Grüne kritisieren Regierungspläne zur Reform der Zeitarbeit

Andrea Nahles (SPD)
Andrea Nahles (SPD)

Berlin. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Brigitte Pothmer, hat die Pläne der Bundesregierung zur Regulierung der Zeitarbeit als weitgehend wirkungslos kritisiert. Der Plan von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), die Überlassungsdauer von Leiharbeitern auf 18 Monate zu begrenzen, "schadet mehr als er nützt", sagte Pothmer der "Saarbrücker Zeitung". "Er nützt nicht, weil nur jeder sechste Job in der Leiharbeit länger als ein Jahr hält. Die meisten Leiharbeiter werden also gar nicht geschützt", meinte die Grünen-Politikerin.

Er schade aber, sobald Unternehmen Auftragsspitzen von mehr als 18 Monaten bewältigen müssten. Unzufrieden zeigte sich Pothmer auch mit dem Vorhaben, Zeitarbeitern spätestens nach neun Monaten den gleichen Lohn wie Stammbeschäftigten zu garantieren. "Das ist alte FDP-Forderung, die die SPD lange bekämpft hat. Und zwar zu Recht. Denn die Hälfte der Leiharbeiter ist schon nach drei Monaten wieder draußen", gab Pothmer zu bedenken. Dieses Vorhaben sei nur "Scheinpolitik".

Wer wirklich den Missbrauch von Leiharbeit verhindern wolle, müsse die gleiche Bezahlung von Leiharbeitnehmern und Stammbelegschaft von Anfang an gewährleisten, erklärte die Grünen-Politikerin. +++ fuldainfo

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1 Kommentar

  1. Frau Nahles übernimmt Forderungen aus der FDP! Kurioser gehts nicht. In anderen europäischen Ländern erhalten die Leiharbeiter nicht nur den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit wie die Stammbeschäftigten; in manchen Ländern sogar noch etwas oben drauf als Entschädigung für die unglaubliche Flexibilität, die Leiharbeiter mitunter bei ständig wechselnden Einsatzorten haben müssen. So gehört das geregelt! Alles andere ist Unsinn und verschleppt nur noch die Folgen, die Rot-Grün seinerzeit mit der totalen Öffnung der Leiharbeit angerichtet haben. Also bitte nicht wundern über die schlechten Umfrageergebnisse für die SPD.

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