Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fordert als Lehre aus der Coronakrise die Einrichtung einer Kommission für faire Löhne. "Systemrelevante Berufe von der Pflegekraft bis zur Verkäuferin werden viel zu schlecht bezahlt", sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Mit der Mindestlohnkommission habe die Politik schon einmal einen Weg gefunden, um Kriterien für Löhne jenseits von Tarifverträgen festzulegen. "Eine ähnliche Kommission sollten wir jetzt für faire Löhne in systemrelevanten Berufen einrichten, zu denen auch Pflegekräfte und Erzieherinnen und die gehören, die für unsere Versorgung mit Lebensmitteln zuständig sind", führte Göring-Eckardt aus. Dieser Kommission sollen nach Ansicht der Grünen-Fraktion Arbeitgeber, Gewerkschaften und Experten angehören. Sie müssten sich mit der Frage beschäftigen, "wie Berufsgruppen, die einen wirklich wichtigen Dienst für die Allgemeinheit leisten, finanziell mehr Anerkennung finden", forderte Göring-Eckardt. "Allen ist inzwischen doch klar, was für einen verdammt wichtigen Job diese Leute machen." +++
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1 Kommentar
Ein guter Vorschlag, denn es kann nicht sein, dass oftmals Schlipsträger in einem Dienstleistungsunternehmen oder Bandarbeiter bei einem Automobilhersteller ein erheblich höheres monatliches Entgelt erhalten, ich sage bewusst nicht generell verdienen. In den von ihr zitierten Berufsgruppen wird ja selbst bei Vollzeitbeschäftigung i.d.R. kein kompletter Entgeltpunkt in der Rentenversicherung pro Kalenderjahr erarbeitet mit der Folge, dass Altersarmut vorprogrammiert sein dürfte. Erstaunlich für mich ist allerdings auch die bisher fehlende gewerkschaftliche Unterstützung, aber bei einem geringen Beitragsaufkommen aufgrund der Verdiensthöhe und einem geringen Organisationsgrad der Beschäftigten - denn wer kann bei einem niedrigen monatlichen Entgelt auch noch Gewerkschaftsbeiträge verkraften - ist dieses Beschäftigtenklientel für Gewerkschaftsfunktionäre wahrscheinlich auch von untergeordnetem Interesse.
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Ein guter Vorschlag, denn es kann nicht sein, dass oftmals Schlipsträger in einem Dienstleistungsunternehmen oder Bandarbeiter bei einem Automobilhersteller ein erheblich höheres monatliches Entgelt erhalten, ich sage bewusst nicht generell verdienen. In den von ihr zitierten Berufsgruppen wird ja selbst bei Vollzeitbeschäftigung i.d.R. kein kompletter Entgeltpunkt in der Rentenversicherung pro Kalenderjahr erarbeitet mit der Folge, dass Altersarmut vorprogrammiert sein dürfte. Erstaunlich für mich ist allerdings auch die bisher fehlende gewerkschaftliche Unterstützung, aber bei einem geringen Beitragsaufkommen aufgrund der Verdiensthöhe und einem geringen Organisationsgrad der Beschäftigten - denn wer kann bei einem niedrigen monatlichen Entgelt auch noch Gewerkschaftsbeiträge verkraften - ist dieses Beschäftigtenklientel für Gewerkschaftsfunktionäre wahrscheinlich auch von untergeordnetem Interesse.