„Die Zielsetzung hat sich erweitert“: Im Gespräch mit dem Vorstand des Behindertenbeirates Fulda

Lea Widmer und Elvira Storch über ihr Ehrenamt, ihre Zielsetzungen und lang gehegten Wünsche

Lea Widmer Vorsitzende des Beirats

Der Beirat der Menschen mit Behinderung in Fulda hat sich vor geraumer Zeit neu konstituiert. An die Stelle des langjährigen Vorsitzenden Hanns-Uwe Theele ist die 38-jährige Lea Widmer getreten. Als ihre beiden Stellvertreterinnen fungieren die 66-jährige Elvira Storch, die dem Beirat seit 2017 angehört, und die 62-jährige Manuela Pleterschek. Vergangenen August hat der Beirat unter neuer Führung seine Arbeit fortgeführt. Wir haben die neue Vorsitzende und ihre Stellvertreterin Elvira Storch vor einiger Zeit getroffen und mit ihnen über ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Beirat, ihre Zielsetzungen und lang gehegten Wünsche gesprochen.

Elvira Storch

Lea Widmer berichtet uns, dass sie ihre Arbeit im Beirat vor vier Jahren aufgenommen hat. Über ihre neue Funktion sagte sie: „Ich bin diejenige, die ‚die Fäden zusammenhält‘ und den Beirat nach außen vertritt, dafür bin ich gewählt.“ Sie berichtet weiter, dass sich ihr Aufgabenspektrum seit etwa einem Jahr sehr erweitert hat. Verändert hat sich ebenso die perspektivische Wahrnehmung der ersten Ansprechpartnerin des Beirates, denn Lea Widmer ist stark sehbeeinträchtigt. „Man sieht es mir auf den ersten Blick nicht an, aber – da ich einen Blindenstock mit mir führe – auf den zweiten.“ Somit erweitert sich auch die Zielsetzung des Beirates der Menschen mit Behinderung. Verstand dieser seine beratende Tätigkeit bislang zunächst eher darin, auf „Barrierefreiheit“ zu schauen für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, hat sich diese zwischenzeitlich um „Barrierefreiheit für Blinde und Sehbehinderte“ erweitert.

Eines wurde in unserem Gespräch mit Lea Widmer und Elvira Storch deutlich: Barrierefreiheit und der Umgang mit Menschen mit Handicap haben in der Gesellschaft viele Gesichter. So wünscht sich Elvira Storch, unter anderem Mutter von vier Kindern sowie inzwischen auch mehrfache Großmutter, von ihrem Gegenüber vor allem einen vorurteilsfreien und normalen sowie respektvollen Umgang. In ihrem Leben habe sie viel erlebt, worüber sie vor unserer Kamera spricht. Ein Schritt in eine inklusive Gesellschaft, zu der ganz entschieden die Teilhabe von Menschen mit Behinderung gehört, kann nur dann gelingen, wenn imaginäre Schranken und Barrieren aufgehoben werden.

Der Vorstand des Beirates der Menschen mit Behinderung Fulda zeigte sich bei unserem Gespräch im Übrigen darüber erfreut, dass beispielsweise der Schlossturm des Fuldaer Stadtschlosses in direkter Angrenzung an den zweifelsohne botanisch herausragend gestalteten Schlossgarten ab voraussichtlich Frühjahr 2022 dann auch barrierefrei mit Rollstuhl zu erreichen sein wird. „Für Menschen wie mich ist das erst einmal nicht so wichtig, aber für Menschen, die im Rollstuhl sitzen, ist es so, als könnten sie fliegen“, sagt Lea Widmer.

Mit diesem Hochgefühl voller Schwerelosigkeit blickt der Beirat der Menschen mit Behinderung optimistisch in die Zukunft – wenn auch im Bewusstsein, dass es bis zur inklusivsten Stadt Deutschlands in mancherlei Hinsicht noch ein langer Weg ist. Ein weiterer Schritt ist jedoch bereits getan. Was Lea Widmer und Elvira Storch zwischen diesen Zeilen verrieten, erfahren Sie im Video. +++ jessica auth

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2 Kommentare

  1. Hmm, ist Inklusion und Barrierefreiheit so unwichtig?
    Keinen Kommentar wert?

    Ich fasse es nicht!
    Mensch, Du bist nicht unverwundbar!
    Auch bist Du nicht ewig jung und fit!

Demokratie braucht Teilhabe!