Dr. Peter Zürcher Persönlicher Referent von Bischof Gerber

In Neumarkt in der Oberpfalz (Bistum Eichstätt) geboren

Dr. Peter Zürcher. Foto: privat

Im Bistum Fulda wurde die Stelle eines Persönlichen Referenten des Diözesanbischofs neu eingerichtet. Erster Stelleninhaber ist Dr. theol. Peter Zürcher, der bisher das Referat für Visitationen und pastorale Entwicklung in der Erzdiözese Freiburg geleitet hat. Zusammen mit Ute Wiegand, die das Sekretariat der Fuldaer Bischöfe schon seit über 20 Jahren leitet, ist so das „Team Bischofsbüro“ wieder vollständig besetzt. Damit ist die lange Reihe der Bischofssekretäre, die Priester waren, beendet. Unter ihnen sind viele Personen zu finden, die das Bistum wesentlich mitgeprägt haben – zuletzt Pfarrer Dr. Florian Böth, der jetzt Studentenpfarrer an der Hochschule in Fulda ist.

Peter Zürcher, Jahrgang 1975, wurde in Neumarkt in der Oberpfalz (Bistum Eichstätt) geboren. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Sein Studium der Katholischen Theologie absolvierte er an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und an der Universität Wien, verbunden mit einem längeren Studienaufenthalt in Istanbul. Dem Diplom folgte ein Promotionsstudium (summa cum laude) im Fachbereich Mittlere und Neue Kirchengeschichte bei Prof. Dr. Konstantin Maier (Eichstätt) mit weiteren Schwerpunkten in den Fächern Fundamentaltheologie und Kirchenrecht. Peter Zürcher war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. In seiner Dissertationsschrift untersuchte er die „Eichstätter Bischofswahlen und Koadjutorbemühungen des 17. und 18. Jahrhunderts“ und analysierte das Wahlgeschehen im Spiegel domkapitelscher, dynastischer und kaiserlicher Landes- und Reichskirchenpolitik.

2004 trat Peter Zürcher in den pastoralen Dienst der Erzdiözese Freiburg. Nach seiner Ausbildung zum Pastoralreferenten war er bis 2012 Dekanatsreferent im Dekanat Tauberbischofsheim mit einem Teil-Auftrag in der Seelsorgeeinheit Tauberbischofsheim sowie als Lehrer in der Oberstufe des Matthias-Grünewald-Gymnasiums. Schwerpunkte seiner Arbeit lagen in der Weiterbildung von Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen, in der Familienpastoral, der kirchlichen Organisationsentwicklung sowie der Begleitung von Kindertageseinrichtungen. Von 2007 bis 2009 hatte er die örtliche Projektleitung für „Familie ist dran – Katholische Tageseinrichtungen für Kinder entwickeln sich weiter zu Familienzentren“. In Vorbereitung auf den 98. Deutschen Katholikentags in Mannheim war er von 2010 bis 2012 Vorsitzender der Kunst- und Kulturkommission und Mitglied der Programmkommission. 2011 bis 2012 vertrat er als Dozent das Fach Kirchengeschichte im Theologischen Kurs der Erzdiözese Freiburg.

Im Herbst 2012 wechselte Zürcher in das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg, um dort das Referat für Visitationen und pastorale Entwicklung aufzubauen. Er war bis zu seinem Wechsel ins Bistum Fulda für den Transfer des Qualitätsmanagement- und Organisationsentwicklungsansatzes der EFQM (European Foundation for Quality Management) für die Weiterentwicklung der Pastoral und ein entsprechendes Pastoralmanagement verantwortlich. Zürcher war Mitglied verschiedener diözesaner Kommissionen und Arbeitsgruppen, darunter der Themenkommission der Diözesanversammlungen, der Kunst- und Kulturkommission sowie zur Entwicklung von pastoralen Gebäude- und Immobilienkonzeptionen. 2015 bis 2016 leitete er den Prozess, in dem das Leitbild der erzbischöflichen Kurie erarbeitet und umgesetzt wurde.

Sein privates Interesse, verbunden mit einem entsprechenden ehrenamtlichen Engagement, liegt im Bereich von Kunst, Kultur und Geschichte. An seinen bisherigen Wohnorten baute er die Pfarrarchivpflege neu auf und erschloss den Bestand der Kunst- und Kulturgüter für die pastorale Praxis. In Waldkirch im Breisgau leitete er den Ausschuss zur Vorbereitung des 1100-jährigen Jubiläums des ehem. Benediktinerinnenkloster und Kollegiatstifts St. Margarethen. Daraus entwickelte sich eine nachhaltige Kulturarbeit der dortigen Kirchengemeinde. Eigene Publikationen begleiteten dieses Engagement. Zürcher war Mitglied des Pfarrgemeinderats und kennt damit die anspruchsvolle Arbeit dieses Gremiums nicht nur als hauptberuflicher pastoraler Mitarbeiter, sondern auch als gewähltes Mitglied im Ehrenamt.

Seine breite Erfahrung als Hauptberuflicher und Ehrenamtlicher in verschiedenen pastoralen Handlungsfeldern sieht Peter Zürcher als wichtigen Hintergrund für seine neue Tätigkeit als Persönlicher Referent von Bischof Dr. Michael Gerber. „Für entscheidend halte ich die gründliche Reflexion von Grundsatzfragen im Blick auf die pastorale Praxis, die sich heute in sehr unterschiedlichen Kontexten zu bewähren hat“, betont er. „Denn die Komplexität unserer Lebenswirklichkeit macht auch nicht vor der Frage halt, wie sich der Sendungsauftrag von Kirche gerade in den Kulturen der Gegenwart konkretisiert.“ Damit Glaubenskommunikation gelinge, braucht es beides: Menschen, die Rede und Antwort stehen von der Hoffnung, die sie erfüllt (1 Petr 3,15) – aber auch entsprechende Rahmenbedingungen für diesen Dialog. „Die örtliche Pfarrei hat hier weiterhin einen entscheidenden Auftrag“, so Zürcher. Mit Bischof Dr. Michael Gerber verbindet ihn seit mehreren Jahren eine intensive Zusammenarbeit. Gemeinsame Erfahrungen im Bereich der Visitationen und der Kirchenentwicklung haben regelmäßig zu einer entscheidenden Frage geführt: Wie gelingt es uns, in einer herausfordernden und unübersichtlichen Grundsituation von Kirche so handlungsfähig zu bleiben, dass Menschen auch heute noch die Grunderfahrungen der Apostelgeschichte machen können? „Dazu zählt, Gott tatsächlich als Gott des Lebens zu erfahren, der mit mir in einer persönlichen Beziehung steht – und zwar so konkret, dass wir davon erzählen können, wie Gott zusammen mit uns in dieser Welt handelt“ (vgl. Apg 15,4).

Als Persönlicher Referent des Bischofs ist Zürcher für die inhaltliche Hintergrundarbeit und die Abstimmung der Prozesse im Bischofshaus verantwortlich. Ein wichtiger Auftrag ist hier, die Zusammenarbeit mit den Fachstellen im Generalvikariat und anderen diözesanen Einrichtungen zu koordinieren. Außerdem ist er Mitglied der Steuerungsgruppe für den Entwicklungsprozess von „Bistum 2030“. Er leitet zudem eine von fünf Fachgruppen, die derzeit eingerichtet werden: Sie beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung der Leitungsstrukturen und der entsprechenden Führungskultur auf allen pastoralen Ebenen im Bistum Fulda.

Anders als die bisherigen Bischofssekretäre ist Zürcher nicht mehr für die Bischofsliturgie in der Kathedrale zuständig. Das ist Aufgabe des Zeremoniars: Diakon Michael Huf wird diesen Verantwortungsbereich ab Oktober neu übernehmen. Zürcher selbst ist allerdings noch der Ansprechpartner für alle Gottesdienste, die der Bischof in den Pfarreien, Dekanaten und anderen Einrichtungen feiert, in denen er zu Besuch ist. +++ pm

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