EKD-Ratsvorsitzender weist Kritik an AfD-Ausschluss zurück

Fragen des Klimaschutzes endlich im Zentrum

EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und bayerische Landesbischof, Heinrich Bedford-Strohm, hat die Kritik am Auftrittsverbot für AfD-Vertreter beim Evangelischen Kirchentag in Dortmund zurückgewiesen. “Radikale Einstellungen, die ganze Menschengruppen abwerten und sogar Rassismus und Antisemitismus befördern, haben auf öffentlichen Podien des Kirchentages nichts zu suchen”, sagte Bedford-Strohm der “Passauer Neuen Presse”. Der Kirchentag habe klar erklärt, dass alle Menschen willkommen seien. “Natürlich auch Menschen, die der AfD nahestehen”, so der EKD-Ratsvorsitzende weiter.

Aber unter dem Eindruck der Radikalisierung der AfD nach den Ereignissen von Chemnitz habe der Kirchentag beschlossen, dass Politiker dieser Partei nicht auf den Podien vertreten sein sollten. Der AfD nahe fühlten sich Menschen aus ganz unterschiedlichen Motiven. “Da gibt es Protestwähler ebenso wie Konservative, die sonst keine politische Heimat sehen. Es gibt aber auch Rechtsextreme in der AfD und ihrer Führung, die menschenfeindlich sind und sich im tiefen Widerspruch zum Christentum bewegen. Wer die AfD unterstützt und wählt, gibt ihnen Deckung”, sagte Bedford-Strohm. Der Kirchentag werde sich aktuellen Themen wie Klimawandel und Seenotrettung widmen. “Neben Gottesdiensten und Gebeten wird sich der Kirchentag auch den akuten Problemen widmen. Dazu gehören Lösungen für die Gefahren des Klimawandels. Wir brauchen soziale Gerechtigkeit, national und international. Hier sind Politik und Gesellschaft gefordert, Lösungen zu entwickeln”, so der EKD-Chef weiter. Über den von Greta Thunberg initiierten “Fridays for Future”-Schülerstreik äußerte er sich lobend: “Ich bin froh, dass die Fragen des Klimaschutzes endlich im Zentrum unserer öffentlichen Diskussion angekommen sind. In Deutschland liegen die CO2-Emissionen im Jahr zwischen neun und zehn Tonnen pro Kopf. In Tansania sind es null Tonnen pro Jahr. Das ist zutiefst ungerecht”, sagte Bedford-Strohm der Zeitung.

Nach seinem Besuch bei den Seenotrettern der “Seawatch3” im Mittelmeer beklagt der bayerische Landesbischof fehlende Humanität in der Flüchtlingspolitik. “Der aktuelle Zustand bei der Flüchtlingsrettung im Mittelmeer ist unerträglich”, so der EKD-Ratsvorsitzende weiter. Rund 40 Flüchtlinge auf der “Seewatch3” vor der italienischen Küste würden daran gehindert, in einen Hafen einzulaufen. Italiens Innenminister Matteo Salvini habe den Seenotrettern sogar Strafen von bis zu 50.000 Euro angedroht. “Das ist eine Schande. Europa muss es möglich machen, diese geretteten Menschen aufzunehmen. Wir brauchen einen Verteilmechanismus, der die Aufnahme von Flüchtlingen möglich macht, die aus dem Mittelmeer gerettet wurden”, sagte Bedford-Strohm der “Passauer Neuen Presse”. Allein in Deutschland gebe es 60 Städte, die zur Aufnahme bereit wären. “Die Bereitschaft zur Aufnahme ist da, aber die Regierungen in Europa hindern die Städte daran, dies umzusetzen”, so der EKD-Chef weiter. +++

Print Friendly, PDF & Email
Karaoke
24. August 2019 - ab 21:00 Uhr
Im Rhönblick Countrypub
Umlaufend ist auf den Ring der Verlauf der Fulda graviert.
VIP-Status für Azubis
Bietet Azubis einen echten Mehrwert
Innovativ - einfach - angesagt
Einmal am Tag!
Und wenn es ganz wichtig ist!

Zeitgemäß und bürgerfreundlich

Die neue APP
Slider

Es gibt einige Regeln, die alle Diskussionsteilnehmer einhalten müssen. Wir bitten um Beachtung.

[Kommentarregeln hier klicken]

1 Kommentar

  1. Es hat schon seinen Grund, warum sich der Protest der AfD gegen die Ausgrenzung durch die EKD in engen Grenzen hält. Es gibt in der AfD viele gläubige Christen. Mit öffentlichen Pornoveranstaltungen können, die wenig anfangen. Wenn die Amtskirchen mit ihrer Sexualität nicht zurechtkommen und deshalb ihre Treffen als Selbstfindungsveranstaltungen unreifer Pubertierender aufziehen müssen, sind sie für Familien mit Kindern nichts. Wen hätte da die AfD hinschicken sollen?
    Bleibt zu hoffen, dass ihnen ihre Therapieversuche geholfen haben.

Demokratie braucht Teilhabe!