Ex-General: Russland wird Ukraine nicht militärisch besiegen können

Der frühere NATO-General Hans-Lothar Domröse erwartet nicht, dass Russland die Ukraine militärisch besiegen kann. Der russische Staatschef Wladimir Putin werde sein strategisches Ziel nicht erreichen, die Ukraine zu entwaffnen und das gesamte Land zu besetzen, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Selbst wenn die russische Armee Millionen umbringt und Millionen vertreibt, die verbleibenden Ukrainer sind voller Hass auf Putin und werden an jeder Ecke des Landes einen Partisanenkrieg beginnen.“

Um die gesamte Ukraine zu kontrollieren, müsse Russland dort dauerhaft 500.000 Soldaten stationieren. „Aber auch die Ukraine wird Russland militärisch nicht besiegen können“, sagte der frühere Bundeswehrgeneral. „Insofern müssen beide Seiten einsehen, dass sie zu einer Verhandlungslösung kommen müssen.“ Russland zahle für den Angriff einen hohen Preis, die Streitkräfte hätten hohe Verluste, auch materiell. Das Vorgehen der russisch  en Armee beschrieb der Militärexperte als „Walze, also mit Artillerie und schweren Geschützen etwas niedermachen und dann nachrücken“. Diese Kriegsführung verstoße gegen das Völkerrecht und gegen die Menschenrechte. „Für die Ukraine bedeutet das große Zerstörung und viele Verluste“, sagte Domröse.

Entwicklungsministerium fürchtet Zuspitzung in Moldau

Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine und stark steigender Flüchtlingszahlen befürchtet der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium (BMZ), Niels Annen (SPD), eine dramatische Zuspitzung der Lage im ukrainischen Nachbarstaat Republik Moldau. Das sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Ein möglicher militärischer Fall der in der Nähe der Grenze liegenden ukrainischen Stadt Odessa könnte zu einer nur noch schwer zu kontrollierenden Situation führen“, so der SPD-Politiker. „Zudem wächst die Nervosität, möglicherweise bald selbst Opfer der russischen Politik werden zu können.“ Schon heute seien in der Region Transnistrien russische Truppen stationiert, so Annen. Der Staatssekretär im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung war in den vergangenen Tagen selbst in die Republik Moldau gereist, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Annen hob hervor: „Die Lage der  Republik Moldau ist dramatisch. Schon vor dem Ausbruch des Krieges hatte die pro-westliche Regierung von Präsidentin Sandu mit den ökonomischen Folgen der Pandemie und steigender Gaspreise zu kämpfen. Seit dem Beginn des Krieges kommen nun zusätzliche Lasten durch Flüchtlinge aus der Ukraine hinzu.“ Die Republik Moldau sei ein „langjähriger Partner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit“. Annen hob hervor, dass Deutschland die Regierung in der Hauptstadt Chisinau „noch stärker unterstützen“ müsse. +++


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