Die Deutsche Bahn (DB) will weiter Personal aufbauen. In diesem Jahr seien mehr als 25.000 Neueinstellungen geplant, teilte der Staatskonzern am Freitag mit. Unterm Strich sollen damit voraussichtlich rund 9.000 Stellen zusätzlich entstehen. Mit 4.200 sind die meisten Neueinstellungen im Bereich Schienen- und Schienenfahrzeuginstandhaltung geplant. Dahinter folgen nach Vorstellung der Bahn 3.000 Neueinstellungen im Bereich Bauprojekte/Bauüberwachung, 2.200 Personen im Zugservice, 2.100 neue Lokführer, 2.000 IT-Experten und 1.600 Fahrdienstleiter. Das Einstellungsziel sei „angesichts des enormen Fachkräftemangels und des historisch engen Arbeitsmarkts wirklich herausfordernd“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler am Freitag. Im vergangenen Jahr habe die Bahn rund 28.000 Einstellungszusagen erteilt und netto rund 5.000 Stellen aufgebaut. Am 9. Januar will der Staatskonzern eine Arbeitgeberkampagne unter dem Slogan „Was ist dir wichtig?“ starten, mit Werbung im Fernsehen, online und auf Plakaten.
Bahn fehlen Weichensteller
Die Deutsche Bahn hat weiterhin Probleme, ihre Stellwerke zu besetzen. Bislang wollte der Staatskonzern dies nicht einmal auf Anfragen von Abgeordneten offen legen, begründete dies mit der „Sicherheit“ und „Wettbewerbsnachteilen“. Dem „Spiegel“ liegen nach eigenen Angaben jetzt interne Dokumente der DB Netz AG, vor. Sie zeigen: Im vergangenen Sommer gab es bundesweit einen sprunghaften Anstieg von Verspätungen, weil in den Stellwerken kein oder zu wenig Personal da war, um die Weichen zu stellen – häufig aufgrund von knapper Planung. Insgesamt seien zwischen Januar und Oktober Verspätungen von 375.000 Minuten entstanden, schreibt das Magazin. Besonders dramatisch war die Lage in der Mitte Deutschlands, etwa im Raum Frankfurt. Allein dort kam es zu 100 Verspätungen pro Tag. Wie viele Züge deswegen ganz ausfielen, führt die Bahn nicht aus. Oft sind die Stellwerke auch notorisch unterbesetzt, etwa im Raum Leipzig, in Bayern und im Westen Deutschlands. Dort sei „keine vollständige Deckung des leistungswirksamen Personalbedarfs beim Stellwerkspersonal“ vorhanden, um den Betrieb überhaupt zu gewährleisten. Ein Problem, das die Bahn seit Jahren nicht lösen kann. Bereits 2013 waren Mainz und Bebra wochenlang größtenteils vom Netz abgeschnitten. +++
