EU wegen sexuellen Missbrauch von Kindern im Internet besorgt

Zahl der Fälle stieg 2018 um 14 Prozent

Kindesmissbrauch

Die EU schlägt wegen der Zunahme des sexuellen Missbrauchs von Kindern im Internet Alarm: Die Regierungen der Mitgliedstaaten drängen auf ein konsequenteres Vorgehen von Internet-Plattformen und Strafverfolgungsbehörden. Das Material für den sexuellen Missbrauch von Kindern im Internet habe in den letzten Jahren exponentiell zugenommen, dies sei Anlass zur Sorge, heißt es in einem Beschlussentwurf, den der EU-Rat der Innenminister am Dienstag verabschieden wird und über den die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.

Es seien zusätzliche Maßnahmen notwendig, damit Online-Diensteanbieter entsprechendes Material nach der Identifizierung so schnell wie möglich entfernen oder sperren; die EU-Kommission soll dazu Vorschläge machen. Die Branche müsse den Strafverfolgungsbehörden einen legalen Zugang zu digitalen Beweismitteln gewähren, auch wenn diese verschlüsselt seien oder auf IT-Servern im Ausland gespeichert seien, heißt es in dem unter den Mitgliedstaaten abgestimmten Entwurf weiter. Der Innenminister-Rat drängt ausdrücklich auf die Nutzung der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung für wirksame Ermittlungen.

Als Ziel formulieren die Minister, die Zahl der Opfer zu verringern und den Anteil erfolgreicher Ermittlungen zu erhöhen. Eine wichtige Rolle spielten dabei auch Präventionskonzepte: Etwa die umfassende Überprüfung aller Fachkräfte und Freiwilligen, die regelmäßig und direkt mit Kindern in Kontakt kommen, Aufklärungskampagnen in Schulen und Präventionsprogramme für Straftäter. Nach Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) nehmen auch in Deutschland die erfassten Fälle von Herstellung, Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie deutlich zu: Laut einer im Juni erstellten BKA-Analyse stieg die Zahl der Fälle 2018 um 14 Prozent auf 7.449. +++

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