Es ist ein großes, kleines Ziel: eine Null in der Hühnerhaltung. Fabian Häde aus Alheim in Hessen will nämlich Eier ohne CO2-Fußabdruck erzeugen. Unter großem Applaus nahm er am Abend des 16. Oktober die Auszeichnung zum besten Geflügelhalter des Jahres entgegen. „Der Gewinner in der Kategorie Geflügel ist nah dran an den Wünschen des Verbrauchers. Auf bemerkenswerte Weise will er möglichst nachhaltig Eier erzeugen. Das erfolgt nicht als Plan oder Absichtserklärung, sondern unmittelbar sehr erfolgreich anhand transparenter Messgrößen. So könnte das CO2-neutrale Ei bald Realität sein“, so die Juroren über Fabian Häde.
Eier für den Klimaschutz
Eier sind ja an sich nahezu perfekt. Fabian Häde will sie aber noch besser machen. Sein Ziel sind Eier, die einen möglichst kleinen oder sogar gar keinen CO2-Fußabdruck hinterlassen. Während andere über Regionalität und bio sprechen, ist er bereits einen Schritt weiter, denn der Junglandwirt hat ein gutes Gespür für das, was Verbraucher beschäftigt: Klimawandel und Ressourcenschonung in Verbindung mit Tierwohl und Transparenz. „Um Null Gramm CO2 pro Ei zu realisieren, müssen wir in regionalen Kreisläufen denken“, sagt der Geschäftsführer. Dafür arbeitet er mit Ackerbauern der Umgebung zusammen. Die liefern ihm Getreide für seine Hühner und er liefert ihnen getrockneten Hühnerkot für ihre Felder. Geschlossene Nährstoffkreisläufe sind für ihn das A und O. Kurze Transportwege, Solarpanele auf dem Dach und eine CO2-neutrale Verpackung helfen zusätzlich, den Kohlendioxidausstoß zu verringern. Häde ist eben nicht nur Geflügelhalter, sondern auch Energielandwirt und Manager. Den Hof im hessischen Alheim führt er gemeinsam mit seinem Vater. „Zusammen sind wir ein unschlagbares Team“, sagt er. Fabian Hädes Stärken sind dabei das Entwickeln von Konzepten und Visionen. Das Ergebnis kann sich in jedem Fall sehen lassen: hochwertige Bioprodukte rund ums Ei und Geflügel. „Ich bin selbst ein absoluter Genussmensch. Deshalb bin ich immer auf der Suche nach besseren Produkten“, sagt er.
Bewerber aus dem gesamten deutschsprachigen Raum
Über 240 Bewerbungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum sind dieses Jahr für den CeresAward eingegangen. 33 von ihnen, drei je Kategorie, hatte die Jury in die Shortlist gewählt. Mit Fabian Häde in der Kategorie Geflügelhalter nominiert waren Anne Christine Korte aus dem nordrhein-westfälischen Petershagen sowie Robert Schrenk aus dem österreichischen Passail. Als Juroren in der Kategorie Geflügelhalter fungierten Martina Hungerkamp, Fachredakteuerin agrarheute, Dr. Ludger Breloh und Dr. Ana Blanco, SELEGGT sowie Prof. Dr. Robby Andersson, Hochschule Osnabrück.
Martin Volke aus Hessen ist bester Schweinehalter
Neben dem Sieg in der Kategorie Geflügelhalter ging mit Martin Volke aus Fritzlar zudem der Sieg in der Kategorie „Schweinehalter“ nach Hessen. Seinen Schweinen geht es bestens. Martin Volke aus Fritzlar in Hessen hat alles so eingerichtet, dass seine Tiere unter besten Bedingungen groß werden können. Unter lautem Applaus nahm er am Abend des 16. Oktober die Auszeichnung zum besten Schweinehalter des Jahres entgegen. „Der Gewinner in der Kategorie Schweinehalter hat bereits sehr früh Verantwortung für den Betrieb übernommen und ihn mit viel Herzblut und Leidenschaft fit für die Zukunft gemacht. Der experimentierfreudige Landwirt findet für jedes Problem eine Lösung – vor allem wenn es darum geht, seinen Schweinen ein hohes Maß an Tierwohl zu bieten. Und das vermittelt er der Öffentlichkeit auch aktiv vor Ort“, so die Juroren über Martin Volke.
Schweineglück
Schon als kleines Kind saß er bei seinem Opa auf dem Bulldog. Der Opa brachte ihm auch das Einmaleins der Landwirtschaft auf dem traditionsreichen Familienbetrieb im hessischen Fritzlar bei. Mit viel Herzblut und Leidenschaft übernahm Martin Volke später immer mehr Verantwortung für den Betrieb. Mit Anfang 20 war der Hofnachfolger bereits für die komplette Landwirtschaft zuständig. Dazu gehören mittlerweile neben 130 ha Land, davon 15 ha Gemüse, gut 1.800 Mastschweine und 2.400 Legehennen. Im Grunde genommen dreht sich aber alles um die Schweine. Das Besondere dabei: Der mittlerweile 27-Jährige mästet schwere Metzgerschweine mit einem Schlachtgewicht bis 130 kg, die über den familieneigenen Hofladen, Catering, Schulverpflegung und auf Wochenmärkten vermarktet werden. Herzstück des Betriebs ist der neue Maststall für rund 1.200 Schweine. Der junge Landwirt hat vor allem das Wohl seiner Tiere im Blick. Neben einem großzügigen Platzangebot bietet er den Schweinen in den gut strukturierten Buchten ständig Raufutter über Raufen an. Kühltürme an den Giebelseiten sorgen im Sommer für angenehme Temperaturen im Stall. Für ihn ebenso wichtig ist der Verzicht auf Antibiotika im Maststall. All dies will der Betriebsleiter der Öffentlichkeit vermitteln. Regelmäßig bietet er Führungen an, bei denen sich Kunden, Interessierte und Schulklassen ein Bild machen können. +++



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