Erster kommunaler Nordsee-Windpark steht

Fulda/ Borkum: Ein wichtiger Meilenstein ist erreicht: Zum 1. Juni 2014 wurden alle 40 Windenergieanlagen des ersten Bauabschnitts im Trianel Windpark Borkum installiert. Die RhönEnergie Fulda ist mit 6,15 Prozent an dem 200-Megawatt-Projekt beteiligt und trägt damit aktiv zu einem „grüneren“ Energiemix sowie zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei. Der Erzeugungsanteil des osthessischen Versorgers beträgt 12,3 Megawatt. Dies entspricht der Versorgung von rund 14.000 Haushalten mit Strom aus Windkraft.

„Es ist der erste Offshore-Windpark, der ausschließlich unter Beteiligung von Stadtwerken und regionalen Energieversorgern unter Federführung des Trianel-Netzwerkes realisiert wurde“, erklärt Günter Bury, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Fulda. „Damit sind wir dem deutschlandweiten Ziel, der Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie, einen großen Schritt näher gekommen.“ Mit der nun erfolgten Fertigstellung des ersten Bauabschnittes wurde dabei ein wichtiger Meilenstein erreicht: Die 40 Windenergieanlagen des Typs Areva Wind M5000-116 mit einer Gesamtleistung von 200 Megawatt wurden innerhalb von knapp elf Monaten vollständig errichtet.

Im Spätherbst hatten die Orkanstürme „Christian“ und „Xaver“ die Bauarbeiten auf hoher See, rund 45 Kilometer vor Borkum, mehrere Tage zum Stillstand gebracht. Bei Wellenhöhen von teils über 15 Metern und Windgeschwindigkeiten bis zu 150 Kilometer pro Stunde war ein Arbeiten nicht mehr möglich. Bei idealen Wetterbedingungen wie in den zurückliegenden Wochen benötigt die 80-köpfige Crew des Errichterschiffes MPI Adventure für den Aufbau einer Windkraftanlage mit drei Turmsegmenten, der Gondel und dem Rotorstern im Durchschnitt zwei Tage. Pro Installationszyklus kann das 140 Meter lange Spezialschiff dabei die Komponenten für jeweils drei komplette Windkraftanlagen transportieren.

Die eingesetzte Areva-Turbine ist die erste, die bei einer Leistung von fünf Megawatt speziell für den Offshore-Einsatz konstruiert wurde. „Jetzt fehlt nur noch der Testbetriebsstart der Umspannplattform DolWin alpha und damit die erste Netzeinspeisung. Nach Angaben des Netzbetreibers TenneT rechnen wir damit noch in diesem Sommer“, erklärt Bury. Der Netzanschluss hatte zuvor mehrfach verschoben werden müssen. Der reguläre Betrieb des Windparks könnte dann nach einem Probebetrieb im Sommer im November 2014 starten.

Mit dem Windpark vor Borkum entsteht der erste, vollständig kommunale Hochseewindpark: 33 Stadtwerke und regionale Energieversorger sind unter Federführung der Trianel GmbH an der Errichtung des Windparks in der Nordsee beteiligt. Das Ziel: Unabhängigkeit von den vier großen Energiekonzernen durch klimaschonend erzeugte, regenerative Energie. Die Bundesregierung hat mehrfach die Bedeutung der Offshore-Windenergie als wichtiges Element für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung und das Gelingen der Energiewende hervorgehoben. Stromerzeugung auf hoher See soll künftig einen deutlichen Beitrag zur Deckung des Gesamtenergiebedarfs in Deutschland leisten. Die Ausbauziele für Offshore-Windparks sind dementsprechend ehrgeizig: Bis 2030 sollen 25 Gigawatt Offshore-Windleistung in Nord- und Ostsee installiert werden. Laut Trianel wurde mit dem Abschluss der ersten Ausbaustufe des Windparks Borkum über eine Milliarde Euro investiert. Darin seien bereits die Infrastrukturkosten für die zweite Ausbaustufe enthalten, die noch einmal 40 Anlagen mit insgesamt 200 Megawatt Leistung umfasst, so das Unternehmen auf Anfrage. +++ fuldainfo

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7 Kommentare

  1. Flensburg bewertet die Beteiligung am Trianel-Windpark Borkum als Totalverlust. Bury dagegen lobt sein windiges Projekt in der Nordsee und tut so, als wäre er damit erfolgreich und sein Engagement von nationaler Bedeutung!

    Gerhard Möller und Bernd Woide müssen umgehend darüber Auskunft geben, ob Bury den Fuldaer Aufsichtsrat über die bedrohliche Lage beim Windpark Borkum informiert hat. Den kommunalen Fuldaer Haushalten drohen weitere große Gefahren!

  2. Moin !

    Nur 33 Käufer hatte Trianel für Ihr hochriskantes Projekt auf offener See gefunden. Leider hat der damalige Flensburger Geschäftsführer die Kommunalpolitik zu einer Beteiligung überredet. Die Flensburger Stadtwerke haben wegen des Windparks Borkum gerade eine dramatische Wertberichtigung in der Bilanz 2013 vornehmen müssen. Um 17 Millionen Euro wurde die Beteiligung am Windpark Borkum abgeschrieben.

    Begründung: “Es ist überhaupt nicht erkennbar, dass die Stadtwerke – und alle anderen Investoren auch – irgendwann einmal ihr Investment refinanziert bekommen, geschweige denn Gewinne realisieren.”

    Wie kann es sein, dass 500 km südlich von Flensburg eine wirtschaftliche Katastrophe vom dortigen verantwortlichen Geschäftsführer als Erfolgsgeschichte dargestellt wird?!

    Nachzulesen im Flensburger Tageblatt vom 23.5.2014:
    http://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/das-offshore-loch-id6628106.html

  3. Eine bezeichnende Überschrift die viel mehr verrät:
    Erster kommunaler Nordsee-Windpark STEHT.
    Noch immer DREHEN sich Burys Windmühlen NICHT.

  4. Realisierungszeit um Jahre verzögert:

    Im Juni 2008 wurde angekündigt, daß der Offshore-Windpark bereits 2011 mit seiner gesamten Leistung am Netz sein sollte. Seither werden die Fuldaer Bürger immer wieder im Halbjahresrhythmus vertröstet.

    Wer zahlt die Zinsen für die Kredite, bei jahrelangen Einnahmeverlusten?

  5. Kostenexplosion unbekannten Ausmaßes

    Im Juni 2008 hatte Bury in seiner Beschlussvorlage zur Verbandsversammlung 500 Mio EUR angekündigt. Die Kosten hatten sich bereits auf nahezu eine Milliarde Euro verdoppelt.
    Wie teuer ist der idyllische Windpark im Meer mittlerweile geworden? Leider steht diese wichtige Information nicht in dem Artikel.

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