hausplus 2026 in Fulda: Marktplatz der Möglichkeiten – und ein Publikumsmagnet mit wachsender Anziehungskraft

Hausmesse

Mit einem spürbaren Mix aus Zuversicht, Pragmatismus und leiser Erleichterung ist am Freitag die Baumesse „hausplus“ auf dem Gelände der Fulda-Galerie eröffnet worden. Drei Tage lang – vom 20. bis 22. März – wird die Messe erneut zum Treffpunkt für Bauherren, Sanierer, Handwerker und all jene, die sich mit dem Thema Wohnen beschäftigen. Rund 100 Aussteller sind vertreten, verteilt auf etwa 3000 Quadratmeter Fläche. Es ist die dritte Auflage – und sie wächst weiter.

Schon in den Eröffnungsworten wurde deutlich, dass diese Messe mehr ist als eine Aneinanderreihung von Ständen. Sie ist ein Seismograf für eine Branche, die sich nach schwierigen Jahren neu sortiert. Die Baukonjunktur zeigt erste Zeichen der Erholung, und Veranstaltungen wie die hausplus gelten als wichtige Impulsgeber. Als Medienpartner begleitet die Fuldaer Zeitung die Messe seit Beginn – eine Kooperation, die auf gemeinsamen Interessen basiert: Sichtbarkeit schaffen, Vertrauen stärken, Orientierung geben.

Veranstalter Stephan Drescher beschreibt die Rolle der Messe nüchtern – und gerade deshalb treffend: ein Marktplatz. Nicht verantwortlich für Baugebiete, nicht für Investitionsentscheidungen, nicht für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Aber ein Ort, an dem all das zusammenkommt, was bereits vorhanden ist. Angebot und Nachfrage, Wissen und Erfahrung, Fragen und Antworten. Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt nicht zuletzt die Entwicklung der vergangenen drei Jahre.

Ein zentraler Baustein dieser Entwicklung ist das Vortragsprogramm – und es entwickelt sich immer mehr zum eigentlichen Herzstück der Messe. Insgesamt 34 Termine stehen auf dem Plan, im dichten Takt von jeweils 30 Minuten. Wer sich orientieren will, muss sich entscheiden. Oder wiederkommen. Genau das passiert offenbar immer häufiger.

„Die Vorträge sind ein großer Magnet“, sagt Drescher. Viele Besucher kämen gezielt wegen bestimmter Themen und planten ihren Messebesuch im Voraus. Manche Termine seien so stark nachgefragt, dass selbst Stehplätze knapp würden. Die Konsequenz daraus ist fast logisch: ein Zwei-Tages-Ticket, das den mehrfachen Besuch attraktiver macht. Denn wer sich ernsthaft mit Bauen oder Sanieren beschäftigt, merkt schnell, dass ein Tag kaum ausreicht.

Inhaltlich reicht das Spektrum der Vorträge von Fördermitteln über Heizsysteme bis hin zu Fragen der Sicherheit, Finanzierung oder Gestaltung. Experten aus unterschiedlichsten Bereichen – von Energieversorgern über Banken bis hin zu Handwerksbetrieben und Polizei – geben Einblicke, erklären Zusammenhänge und beantworten Fragen. Und das ohne zusätzliche Kosten: Der Zugang ist im Eintrittspreis enthalten.

Ein Thema, das viele Besucher umtreibt, ist die Sanierung bestehender Gebäude. Wo anfangen, was zuerst angehen – Fenster, Dach oder Heizung? Energieberater Frank Fleck von der RhönEnergie Fulda plädiert für Struktur statt Bauchgefühl. Ein Sanierungsfahrplan, basierend auf einer detaillierten Energieberatung und einem 3D-Modell des Gebäudes, könne helfen, die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge zu planen. Dabei geht es nicht nur um technische Details, sondern auch um Fördermöglichkeiten und langfristige Effekte auf Wohnqualität und Energieverbrauch.

Eng damit verknüpft ist die Frage nach der richtigen Heizung. Der Trend zur Wärmepumpe ist unübersehbar, doch noch immer kursieren Zweifel. Simon Scholz von Rhön Kälte widerspricht pauschalen Aussagen: Grundsätzlich lasse sich eine Wärmepumpe in jedem Gebäude einsetzen. Ob Anpassungen nötig sind, müsse individuell geprüft werden. Genau hier zeigt sich ein weiterer Kern der Messe: die persönliche Beratung. Keine Standardlösung, sondern konkrete Einschätzung vor Ort.

Auch das Thema Photovoltaik ist präsent – und hat sich längst weiterentwickelt. Es geht nicht mehr nur darum, Strom zu erzeugen, sondern ihn möglichst effizient selbst zu nutzen. Christian Hey und Johannes Schramm von Schramm Solar sprechen über Speicherlösungen, steuerbare Verbraucher und intelligente Steuerungssysteme. Der Eigenverbrauch wird zur entscheidenden Größe, ebenso wie die wirtschaftliche Rentabilität unter den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Daneben finden sich auch Themen, die auf den ersten Blick kleiner wirken, aber im Alltag große Bedeutung haben. Etwa die Gestaltung von Außenbereichen. Lamellendächer aus Aluminium, vorgestellt von einem Fuldaer Anbieter, sind ein Beispiel dafür, wie Technik und Komfort zusammenkommen. Schutz vor Sonne und Regen, flexible Nutzung, langlebige Materialien – und die Möglichkeit, den eigenen Garten ganzjährig zu nutzen. Auch hier zeigt sich: Bauen und Wohnen ist längst mehr als nur Funktionalität.

In den Reden zur Eröffnung wurde immer wieder auf die Bedeutung des Handwerks hingewiesen. Mit tausenden Betrieben, zehntausenden Beschäftigten und einer großen Zahl an Auszubildenden ist es ein zentraler Wirtschaftsfaktor der Region. Gleichzeitig wächst die gesellschaftliche Wertschätzung – nicht zuletzt, weil die Herausforderungen komplexer geworden sind. Klimaschutz, Energieeffizienz, Digitalisierung: Ohne Fachwissen geht es nicht mehr.

Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld brachte es bei der Eröffnung auf den Punkt, ohne große Worte zu verlieren: Die Zeiten sind unsicher, die Nachrichtenlage oft unerquicklich. Und doch gebe es Grund zur Zuversicht. Gerade weil persönliche Gespräche wieder an Bedeutung gewinnen. Gerade weil regionale Netzwerke funktionieren. Und gerade, weil Veranstaltungen wie die hausplus zeigen, dass Engagement und Zusammenarbeit weiterhin tragen.

So steht am Ende dieses ersten Messetages weniger ein großes Fazit als vielmehr ein Eindruck: Die Unsicherheit ist noch da, keine Frage; aber sie ist nicht mehr allein bestimmend. Dazwischen hat sich etwas geschoben – vorsichtig, aber deutlich spürbar. Vielleicht ist es genau das, was diese Messe ausmacht. +++


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