Förderprogramm Dorfentwicklung Steinwand abgeschlossen

Chronik Steinwand präsentiert

Helmut Vogler, Peter Detig, Manfred Helfrich, Bernd Woide, Gerhard Fladung und Michael Brand. (v.l.)

Poppenhausen-Steinwand. Im Vorspann zu den Jubiläumsfeiern 90 Jahre Freiwillige Feuerwehr Steinwand und 25 Jahre Jugendfeuerwehr Steinwand fand ein kleiner Kommersabend am Feuerwehrhaus Steinwand statt, zu der die Gemeinde und der Arbeitskreis Dorferneuerung eingeladen hatten. Ortsvorsteher Gerhard Fladung begrüßte die Gäste aus nah und fern und freute sich, dass auch Landrat Bernd Woide und der Bundestagsabgeordnete Michael Brand der Einladung gefolgt waren. Bürgermeister Manfred Helfrich ging in seiner Ansprache auf den Ortsteil Steinwand, der erstmals 1549 urkundlich erwähnt wurde und seine Struktur ein, der sich aus zahlreichen Weilern, Siedlungen, Hofgruppen und Einzelhoflagen bestehe. Einen konzentrierten Siedlungsbereich, eine Ortsmitte findet man hier nicht vor. Der Ortsteil ist stark landwirtschaftlich geprägt. Hier existieren die meisten Voll- und Nebenerwerbsbetriebe der Großgemeinde Poppenhausen, die insgesamt 5 Ortsteile hat.

Die einzelnen Wohnplätze heißen Bildstein, Eichenhof, Eichenwinden, Erlenhof, Eselsbrunn, Feuerloch, Grabenhöfchen, Grashof, Hausfürst, Heckenmühle, Heiligenhof, Heimenhof, Hohensteg, Hugofluß, Hugograben, Kalkofen, Klübershof, Krämersloch, Maulhof, Mittelberg, Obereichenwinden, Öttersbach, Pfaffenhof, Pielhof, Rauschelbach, Remerz, Remerzhof, Reppich, Schöpfersbach, Steinhecken, Teufelstein, Untermittelberg undZiegelhof. Zudem gibt es einige Mühlen, wie die Dürrenmühle, die Heckenmühle und die Hohenstegsmühle. Vor der Gebietsreform in 1972 galt die damals noch selbständige Gemeinde Steinwand als die größte Streusiedlung Hessens mit einem weit verzweigten Netz von Feld-, Forst und Wirtschaftswegen. Die Menschen im Flächenortsteil Steinwand sind seit jeher einfach, bescheiden und tüchtig. Sie zeichnen sich durch die Verbundenheit zu ihrer Heimat, ihre Verlässlichkeit, ihren geradlinigen Charakter und einen ausgeprägten Zusammenhalt aus.

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit bemühte er sich Ende 2000, 2004, 2005 u. 2007 um die Aufnahme des Ortsteils Steinwand in das Landesförderprogramm der Dorferneuerung/Dorfentwicklung. Im Jahr 2009 wurde unserem Antrag stattgegeben. Das weiterentwickelte Förderkonzept ließ eine besondere Verfahrensweise zu. Da die Förderkulisse des Flächenortsteils mit seiner dünnen Besiedelung und der fehlenden Infrastruktur vom Ortsteil Poppenhausen abhängig ist, wo alle wichtigen Infrastruktur und Nahversorgungseinrichtungen vorgehalten werden, kam auch der abgegrenzte Ortskern in den Genuss des Förderprogramms. Förderprogramme des hessischen Ministeriums für Umwelt und ländlichen Raum sollen Anreize für eine regionale Strukturverbesserung geben, um eine nachhaltige Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit zu ermöglichen. Ein engagierter Arbeitskreis erarbeitete ein Entwicklungskonzept für Steinwand und den Ortskern von Poppenhausen. Nach Umsetzung mehrerer Maßnahmen im öffentlichen Bereich bildet die Veröffentlichung der Chronik den passenden Abschluss.

Der Arbeitskreis Dorferneuerung Steinwand-Poppenhausen gab dem Dorfentwicklungskonzept Steinwand-Poppenhausen den Arbeitstitel: „Streusiedlung Steinwand und Poppenhausen – Symbiose aus einzigartiger Natur- und Kulturlandschaft und zentraler Gemeinschaft . . .“ In stets enger Kooperation mit dem Arbeitskreis, dem Fachdienst Regionalentwicklung, den Planungsarchitekten und dem Landkreis Fulda sind einige öffentliche Projekte benannt und als förderfähig und mit einem Kostenvolumen von ca. 250.000,-€ auf den Weg gebracht worden:

• Dorfentwicklungskonzept Steinwand-Poppenhausen
• Fußgänger- und Radwegquerung über die Bundesstraße 458 im Kreuzungsbereich Ziegelhof (2014) Funktionsoptimierung des Feuerwehrgeräte- und Dorfgemeinschaftshauses in Steinwand (2013-2016) Erläuterung zum Vorhaben: Erweiterung und Umbau des Feuerwehrhauses Steinwand. Im Erd- und Untergeschoss ind geräumige Umkleidekabinen eingerichtet worden, die Frauen und Männern optimale Bedingungen für ihren Einsatzdienst bieten. Die Küche und die Toilettenanlage auf Bürgerraumebene wurden erneuert und ein Lastenaufzug ist eingebaut werden.
• Umfeldgestaltung (Basketball-Korb, Bolzplatz, Spielplatz)
• Befestigung und Verbreiterung der Bankette der Zufahrt
• Workshop Bildhauertage und Kunstmeilen-Führer
• Anlegung von Wanderparkplatz und Rundwanderweg Ziegelhof-Teufelstein- Eselsbrunn-Maulkuppe-Steinwand – Nr. 14
• Interaktive Internet-Seite „Poppenhausen-aktiv“ (2014)
• Restaurierung Kapelle am Stein (2014)
• Chronik Steinwand, eine Streusiedlung

Beispiele von privaten Baumaßnahmen im Rahmen der Dorfentwicklung im Ortsteil Steinwand. Antragsteller: Georg Trapp, Klübershof; Thomas Gensler, Hohenstegsmühle; Angelika + Peter Grösch, Stgeinwand; Joachim Fehling, Teufelstein

Der Architekt Torsten Gensler vom Büro gensler.architekten führte gemeinsam mit Helmut Vogler vom Fachdienst Dorfentwicklung beim Landkreis Fulda die Beratungen durch.
„Nach Abschluss des Dorfentwicklungsprogramms in 2017 lässt sich resümierend feststellen, dass durch neue Wertschöpfungen eine regionale Strukturverbesserung und nachhaltige Lebensqualität für unsere Region erreicht wurden“, so der Bürgermeister abschließend, der die Zusammenarbeit im Arbeitskreis, mit dem Fachdienst Dorfentwicklung und den Antragstellern aus dem Ortsteil lobte. In kaum einem Fördergebiet seien so viele Anträge gestellt worden wie in Steinwand. Es wurden 78 Private Förderanträge gestellt. Das gesamte Investitionsvolumen im privaten Bereich beträgt rund 6.6 Mio. Euro, davon sind knapp 4,5 Mio. förderfähig. Die Zuschüsse der Dorfentwicklung betragen 1.233.628 Euro.

Anschließend stelle Arbeitskreisleiter Peter Detig die noch druckfrische Chronik Steinwand vor: Die Erarbeitung der Chronik war ein sehr aufwändiges Gemeinschaftsprojekt aller Mitglieder des Arbeitskreises Chronik Steinwand, die sich über den langen Zeitraum von etwa 4 Jahren mit dem Zusammentragen von Beiträgen über zahlreiche markante und bedeutende Themen beschäftigt haben. Die Geschichte der Streusiedlung, die Vorstellung der Vereine, die Haus- und Hof-Chroniken sowie das Thema Landwirtschaft in seiner Entwicklung. Der Inhalt dieser Chronik macht uns bewusst, was etwa 25 Generationen in einer ärmlichen und kargen Gegend geleistet haben. Die umfangreiche von großem Engagement, Idealismus und Fleiß getragene Arbeit der Erstellung der Chronik hat sich gelohnt, denn es ist ein umfassend interessantes Werk – ja ein Heimatbuch mit 392 Seiten entstanden. Für die ansprechende Gestaltung und das Layout war die heimische Agentur „Ideen-Reich“ von Tanja Böhm verantwortlich. Ihr wurde für die kreative Gestaltung und die effektive und angenehme Zusammenarbeit gedankt.

Peter Detig stellte heraus, dass es den Verantwortlichen, die Mitgliedern des Arbeitskreises und die Redakteure es als ihre Aufgabe und Verpflichtung betrachteten, das Wissen über unsere Wurzeln, über die Geschichte, die Vergangenheit und die Entwicklung der örtlichen Gegebenheiten sowie der hier lebenden Einwohner den nachfolgenden Generationen zu überliefern und so zu bewahren. Landrat Bernd Woide lobte den Zusammenhalt der Steinwänder, die trotz der verzweigten Lage der Streusiedlungen in vorbildlicher Weise die Gemeinschaft pflegen würden. Er bescheinigte dem Arbeitskreis Dorferneuerung mit der Erstellung der Chronik eine großartige Leistung und übergab den Förderbescheid für die anteilige Finanzierung des Heimatbuches.
Seine Verbundenheit zur Rhöngemeinde und zum Ortsteil Steinwand wolle er auch durch seinen Besuch zum Feuerwehrjubiläum am darauffolgenden Festsonntag bekunden.
Der Bundestagsabgeordnete Michael Brand zeigte sich beeindruckt von der erfolgreichen Nutzung des Förderprogramms Dorfentwicklung und gratulierte ebenso zur fertiggestellten Chronik, die sehr umfangreich sei. Für die Nachwelt werde so eine sehr wertvolle Dokumentation überliefert. Die Gemeinde Poppenhausen (Wasserkuppe) und den Ortsteil Steinwand lobte er für ihre aktive und lebendige Rolle in der Region Rhön.

Bürgermeister Manfred Helfrich dankte den beiden Politikern, die mit ihrer Anwesenheit die Solidarität und Unterstützung des ländlichen Raums bekunden würden, der jede Unterstützung brauchen würde. Peter Detig und Manfred Helfrich dankten allen Beteiligten, die auf unterschiedliche Weise an der Erstellung dieser Chronik mitgewirkt haben. Neben dem Arbeitskreisleiter, wo die Fäden zusammenliefen hatten insbesondere Elisabeth Laudenbach, Jürgen Reinhardt, Ulla Gensler und Gerhard Fladung große Anteile, die Beiträge zusammenzutragen, zu sichten, zu ordnen und einige selbst zu schreiben. Die Chronik Steinwand kann im Rathaus für 20 Euro je Exemplar erworben werden.+++ mh

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