente ist völlig gescheitert und gehört rück-abgewickelt. Trotzdem alle Achtung an Schwarz-Grün in Hessen. Endlich sieht man ein, dass die günstigste Verwaltung von Zusatzbeiträgen nur von der gesetzlichen Rentenversicherung gewährleistet ist. Das hätte man aber schon vor zehn Jahren so haben können. Damals hatte sich jedoch die SPD von den Lobbyisten der privaten Versicherungswirtschaft total einlullen lassen. Noch ist es nicht zu spät, um umzusteuern. Die hessische Koalition ist hier auf einem guten Weg!