Protestaktion vor Galeria Kaufhof-Filiale in Fulda

Arbeitnehmer kämpfen um Erhalt des traditionsreichen Warenhauses

Bundesweit protestieren in diesen Tagen Arbeitnehmer gegen Filialschließungen des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof. Die Galeria Kaufhof-Filiale in Fulda zählt zu den über 60 von 172 Warenhäusern, die geschlossen werden sollen. Das gab das Unternehmen Mitte Juni dieses Jahres bekannt. Betroffen sind rund 60 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Heute versammelten sich die Betroffenen vor der Galeria Kaufhof-Filiale in der Fuldaer Rabanusstraße zu einer Protestaktion, um noch einmal ihre Wut und ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen. Unterstützt wurden sie dabei von ver.di-Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke und dem Betriebsratsvorsitzenden der betroffenen Galeria Kaufhof-Filiale, Michael Kretsch.

„Nehmt uns von der Liste und kämpft um diese Filiale“, sagte heute Betriebsratsvorsitzender Michael Kretsch, der unter anderem „Verhandlungen mit dem Vermieter“ forderte. Schon seit einiger Zeit läge ein Konzept vor, um in Fulda zwei Warenhäuser – Galeria Kaufhof- Filiale und die Karstadt-Filiale (Universitätsplatz) – fortführen zu können, zumal es sich bei der betroffenen Filiale, die geschlossen werden solle, um ein „Traditionskaufhaus mit einer über 80-jährigen Geschichte am Standort Rabanusstraße“ handele. Die Leidtragenden seien die Mitarbeiter, auf deren Schultern jahrelange Versäumnisse nun ausgetragen würden. Die Lage für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Galeria Kaufhof in Fulda sei prekär. Nicht abzusehen sei es, wann ihnen nun gekündigt werde, wie hoch Abfindungen oder mögliche Übernahmen aussehen. Für die Betroffenen nicht auszustehen, wie mit ihnen verfahren werde. Und dennoch gingen diese seit dem bekannt wurde, dass ihre Arbeitsstätte schließen soll, jeden Tag motiviert an die Arbeit. „Die Öffentlichkeit soll erfahren, wie mit ihnen umgegangen wird“, so Kretsch.

Dunkel gekleidet und Corona konform hielten die Betroffenen Schilder mit den Aufschriften „Wir fordern Verhandlungen mit unserem Vermieter“, „Aufgeben ist keine Option, Jede Filiale zählt!“ oder „Wir kämpfen für den Erhalt unserer Filiale!“ in die Höhe. „Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren“, motivierte ver.di-Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Middeke forderte den Haupteigentümer des Unternehmens Galeria Karstadt Kaufhof, René Benko, dazu auf, in das Unternehmen zu investieren. Genug Geld, so Middeke, habe er auf der Kante. Die Warenhäuser, so die Gewerkschaftssekretärin weiter, seien „Ankerpunkte für den innerstädtischen Handel“.

Bis Mitte Juli müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun eine Entscheidung treffen, darüber, ob sie die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH verlassen oder einen Vertrag bei einer Transfergesellschaft unterzeichnen. Wie am Freitag bekannt wurde, sollen die sechs Filialen mit insgesamt 750 Beschäftigten – in Chemnitz, Dortmund, Goslar, Leverkusen, Nürnberg und Potsdam -, über die es in der Vergangenheit hieß, dass diese auch geschlossen werden sollen, nun doch nicht schließen. Die Hoffnung, dass man in Fulda von einer Warenhausschließung absieht, stirbt zuletzt. +++ ja

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