Fulda. Was muss ich ändern um Institute und Bildungseinrichtungen fit für die digitale Zukunft zu machen? Wie müssen sich Arbeitgeber ändern, um motivierte und qualifizierte Mitarbeiter in der globalen Arbeitswelt für sich gewinnen zu können – solche wie sachverwandte und themenbezogene Fragen wurden am Mittwochabend in der Hochschule Fulda im Rahmen einer Veranstaltung des Vereins der Freunde und Förderer des Fachbereiches Wirtschaft an der Hochschule Fulda e. V. und des FDP-Kreisverbandes Fulda diskutiert.
• Individualismus-Kollektivismus: Ausmaß, mit dem es Menschen vorziehen, eher als Individuum oder als Mitglied einer Gruppe aufzutreten.
• Machtdistanz: Ausmaß, mit dem es akzeptiert wird, dass Macht ungleich verteilt ist.
• Vermeidung von Unsicherheit: Ausmaß, mit dem Menschen sich von sunsicheren Situationen bedroht fühlen und stattdessen klare Regeln vorziehen.
• Maskulinität-Feminität: Ausmaß, mit dem die Mitglieder einer Kultur eher anstreben, sich durchzusetzen, etwas zu leisten, Erfolg zu haben und zu wetteifern (Maskulinität), oder im Gegensatz dazu eher Lebensqualität, Beziehungen, Hilfe für Schwächere und Solidarität (Feminität) betonen.
In seiner umfassenden Metaanalyse (600 Studien mit insgesamt über 200.000 Teilnehmern), publiziert in der Ausgabe (2010) des „Journal of Applied Psychology“, haben sie herausgefunden, dass kulturelle Werte und Verhalten am Arbeitsplatz (Engagement, Kooperation, Teamgeist, Arbeitsleistung etc.) insgesamt mit keinem Effekt zusammenhängen.
Die Arbeitswelt mag in der Theorie andere Assoziationen hervorrufen, als in der Praxis tatsächlich zum Tragen kommt, doch geht es bei Dr. Thomas Sattelberger vielmehr um die Themen „Innovation“ und „Aspiration“ – vor allem, wenn das, was sich abzeichnet, dem Phänomen einer „Hierarchiearmut“ gleichkommt. In diesem Zusammenhang verwies Sattelberger darauf, dass sich die Entwicklung von Akademikern in Führungspositionen in den letzten 10 Jahren beinahe verdreifacht hat. Doch bedeutet eine zu enge Führung auch gleichzeitig der Tod von Innovation. Wie also der Problematik entgegenwirken? Ein wesentlicher Ansatz sieht Sattelberger darin, dass Teams nicht hauptsächlich nur aus Akademikern bestehen sollten, sondern auch aus Mitarbeitern mit Berufsausbildung.
Da wir in einem globalen Markt leben, stellt sich damit auch automatisch die Frage, wie wir in Zukunft Kundenanforderungen abwickeln wollen, in den Vordergrund rückt, plädiert die Leiterin im HR Service der EDAG GmbH Sibylle von Brunn dafür, künftig auch über neue Organisationsformen nachzudenken. Hier sieht die FDP-Kandidatin im Wahlkreis Fulda für die Bundestagswahl 2017 vor allem die Abwicklung von Aufträgen über internationale Teams sowie die Bereitstellung von mehr finanziellen Mitteln, als wesentliche Voraussetzungen dafür, um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben. Anja Thies, Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre – insbesondere Personalmanagement an der Hochschule Fulda, sieht vor allem in der Errichtung von Experimentierräumlichkeiten für „Transparente Analytics“ und damit mehr Freiräume für mobiles Arbeiten, eine gewinnbringende Chance. Hier seien wir zu eng aufgestellt – hinzukommt, dass Berufsbilder veraltet seien. Auch müsse nach Thies auf das Rollenverhalten von Führungskräften geschaut werden. Hier bestehe nach ihrer Meinung zu wenig Führung. Ferner sprach sich die Fachexpertin am Mittwochabend – „da man ausschließlich an Zielen, an Ergebnissen, gemessen werde“ – und „damit dieses System auch greife“ – für Vergütungssysteme aus. Dass sich unsere Unternehmen für Menschen mit neuen innovativen Ideen auch ein Stück weit öffnen müssen, verstehe sich ihrer Meinung nach von selbst. +++ jessica auth

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