Hausärzte MKK nutzt Telemedizin als erste Praxis im Main-Kinzig-Kreis

Wenn der Arzt sich live zuschalten kann

Sandra Hohoff-Wintgen von Hausärzte MKK besucht eine Patientin zuhause. Mittels Telemedizin kann sich der Arzt aus der Praxis live zuschalten, wenn es Auffälligkeiten geben sollte. Foto: b&r

Das ist eine große Hilfe gerade für diejenigen Patienten, die nicht mehr mobil sind: Die überörtliche Gemeinschaftspraxis Hausärzte MKK mit Standorten in Bad Soden-Salmünster, Langenselbold, Schlüchtern und Schöneck nutzt seit Kurzem die hochmoderne Technik der Telemedizin. Hausärzte MKK ist damit im gesamten Kreis Pilotpraxis – mit Unterstützung des Main-Kinzig-Kreises. „Das ist gerade für die Patienten eine enorm große Hilfe, die nicht mehr in unsere Praxis kommen können“, sagt Dr. Ingo Roth von Hausärzte MKK zum Pilotprojekt Telemedizin. Auch für akute Fälle sei die neue Technik natürlich sehr hilfreich.

Konkret funktioniert die Telemedizin so: Eine medizinische Fachangestellte fährt zu den Patienten nach Hause und checkt sämtliche Daten durch: EKG, Lungenfunktion und mehr. Ist alles in Ordnung, dann geht es weiter zum nächsten Hausbesuch. Sollte etwas auffällig sein, dann kann sich der Arzt ganz einfach aus seiner Praxis zuschalten und live Einblicke in alle gemessenen Daten bekommen. Er kann dann entscheiden, wie es weitergehen soll: Benötigt der Patient ein Medikament? Muss er vielleicht in die Notfallambulanz?

Die Hausärzte-MKK-Praxis in Bad Soden-Salmünster gehört zu den wenigen Praxen, die sich im Bereich Telemedizin gut aufgestellt haben. Die Testphase läuft seit zwei Monaten – und die Erfahrungen damit seien super, betont Sandra Hohoff-Wintgen. Sie arbeitet seit vier Jahren bei Hausärzte MKK und hat extra die Weiterbildung zur nichtärztlichen Praxisassistentin, kurz Näpa, gemacht. Diese berechtigt sie, zu den Patienten in der Region zu fahren und die Daten aufzuzeichnen. Das macht sie derzeit zwei- bis dreimal pro Woche. Sandra Hohoff-Wintgen sagt: „Erstens klappt es technisch einwandfrei. Das ist natürlich ganz wichtig. Und natürlich finden das die Patienten auch wirklich klasse.“

Und Dr. Ingo Roth betont: „Die Qualität der Hausbesuche erhöht sich dadurch enorm. Vor allem dann, wenn die Telemedizin gezielt und sinnvoll eingesetzt wird.“ Ausschließlich gehe das natürlich nicht. „In der Praxis können wir in der gleichen Zeit mehr Patienten behandeln, weil wir nicht fahren müssen.“ Und dennoch: Gerade bei dem akuten Ärztemangel im ländlichen Raum sei die Telemedizin eine tolle Erweiterung der Möglichkeiten und genau der richtige Schritt in die Zukunft, weil sich der Arzt problemlos live aus der Praxis zuschalten kann.

Bei der Anschaffung der erforderlichen Technik hat der Main-Kinzig-Kreis die überörtliche Gemeinschaftspraxis Hausärzte MKK unterstützt. Der Kreis fördert die Telemedizin nämlich schon seit vielen Jahren – zuerst in den Rettungswagen, jetzt in den Praxen – und will auch andere Hausärztinnen und Hausärzte dazu animieren, sich mit Laptop und Messgeräten ausstatten zu lassen. Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler erklärt: „Der Main-Kinzig-Kreis fördert innovative Projekte, insbesondere im Bereich der Telemedizin, zur Verbesserung der hausärztlichen Versorgung über das Programm ,Förderung der ärztlichen Versorgung‘. Gerade im ländlichen Raum bedarf es neuer Ideen und Angebote, damit die dort lebenden Menschen auch im Alter bestmöglichen Zugang zu ihrem Hausarzt oder ihrer Hausärztin erhalten.“

Dr. Ingo Roth betont abschließend: „Während manche Praxen die Hausbesuche drastisch reduzieren müssen, weil das Personal fehlt, können wir sogar ein wenig aufstocken. Ich halte viel von der Telemedizin und kann mir vorstellen, das auch auf unsere weiteren Standorte auszuweiten.“ +++ pm

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