Ein Tag des Dankes in Fulda: Rhein und Poseck würdigen 80.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte in Hessen

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Ministerpräsident Boris Rhein und Innenminister Roman Poseck mit dem Leiter der Feuerwehr Fulda Thomas Helmer (Hessentagsfeuerwehr) Foto: Foto-Halisch

Der Hessentag in Fulda stand am Samstag ganz im Zeichen jener Menschen, die meist dann sichtbar werden, wenn andere Hilfe brauchen. Ministerpräsident Boris Rhein und Innenminister Roman Poseck dankten beim „Tag der ehrenamtlichen Einsatzkräfte“ den rund 80.000 Frauen und Männern, die sich in Hessen freiwillig im Brand- und Katastrophenschutz engagieren. Zugleich wurden neue Einsatzkräfte aus dem Landkreis Fulda und der Stadt Fulda willkommen geheißen, Feuerwehrfahrzeuge übergeben und Förderbescheide für künftige Investitionen ausgehändigt.

„Etwa 80.000 Helferinnen und Helfer engagieren sich in Hessen ehrenamtlich im Brand- und Katastrophenschutz. Viele von uns sehen dabei aber nur einen kleinen Ausschnitt ihrer Arbeit: Blaulicht, Sirene, Uniform. Was wir oft nicht sehen, sind die Jahre der Ausbildung, die unzähligen Übungsstunden, die Nächte ohne Schlaf und die Bereitschaft, sich zu jeder Tages- und Nachtzeit aufzumachen, um zu helfen“, sagte Ministerpräsident Boris Rhein. Die Helferinnen und Helfer hätten sich nicht irgendein Ehrenamt ausgesucht. „Sie haben sich für eines der anspruchsvollsten Ehrenämter entschieden, die es gibt. Ihr Einsatz ist nicht selbstverständlich. Und er ist unentbehrlich. Dafür danke ich herzlich.“

Auch Innenminister Roman Poseck stellte die Bedeutung der ehrenamtlichen Kräfte für die Sicherheit des Landes heraus. Die Frauen und Männer im Brand- und Katastrophenschutz leisteten einen unverzichtbaren Beitrag, indem sie Menschen in schwierigen Situationen unterstützten, Verantwortung übernähmen und bereitstünden, wenn andere Hilfe benötigten. Dieses Engagement erfolge häufig neben Beruf, Familie und privaten Verpflichtungen. „Das verdient größten Respekt und besondere Anerkennung“, sagte Poseck.

Zugleich zeigte sich der Innenminister besorgt über die zunehmende Gewalt gegen Einsatzkräfte. Im Jahr 2025 seien in Hessen 181 Rettungskräfte und 23 Feuerwehrleute Opfer von Angriffen geworden. „Diese Angriffe sind absolut inakzeptabel und aufs Schärfste zu verurteilen“, erklärte Poseck. Die Einsatzkräfte verdienten Anerkennung und Respekt, gleichzeitig müsse ihr Schutz verbessert werden.

Die Landesregierung habe deshalb bereits 2024 mit einem sogenannten Respekt-Paket reagiert, das verschiedene Maßnahmen zur Anerkennung und Wertschätzung umfasse. Poseck unterstützte zudem ausdrücklich die Pläne der Bundesregierung, den Strafrahmen bei Übergriffen auf Einsatzkräfte zu verschärfen. Die Initiative greife Forderungen auf, die Hessen seit längerem vertrete. Dazu gehöre der Vorschlag, das Mindeststrafmaß bei tätlichen Angriffen auf Einsatzkräfte von drei auf sechs Monate anzuheben. „Wir werden auch in Zukunft alles tun, um unsere Einsatzkräfte zu schützen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte der Minister.

Der „Tag der ehrenamtlichen Einsatzkräfte“ wurde 2023 ins Leben gerufen, um die Bedeutung des Ehrenamts im Brand- und Katastrophenschutz sichtbar zu machen und diejenigen in den Mittelpunkt zu stellen, die diese Aufgabe tragen. Traditionell werden auf dem Hessentag neue Feuerwehrangehörige sowie Helferinnen und Helfer der Hilfsorganisationen aus dem gastgebenden Landkreis begrüßt. Gemeinsam mit ihren Ausbilderinnen und Ausbildern sowie ihren Familien stehen sie stellvertretend für das breite ehrenamtliche Engagement in Hessen.

Ein besonderer Programmpunkt war die Auszeichnung der Feuerwehr der Stadt Fulda als „Hessentagsfeuerwehr 2026“. Ministerpräsident Boris Rhein und Innenminister Roman Poseck überreichten eine Urkunde sowie eine Anerkennungsprämie in Höhe von 1.000 Euro. „Die Feuerwehr Fulda trägt während des Hessentags eine besondere Verantwortung. Zahlreiche zusätzliche Dienste, umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen und die enge Zusammenarbeit mit vielen Partnern erfordern einen außergewöhnlichen Einsatz. Die Kameraden leisten dabei Großartiges und repräsentieren eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren in Hessen“, sagte Poseck.

In feierlichem Rahmen übergab der Innenminister außerdem sechs neue Feuerwehrfahrzeuge an Kommunen aus verschiedenen Regionen Hessens. Die Fahrzeuge gehen an die Feuerwehren Ehrenberg-Seiferts, Nidda-Borsdorf/Harb, Wildeck-Obersuhl, Waldkappel-Harmuthsachsen, Meinhard-Grebendorf und Bad Hersfeld-Solztal.

Darüber hinaus wurden Förder- und Vorbescheide für Maßnahmen im Brand- und Katastrophenschutz überreicht. Die Stadt Fulda erhielt Förderzusagen für die Beschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs mit Wasser für den Stadtteil Kämmerzell in Höhe von rund 39.000 Euro sowie für den geplanten Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses im Fuldaer Süden in Höhe von über 480.000 Euro. Weitere Fördermittel von rund 865.000 Euro gingen an den Landesfeuerwehrverband Hessen, die Hessische Jugendfeuerwehr sowie die hessischen Hilfsorganisationen.

„Gerade angesichts zunehmender Herausforderungen durch Extremwetterlagen, Waldbrände oder andere Großschadensereignisse zeigt sich, wie wichtig gut ausgebildete und leistungsfähige Einsatzkräfte für Hessen sind. Deshalb unterstützen wir unsere Feuerwehren und Hilfsorganisationen mit modernen Fahrzeugen, zeitgemäßer Ausstattung, einer hochwertigen Ausbildung und guten Rahmenbedingungen für das Ehrenamt“, erklärte Poseck. Die Übergabe der Fahrzeuge und Förderbescheide stärke die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren und Hilfsorganisationen und schaffe zugleich verlässliche Perspektiven für das Ehrenamt. „Das ist eine Investition in die Sicherheit der Bürger unseres Landes“, sagte der Innenminister abschließend.

Im Hintergrund verwies das Innenministerium zudem auf den neuen Baustein der hessischen Sicherheitsinitiative KOMPASS. KOMPASSbahnhof ergänzt das seit 2017 bestehende KOMPASS-Programm, mit dem Städte und Gemeinden dabei unterstützt werden, die kommunale Sicherheitsarbeit gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern sowie den relevanten Akteuren vor Ort weiterzuentwickeln. Inzwischen beteiligen sich 173 Kommunen an dem bundesweit einzigartigen Programm. +++


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