Grüne kritisieren „Chaos“ bei Air Berlin

Berlin. Mit scharfer Kritik hat die Vorsitzende des Verbraucherausschusses im Bundestag, Renate Künast (Grüne), auf die zahlreichen Flugausfälle der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin reagiert. „Bei den Verhandlungen mit Air Berlin herrscht Chaos und die Passagiere bleiben auf der Strecke“, sagte Künast dem „Handelsblatt“. Sie beklagte, dass Hunderte Flüge ersatzlos gestrichen würden und die Fluglinie offenbar weder Tickets erstatte noch eine Umbuchung gewährleiste. „Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen Steuergelder zur Überbrückung erhält und trotzdem die Verbraucherinnen und Verbraucher im Regen stehen lässt“, sagte die Grünen-Politikerin.

Die Bundesregierung wisse schon lange, dass Air Berlin rote Zahlen schreibe. „Da liegt der Verdacht nahe, dass die kurzfristige Hilfestellung zulasten der Steuerzahler nichts als ein Wahlkampfmanöver ist.“ Künast sprach von einem „Skandal“, der eine gesetzliche Lücke offenbare: „Kunden bleiben auf ihren Kosten für stornierte Flüge oder verlorenes Gepäck sitzen, wenn eine Fluglinie Pleite geht“, sagte sie. Deshalb brauche es eine gesetzliche Verpflichtung zur Insolvenz-Absicherung zugunsten der Kunden. „In Zeiten globaler Buchungsplattformen brauchen wir jetzt nicht nur eine Initiative für eine europäische Regelung, sondern auch für eine globale Verankerung zur Absicherung der finanziellen Rechte der Kunden“, forderte die Grünen-Politikerin.

Vereinigung Cockpit „überrascht“ über Krankmeldungen bei Air Berlin

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat jede Verantwortung zurückgewiesen. Man habe „überrascht zur Kenntnis genommen, dass am heutigen Tage durch eine Vielzahl von Krankmeldungen beim fliegenden Personal der Ausfall von zahlreichen Air-Berlin-Flügen eingetreten ist“, teilte die Pilotengewerkschaft mit. Zu keinem Zeitpunkt habe die VC dazu aufgerufen, sich krank zu melden. Man sei der Überzeugung, „dass Sozialplanverhandlungen über einen geregelten Übergang des Personals der einzige Weg ist, eine möglichst große Zahl von Arbeitsplätzen zu erhalten“. Die Gewerkschaft rief die von ihr vertretenen Cockpitmitarbeiter auf, ihren arbeitsvertraglichen Pflichten nachzukommen, „sofern kein akuter Grund für eine Krankmeldung besteht“. +++


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