Berlin. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht im französischen Präsidenten Emmanuel Macron einen „Visionär für Europa“, der „den Willen besitzt, wirkliche Reformen zu wagen und den Blick und langen Atem hat, die dafür notwendigen operativen Schritte zu tun“. Mit diesen Worten würdigt Gabriel den Präsidenten in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“, das Macron zum Gewinner und Hoffnungsträger des Jahres 2017 gekürt hat. Der im Mai gewählte Macron, so Gabriel in seiner Laudatio weiter, stehe zugleich für ein „soziales und ein marktwirtschaftliches Europa. Macron ist damit, wenn man so will, die europäische Kombination aus Ludwig Erhard und Karl Schiller.“ In seinem Beitrag übt Gabriel scharfe Kritik an der Europapolitik der Bundesregierung, der er selbst angehört: Macron sei ein Glücksfall für die Deutschen. „Gerade jetzt darf es nicht sein, dass eine deutsche Bundesregierung ihre Europapolitik nur nach dem Taschenrechner ausrichtet. Nach dem Motto: Ideen erst mal auf die Kosten durchprüfen.“ Frankreich und Macron haben laut Gabriel „eine Antwort verdient, die über das müde Lächeln hinausgeht, das seinen Vorschlägen zurzeit in Berlin entgegengebracht wird“. +++
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