Die Reform der Grundsteuer in Hessen wird für viele Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbetreibende teurer als ursprünglich angenommen. Wie eine aktuelle Umfrage des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Hessen zeigt, haben 55 Städte und Gemeinden im ersten Halbjahr 2025 ihre Hebesätze für die Grundsteuer B erhöht – zum Teil deutlich über die aufkommensneutrale Empfehlung des Landes hinaus.
Bereits zum 1. Januar hatten über 60 Prozent der hessischen Kommunen höhere Hebesätze beschlossen. Mit den aktuellen Nachbesserungen liegt nun bei zwei von drei Städten und Gemeinden der Hebesatz mindestens fünf Prozentpunkte über der empfohlenen Marke. Die durchschnittliche Empfehlung des Landes lag bei rund 434 Prozent. Der tatsächliche Durchschnittswert der neuen Hebesätze beträgt jedoch rund 499 Prozent – ein Plus von 65 Punkten.
„Zum Teil sind die Steigerungen erheblich“, sagt Jochen Kilp, Vorstand des BdSt Hessen. So übersteigen 34 Städte und Gemeinden die Landesempfehlung um 200 Punkte oder mehr. Besonders stark trifft es Reichelsheim im Odenwald (+447 Punkte), Erzhausen (+441) und Fränkisch-Crumbach (+397). Auch Mieterinnen und Mieter bleiben von der Entwicklung nicht verschont, da die Grundsteuer B über die Nebenkosten umgelegt wird.
In Heusenstamm wurde mit einem Hebesatz von 1.327 Prozent der landesweit höchste Wert beschlossen. Es folgen Königstein und Griesheim mit jeweils 1.290 Prozent. Am unteren Ende der Skala stehen ländlich geprägte Orte wie Wabern (160), Rasdorf und Beselich (je 167).
Die regionalen Unterschiede sind deutlich: Während Ballungsräume wie das Rhein-Main-Gebiet tendenziell stark steigende Hebesätze verzeichnen, profitieren einige ländliche Kommunen sogar von Entlastungen. Hintergrund ist die Neubewertung der Einheitswerte, die in städtischen Gebieten häufiger zu sinkenden Messbeträgen führt – was wiederum höhere Hebesätze nötig macht, um das Steueraufkommen stabil zu halten.
Immerhin acht Städte und Gemeinden haben sich entschieden, ihre Hebesätze unterhalb der Empfehlung anzusetzen. Die deutlichste Entlastung gibt es in Bad Homburg mit 122 Punkten unter dem Richtwert, gefolgt von Lautertal (–32) und Neuberg (–30).
Auch die Gewerbesteuer wurde vielerorts angehoben. 73 Kommunen haben ihre Sätze im Vergleich zum Vorjahr erhöht – eine Entwicklung, die laut BdSt vor allem der Haushaltskonsolidierung geschuldet sei.
Die höchsten durchschnittlichen Hebesätze verzeichnen derzeit der Landkreis Offenbach (898 Prozent), die kreisfreien Städte (889) und der Hochtaunuskreis (851). Am unteren Ende der Statistik stehen die nord- und osthessischen Landkreise Schwalm-Eder (307), Waldeck-Frankenberg (315) und Fulda (309).
Fazit: Die Grundsteuerreform sollte ursprünglich aufkommensneutral gestaltet sein – für viele Hessinnen und Hessen wird sie nun zur spürbaren Mehrbelastung. +++

Danke für den Hinweis….
Der Betrag hat sich einfach verdoppelt. Widerspruch zwecklos