Berlin/ Fulda. In Großenlüder im Landkreis Fulda, fand am Donnerstagabend im Lüderhaus, eine Bürgerinformationsveranstaltung zur geplanten Unterbringung von etwa 300 Flüchtlingen in einem ehemaligen REWE-Markt des Ortes statt. Zu dieser Veranstaltung waren etwa 500 Menschen gekommen. Voraussichtlich solle mit der Belegung am kommenden Sonntag begonnen werden.
Wie der Landrat des Landkreises Fulda, Bernd Woide (CDU), gestern Abend mitteilte, sei er vom Land Hessen mit der Aufgabe betraut worden, das ehemalige Supermarktgebäude bis gestern Nachmittag funktionsfähig bereitzustellen. Wie Woide weiter mitteilte, sei es im Moment unsere Hauptaufgabe, diesen Menschen als erstes ein "festes Dach über dem Kopf" zu geben. Auch waren zu dieser Bürgerinformationsveranstaltung Großenlüders Bürgermeister Werner Dietrich (parteilos), Bernd Jäger vom Polizeipräsidium Osthessen, der Leiter des Gesundheitsamtes Fulda Roland Stepan sowie Modeleine Vogt vom DRK gekommen, um über die Unterbringungen (insgesammt 1000) im Landkreis Fulda zu informieren. Wie diese mitteilten, bestünde keine Sorge, sich bei den Flüchtlingen anzustecken.
Auch wurden die Ängste einer ansteigenden Kriminalität für unbegründet deklariert. "Unsere Erfahrungsberichte, die wir seit neun Wochen, in dieser Zeitspanne die Flüchtlinge jetzt bei uns sind, machen, zeigen, dass die Vorfälle, diese es in dieser Zeit gab, alle sehr, sehr überschaubar sind und man keine Angst vor einem Kriminalitätsanstieg haben muss", so Bernd Jäger vom Polizeipräsidium Osthessen. Zudem würde jede Straftat, die ein Flüchtling ausübe, von der Polizei genau verfolgt. Auch der Umgang in "puncto Beschäftigung" mit den Flüchtlingen sei nach Madeleine Vogt, auch wenn das DRK sehr viel Arbeit habe, erbaulich. Kritik einer Bürgerstimme für ihr Fehlen auf Bürgerinformationsveranstaltungen, diese die Stimmung einer Kommune, wenn es darum geht, Flüchtlinge unterzubringen und diese zu beschäftigen, einfangen und nach Berlin weiterzutradieren, gab es an den heimischen Vertretern im Bundestag.
Steinmeier: Wir können nicht jedes Jahr eine Million Flüchtlinge aufnehmen
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich für mehr Unterstützung durch die EU-Staaten in der gegenwärtigen Flüchtlingskrise ausgesprochen. Es sei es nicht realistisch, dass Deutschland in jedem Jahr eine Million Flüchtlinge aufnehme und integriere, sagte Steinmeier beim Wirtschaftsforum der "Zeit" am Freitag in Hamburg. "Wir brauchen in Zukunft mehr Europa, wenn wir mit dieser Krise umgehen wollen." Es könne nicht sein, "dass allein vier Länder in Europa die Flüchtlingskrise tragen", so der SPD-Politiker weiter. Ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer wäre eine Versorgung der Flüchtlinge hierzulande gar nicht möglich. Steinmeier: "Dieses Deutschland ist nicht das der Schreihälse und Brandstifter, sondern das der Anpacker und Helfer."
Wirtschaftsministerium: 3,4 Millionen Flüchtlinge bis 2020
Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet in einer internen Kalkulation mit 3,4 Millionen Flüchtlingen im Zeitraum von 2015 bis 2020. Demnach würden 2016 noch einmal 800.000 Menschen in Deutschland Zuflucht suchen, 2017 eine halbe Million, in den Folgejahren jeweils 400.000, schreibt der "Spiegel" in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe. Kanzleramt und Innenministerium sperrten sich gegen eine solche Prognose, es sei derzeit unmöglich, sie zu stellen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) rechnet wohl trotzdem damit, dass er ab 2017 mehr neue Kredite aufnehmen muss als die Schuldenbremse erlaubt. Seine Haushaltsexperten warnten ihn kürzlich davor, dass der Bund Gefahr laufe, die zulässige Schuldenobergrenze für 2017 von 12 Milliarden Euro zu reißen, sollte der Flüchtlingsstrom nicht eingedämmt werden können.
Anmerkung: Da einer, der anwesenden Bürger sich darüber beschwerte, dass auf der Bürgerinformationsveranstaltung im Lüderhaus fotografiert wurde, verzichtet fuldainfo bewusst auf die eingefangenen Impressionen vor Ort, obwohl es rein rechtlich dazu - keinen Anspruch gibt. +++ fuldainfo

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