Fuldas Jugendorganisationen beziehen Stellung zu Querdenken-Protesten

„Überlegenheitsdenken der Querdenkerinnen und Querdenker als Pipeline nach rechts“

Schon seit Monaten versammeln sich in Fulda samstags und montags hunderte Menschen, um gegen die Corona-Maßnahmen und Schutzimpfungen zu demonstrieren – teilweise zu angemeldeten Demos, häufig aber auch ohne Anmeldung und Einhaltung von Auflagen. Dabei geht es auch nicht, wie selbst behauptet wird, um „Frieden und Freiheit“, vielmehr dienen diese Demonstrationen als Pipeline nach rechts, indem beispielsweise rechte Parteien wie die NPD, die AfD oder der III. Weg sie als Bühne für ihr faschistisches und menschenverachtendes Weltbild nutzen.

Als Jugendorganisationen widersprechen wir klar den menschenfeindlichen Forderungen der Querdenken- Bewegung! Wer das Ende aller Maßnahmen fordert, nimmt damit eine Durchseuchung, weitere tausend Tote und die Gefährdung von Kranken und Schwachen in Kauf. Dies wird von den Querdenkerinnen und Querdenkern teilweise als „Lauf der Natur“ oder gottgewollt betrachtet, was der Ideologie des Sozialdarwinismus entspricht. Sozialdarwinismus, begründet von Herbert Spencer, meint die Übertragung der Evolutionstheorie Charles Darwins auf die menschliche Gesellschaft. Das Recht des Stärkeren gilt demnach in allen Bereichen der Gesellschaft, die natürliche Selektion gelte also auch bei uns Menschen. Sozialdarwinistischen Argumenten liegt die Annahme zugrunde, dass gesellschaftliche Randgruppen – im Falle der Corona-Krise ältere und kranke Menschen – „überflüssig“ oder „minderwertig“ seien und der Gesellschaft Kosten verursachen würden, ohne selbst einen Nutzen beizutragen. Deshalb werden sozialdarwinistische Positionen auch als wesentliches ideologisches Element der rechten und rechtsextremen Szene klassifiziert, und deshalb sehen wir das gefährliche Überlegenheitsdenken der Querdenkerinnen und Querdenker als Pipeline nach rechts.

Die Bezeichnung der BRD als „Corona-Diktatur“ und ein Gleichsetzen nicht geimpfter Personen mit verfolgten Jüdinnen und Juden während der NS-Zeit, wie sie von Anhängerinnen und Anhängern der Bewegung gemacht wird, ist an Widerlichkeit kaum zu überbieten. Hierdurch wird klar, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Querdenken-Demonstrationen nicht aus einer ominösen „Mitte der Gesellschaft“ kommen, sondern in überwiegenden Teilen entweder rechtsradikal sind oder kein Problem damit haben, mit rechtsradikalen Menschen Seite an Seite auf die Straße zu gehen. Dass die Polizei auch unangemeldete und gegen Auflagen verstoßende Aufmärsche gewähren lässt, enttäuscht uns, überrascht allerdings nicht. Es beweist nur ein weiteres Mal, dass die Polizei beim Vorgehen gegen Demonstrierende mit zweierlei Maß misst und offensichtlich auf dem rechten Auge blind ist.

Die mittlerweile fast zwei Jahre andauernde Corona-Pandemie muss weiter zum Schutz aller Menschen bekämpft werden. Die aktuell besonders im Hochinzidenzgebiet Fulda stark ansteigende Inzidenz zeigt, dass die aktuellen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung nicht ausreichen. Während wir unsere Freizeit immer wieder einschränken sollen, müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Schülerinnen und Schüler vielerorts die Gefährdung ihrer Gesundheit durch unzureichende Schutzmaßnahmen in Kauf nehmen. Anstelle eines solidarischen Lockdowns werden des Profit Willens täglich weitere Menschenleben riskiert. Anstelle auf die wissenschaftliche Expertise zu hören und zum Beispiel Luftfilter in Schulklassen, tägliche Tests oder kleinere Lerngruppen zu nutzen, setzt man auf alleiniges Lüften und Hoffen. Wir fordern daher weiterhin, Schulen, Universitäten und Arbeitsplätze maximal sicher zu gestalten oder in den Distanzunterricht zurückzukehren und nicht systemrelevante Betriebe bei Lohnfortzahlung zu schließen. Auch die Freigabe der Impfstoffpatente ist schon lange überfällig, um die Pandemie international und solidarisch zu bekämpfen! Die Corona-Krise nicht auf unserem Rücken austragen! Solidarischer Lockdown jetzt! +++ pm

Hinweis: Dies ist eine gemeinsame Pressemitteilung der Linksjugend, den Jusos, der Grünen Jugend und Fridays For Future Fulda

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4 Kommentare

  1. Noch etwas zu den unsinnigen Kontrollen an der Hochschule Fulda: ich habe das im letzten Jahr mal stichprobenartig getestet. Rings um das Gelände gab es zwar Sicherheitskräfte, die jeden, der auf das Gelände wollte, kontrolliert hat. Aber niemand von denen hat meinen Personalausweis sehen wollen. Und als es besonders kalt war haben sich diese armen Kerle frierend in die Gebäude zurück gezogen, womit die ganze Kontrolle hinfällig wurde. Inzwischen hat man diese Leute wieder abgezogen. Vielleicht weil akademisch gebildete Menschen sich erst gar nicht mit Corona infizieren können? Sicher nicht!

  2. Auch diese Diskussion ist eine typisch Deutsche. In meinem Umfeld kenne ich viele Menschen, die einen Migrationshintergrund haben und noch gar nicht geimpft sind, weil sie die heimischen Medien oft gar nicht zur Kenntnis nehmen. Und diese umgekehrt auch? Fatal daran: es sind darunter eben auch Menschen, die in der Gastronomie arbeiten (u.a. Dönerbuden). Wer sagt denn, dass man sich nicht mit dem Verzehr eines solchen Döners infiziert?

    Und was kann ich tun, wenn sich bei mir im Haus der kurdische Nachbar aus Syrien damit brüstet, gar nicht geimpft zu sein, weil er sich für Unverwundbar hält?

    Nicht zu vergessen der Aschenberg mit einem hohen Anteil an Russlanddeutschen, die oft gar nicht geimpft sind, weil der Pope ihnen das verbietet.

    Wo soll das alles noch hin führen, wenn es auch bei uns immer noch Parallelgesellschaften mit ihren eigenen Gesetzen gibt, die uns oft gar nicht zu Kenntnis nehmen?

  3. Alle Menschen als „Nazis“, „Rechte“, „Corona-Leugner“ und „Querdenker“ usw. zu diffamieren die nicht die Meinung der Mainstream Medien teilen zeugt, mit Verlaub, von einem bescheidenen Intellekt.

    Bedauerlicherweise ist dieses Schema zu einigen Themen, wie zum Beispiel der Flüchtlingskrise von 2015, erkennbar.

    Ein wahrer Bärendienst für die Demokratie hier im Lande, die bald keine mehr ist, weil „Andersdenkende“ in aller Öffentlichkeit stigmatisiert werden.

    Vor einigen Jahren wurde in diesem Land noch miteinander geredet, jetzt spaltet man, von Seiten der Politik mit ihren willfährigen Helfern aus der Presselandschaft.

    „Divide et impera“ wie dumm muss man eigentlich sein um diese Spiel nicht zu erkennen?

    Wenn ich diese Veranstaltungen besuche, sehe ich Menschen die sich Sorgen um ihr Leben, ihre Freiheit und die Zukunft ihrer Kinder machen, ich kann nur jedem empfehlen sich selbst ein Bild davon zu machen.

    • Alleine die Tatsache, dass Sie hier das Thema Flüchtlingskrise mit dem Thema der Corona-Maßnahmen und den Impfungen verbinden und dann schreiben, dass
      //Andersdenkende stigmatisiert werden//
      und
      //jetzt spaltet man, von Seten der Politik mit ihren willfährigen Helfern aus der Presselandschaft//
      zeigen Sie mir eindeutig, aus welcher politischen Ecke Sie Ihren Kommentar schreiben.

      Wer sich ein eigenes Bild gemacht hat allein von den Veranstalten der Veranstalter der (angeblich) für Frieden und Freiheit einstehenden Veranstalter der Samstagskundgebungen in der Stadt, weiß wie er diese Veranstalter einzuschätzen hat.
      Ihre Rhetorik an sich entlarvt Sie schon und Sie sollten sich schämen, die Menschen, die sich wirklich Sorgen um Ihre Kinder und Ihre Familienmitglieder (gleich welchen Alters) und ihren Arbeitsplatz machen zu instrumentalisieren.
      Nein, ich bezeichne Sie und Ihresgleichen im Gegenzug nicht als dumm, das wäre viel zu einfach und nicht weit genug gedacht, sondern als kalt berechnend, mit der Absicht unsere Demokratie zu destabilisieren.

Demokratie braucht Teilhabe!