Ex-Gesundheitsministerin für Trisomie-Bluttests auf Kassenkosten

Sie wolle "keine Gesellschaft, in der aussortiert wird"

Die frühere Bundesgesundheitsministerin und jetzige Vorsitzende der Behindertenorganisation Lebenshilfe, Ulla Schmidt (SPD), hat sich dafür ausgesprochen, dass der Bluttest auf Trisomie künftig bei Risikoschwangerschaften von den Krankenkassen bezahlt wird. “Stehen risikoärmere Untersuchungen zur Verfügung, müssen sie von der Krankenkasse bezahlt werden. Alles andere wäre unethisch”, sagte Schmidt den Zeitungen des “Redaktionsnetzwerks Deutschland” mit Blick auf die bisher übliche Fruchtwasseruntersuchung, die zu Fehlgeburten führen kann. Die frühere Gesundheitsministerin forderte allerdings zugleich, die Kriterien für das Vorliegen eines erhöhten Risikos bei Schwangeren zu überarbeiten. “Es ist medizinisch nicht mehr zu rechtfertigen, dass weiterhin jede Schwangerschaft ab 35 als Risikofall gilt”, so die SPD-Politikerin weiter. Da Frauen immer später Kinder bekämen, hätte ein Bluttest auf Kassenkosten ansonsten den Charakter e iner Reihenuntersuchung, warnte die Vorsitzende der Behindertenorganisation Lebenshilfe. Eine Reihenuntersuchung, bei der jeder Schwangeren generell ein Bluttest angeboten wird, lehnte sie strikt ab. “Denn das sendet ein eindeutiges Signal aus: Kinder mit Down-Syndrom sind nicht erwünscht auf dieser Welt. Sie sind vermeidbar”, sagte Schmidt den Zeitungen des “Redaktionsnetzwerks Deutschland”. Sie wolle “keine Gesellschaft, in der aussortiert wird”. An diesem Donnerstag diskutiert der Bundestag in einer ersten Orientierungsdebatte über die Frage. Für diese Debatte hatte sich eine Reihe von Abgeordneten eingesetzt. Sie wollen insbesondere die ethische Dimension beleuchten. +++

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