Eine Stadt mit sportlichem Anspruch, aber ohne Eis unter den Kufen: Seit über zwanzig Jahren gibt es in der osthessischen Stadt keinen Ort zum Schlittschuhlaufen. Trotz mehrfacher Anläufe und beträchtlicher Investitionen ist es dem Magistrat bislang nicht gelungen, eine dauerhafte Eislaufmöglichkeit zu schaffen. Dies kritisiert der SPD-Stadtverband scharf in einer aktuellen Pressemitteilung und spricht von einer „unrühmlichen Tradition“ gescheiterter Wintersportprojekte.
Gescheiterte Projekte und vergeudete Steuergelder
Bereits beim Bau des Esperanto-Komplexes hatte die Stadt Fulda viel Geld in die Hand genommen. Die Infrastruktur für eine Eislaufbahn war in der Esperantohalle vorhanden, sogar Eishockeyspiele standen im Raum. Doch nach nur zwei oder drei Gelegenheiten zum Schlittschuhlaufen war das Angebot schon wieder Geschichte. Ein weiteres Beispiel: Der Schlossgartenteich sollte zur Natureisbahn umfunktioniert werden. Doch auch dieses Vorhaben endete in einer Sackgasse – der Teich wurde nie zum Eislaufen freigegeben. „Ein Armutszeugnis für eine Stadt, die sich gerne als Sportstadt präsentiert“, urteilt der SPD-Co-Vorsitzende H.-J. Tritschler.
Hoffnungslos veraltet: Das Konzept der Natureisbahn
Ein neuer Anlauf sollte mit einer Natureisbahn in der Fulda-Aue genommen werden. Doch auch hier scheint das Projekt ins Stocken geraten zu sein. Für Tritschler wenig überraschend: „Wer auf eine Natureisbahn hofft, hat die Rechnung ohne den Klimawandel gemacht.“ Steuergelder seien einmal mehr ohne sichtbaren Erfolg investiert worden, so der Vorwurf der SPD. Zwar trage die derzeitige Stadtregierung keine Verantwortung für die gescheiterten Projekte der Vergangenheit, doch werde mit dem aktuellen Ansatz in der Fulda-Aue offenbar in alten Mustern weitergemacht.
Forderung nach durchdachter Planung und realistischer Umsetzung
Trotz aller Misserfolge hält der SPD-Stadtverband eine Eislauffläche in Fulda nach wie vor für sinnvoll und notwendig. In der Vergangenheit habe man die Initiativen der Stadt stets unterstützt, jedoch sei die mangelhafte Umsetzung „nur peinlich gewesen“. Die SPD fordert nun vom Magistrat eine klare Linie: „Es braucht nicht nur den Willen, sondern eine durchdachte, realistische Planung und Ausführung“, so das Fazit der Pressemitteilung.
Bleibt Fulda weiter eisfrei?
Angesichts der bisherigen Erfahrungen bleibt die Frage offen, ob Fulda jemals eine dauerhafte Eislaufmöglichkeit erhalten wird. Der Wunsch der Bürger nach einer Wintersportattraktion ist klar erkennbar, doch es mangelt an der Umsetzung. Bleibt zu hoffen, dass die Stadtregierung aus den Fehlern der Vergangenheit lernt und endlich ein tragfähiges Konzept auf den Weg bringt. Sonst bleibt der Traum vom Eislaufen in Fulda wohl weiterhin ein unerfülltes Versprechen. +++

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