Fulda. Vor wenigen Stunden ist mit der gemeinsamen Schlussvesper im osthessischen Fulda im gleichnamigen Landkreis die traditionelle Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz 2017 zu Ende gegangen. In der Pressekonferenz zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in der Theologischen Fakultät heute Mittag ließ der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, im Beisein von dem Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Dr. Hans Langendörfer SJ, die Themen, diesen sich die Bischöfe in diesem Jahr in Fulda gewidmet haben, Revue passieren.
Festakt anlässlich der 150. Wiederkehr der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda
Anlässlich der 150. Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda in diesem Jahr fand im Nachgang an die Pressekonferenz zum Abschluss der Hebst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in der Theologischen Fakultät im Fürstensaal des Fuldaer Stadtschlosses ein Empfang statt.
Der Oberbürgermeister der Stadt Fulda, Dr. Heiko Wingenfeld, ging in seinem Grußwort auf die gemeinsame Verbindung von der Deutschen Bischofskonferenz und der Stadt Fulda ein: Das Wirken des heiligen Bonifatius. „Für uns, als Stadt, hat das Wirken des heiligen Bonifatius bis heute eine große Bedeutung. Neben dem Bekenntnis zu unserer christlichen Prägung, wird dies zum Beispiel daran deutlich, dass wir uns seit den 70er Jahren als möglicherweise einziges Rathaus in Deutschland ausschließlich mit einer europäischen Fahne aus dem Schlossturm zu Europa bekennen. Wir stehen mit diesem Symbol auch dazu, dass Bonifatius, als ein früherer Europäer gesehen werden kann, dem wir maßgeblich die gemeinsame christliche und kulturelle Prägung unseres Kontinents verdanken.“
Zur Bedeutung der Bischofskonferenz auf die Stadt Fulda sagte Wingenfeld, dass dies auch „ein Stück Kontinuität und Orientierung in Zeiten immer schnelleren Wandelns“ bedeute, dieser Wandel, sich auch in Fulda zeige. Weiter ging der Oberbürgermeister in seinem Grußwort auf die Herausforderungen unserer Zeit für Kirche und Gesellschaft ein. In diesem Zusammenhang bat und ermutigte Wingenfeld die Geistlichen, diese Herausforderungen nicht etwa als Signal zum Rückzug aus der gesellschaftlichen Verantwortung zu deuten. In diesem Kontext sprach sich der Fuldaer Oberbürgermeister dafür aus, dass er der festen Überzeugung sei, dass kein Gesetzgeber und keine Verfassung allein – losgelöst von religiösen Werten – eine wahrhaftige Orientierung bieten können. Hierin nach Wingenfeld vor allem sowie nach wie vor ein großer Auftrag und eine große Chance für die Kirche und die Bischofskonferenz liege.
Fuldas Bischof, Heinz Josef Algermissen, ging in seinem Grußwort auf die Historie der vergangenen Bischofskonferenzen und ihre Bedeutung auf Fulda ein und erwähnte in diesem Kontext, dass die erste Konferenz im Jahre 1848 nicht etwa in Fulda, sondern in Würzburg getagt hatte. „19 Jahre später, vom 16.- bis zum 21. Oktober 1867, trafen sich die Bischöfe am Grab des heiligen Bonifatius und bildeten die erste gesamtdeutsche Fuldaer Bischofskonferenz.“ Verbindliche rechtliche Normen für die Bischofskonferenz formulierte das Zweite Vatikanische Konzil im Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe Christus Dominus vom 28. Oktober 1965. Ab da an änderte sich auch der Name: Aus der Fuldaer Bischofskonferenz wurde die Deutsche Bischofskonferenz. „150 Jahre Deutsche Bischofskonferenz in Fulda, näherhin im Konventsgebäude der Abtei Fulda aus dem Jahr 1668, das dann 1802 zum Priesterseminar wurde, in dunkler Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg allerdings auch einige Jahre im Saal des Bischofshauses, haben eine besondere Beziehung der Konferenz zum Bistum und zur Stadt Fulda geschaffen. Ich darf wohl sagen, dass die Konferenz hier eigentlich zuhause ist.“ Abschließend wünschte Bischof Algermissen der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Segen des Heiligen Geistes einen profilierten Weg in die Zukunft.
Der Festvortrag hielt Prof. em. Dr. Hermann Josef Pottmeyer zum Thema: „Die Bischofskonferenz in der synodalen Kirche“. In seinem Festvortrag ging Prof. em. Dr. Pottmeyer auf die Mannigfaltigkeit der synodalen Kirche und korrelierend damit, ihrem Lehrauftrag, ihrer Verantwortung und ihrem Verständnis unter dem Aspekt ihrer hermeneutischen Fragestellungen im Wandel ihrer selbst, ein.
Kardinal Reinhard Marx: „Bischofskonferenz hat Aufgabe für die ganze Welt.“
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ging in seinem Grußwort im Kontext des Festaktes auf die Bedeutung der Bischofskonferenz ein, diese sich eben auch „als eine Aufgabe verstehe und nicht bloß als Zustand“. „Es geschieht in ihr viel Menschliches und es geschieht das, was eben auch zusammenkommt, was man Gemeinschaft nennt. Ihr Instrument hat eine vielschichtige Bedeutung. Hier in Fulda fühlen wir uns zuhause. Fulda, das natürlich wunderschön ist, ist für uns mit der Bischofskonferenz ein Stück Heimat geworden. Das Eigentliche aber, warum wir hier sind, ist das Grab des heiligen Bonifatius. So wird die Bischofskonferenz weitergehen. Wir werden weiter diskutieren und so auch weiter die Bereitschaft haben, zuzuhören, uns aber auch zu öffnen, doch dies kann nur dann auch geschehen, wenn wir uns verbinden, vernetzen und den Mut haben, uns auszutauschen. Die Bischofskonferenz ist ein großer geistlicher Akt, ein wichtiger, geistlicher Punkt. Bei alldem geht es doch im Grunde um die Verantwortung für die Gesamtkirche. Und somit versteht sich die Bischofskonferenz auch als eine Aufgabe für die Zukunft und damit eine Aufgabe für die ganze Welt.“ Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von Andreas Feldmann an der Violine und Nikolaus Resa am Flügel. +++ jessica auth

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