Der Brandfulder: A-ha und PPP

Was bleibt auf der Strecke?

Fulda. Es herrscht – nicht nur journalistisch – das Sommerloch. Und da werden – nicht nur von der Journaille – so einige Löcher ausgegraben und publicityträchtig entsprechend gleich wieder – auch die Gazetten – gefüllt. Überregional und nahezu alljährlich ist es die wohl berühmteste aller Sommerloch-Storys, eben die des Urzeitwassermonsters „Nessie“ vom gleichnamigen schottischen See Loch Ness. Aber auch Provinzpossen werden produziert – und das gleich en masse.

Unser Satiriker „Brandfulder“ hat die krassesten aus dem Fuldaer Land gesammelt und im Folgenden genüsslich unter dem Kürzel „PPP“ subsumiert. Wobei hier in des ursprünglichen Wort- und Definitionssinne „PPP“ nicht für (englisch) „Public-private-Partnership“ steht. Nein, es ist nicht das vertraglich geregelte Zusammenarbeiten zwischen öffentlicher Hand und Unternehmen der Privatwirtschaft in einer Zweckgesellschaft (in Deutschland heißt es deshalb ÖPP, öffentlich private Partnerschaft). Es ist vielmehr das Gegenteil und eigentlich voll zum Lachen, wenn diese PUBLIKgewordenen PRIVATen PROVINZPOSSEN (PPP) nicht so ernst wären. Da wird gewiss sogar „Dr. Lach“, der seinerzeit immer wieder von Lutz Helmig solchermaßen titulierte Ex-OB von Fulda und hessische Hopp-Wirtschaftsminister Alois Rhiel nicht ums Schmunzeln herum kommen, der (das richtige) „PPP“ mit Projekten wie dem „Esperanto“, den „Kaiserwiesen“ und dem „Emaillierwerk“ in der Region sozusagen salon- und hoffähig machte. Dem lokalen Possenspiel sind keine Grenzen gesetzt – aber lesen Sie selbst.

Da ist zunächst die länderübergreifende PPP aus der thüringischen und hessischen Rhön zu nennen – die POINT ALPHA PROVINZPOSSE. Da reden der Thorsten Schäfer-Gümbel von der Hessen-SPD und die rot-rot-grüne Landesregierung Thüringens vom „Fulda Gap“, der einstmals heißesten Stelle im Kalten Krieg. Die politischen Provinzfürsten aus dem Fuldaer Land sprechen hingegen mal eben so und ohne ersichtliche Notwendigkeit urplötzlich vom „Fulda Loch“, erzwingen damit nicht nur den Rücktritt der Stiftungsratsvorsitzenden und des mit hochkarätigen Experten besetzten halben Stiftungsbeirats in Geisa, sondern sorgen quasi per feindlicher Übernahme still und leise für eine faktische Mehrheit und einen gehörigen ideologischen Gesinnungswechsel und Stimmungswandel im Gremium.

Dann die PPPs aus Fulda – die PULSUHR PRESSE PROVINZPOSSE. Zumindest die von einem Medienorgan derart daraus gemachte. Als hätten wir von den nahezu alltäglichen PPP (PROVINZIELLEN PLATZHIRSCH PRESSEKONFERENZEN) zu allermöglichen Fusionsvarianten und niederschwelligen Wasserstandsmeldungen rund um die Spielgemeinschaft Barockstadt Fulda-Lehnerz nicht schon genug. Mal sehen, was uns sonst noch so alles an SGs blüht… Einige brandheiße Vorschläge vom Brandfulder gefällig? Die SG Festspielstadt (Bad Hersfeld) und SG Haunetalstadt (Hünfeld) gibt’s ja bereits. Wie wär’s mit weiteren Wortungetümen wie SG Heimliche Hauptstadt der Rhön (Gersfeld), SG Pitbull Tierschutzverein Fulda-Hünfeld, SG Röhner Rhönstadt, SG Westliche Altstadt, SG Östlicher Vogelsberg, SG Happstadt (Flieden) oder SG Südlicher Landkreis. Da wäre man mit den Spielgemeinschaften voll am Puls(uhrmessgerät) der Zeit. SGA, SGB, SGC und SGD – das erinnert doch irgendwie an den Abkürzsong der Fantastischen Vier: FDP, SPD, AFD, CDU – und raus bist du!

Apropos Fanta 4. Die spielten auch schon auf dem Domplatz. Womit wir bei der nächsten „PPP“ wären, der POPSTAR PROVINZ POSSE. Wer kam denn bloß auf die wenig glorreiche Idee, Sting und Shaggy auf einer Tour in der hiesigen Provinz gemeinsam auftreten zu lassen? Das ist in etwa so, als würden Stefan Mross und Konstantin Wecker zusammen in Wacken oder der Burg Herzberg auf den dortigen Heavy Metal Festivals konzertieren. Ein Produktmix, dessen Puzzleteile nicht so recht zusammen possen, pardon passen wollen.

Stichwort Popsternchen. Wie lokale Mini-Weltstars dürfen sich mitunter manche Pseudo-Größen im Einzugsbereich des Brandfulders fühlen – wobei wir bei der nächsten „PPP“ wären, dem PRESSE PROMI POUSSIEREN. Politiker und Präsidenten die photogeshoppt posen und posten, online endlose Photostrecken für Portale produzieren. Diese wiederum profitieren von Polizeifotos, Postengeschachere, publizistisch oft fragwürdigen PR-Meldungen. Und immer sind es die selben (geradegeformten Papp-)Nasen, die gleichen geglätteten Provinz-Protagonisten, die eine positiv gestimmte Presse für eine wohlwollende Berichterstattung entsprechend poussieren und hofieren. Wenn man nicht pariert, dann wird man zu Terminen eben nicht eingeladen oder halt zu spät und nur unzureichend informiert.

„Und was bleibt auf der Strecke?“, fragt ein sichtlich genervter und schwer in seinem Gerechtigkeitsempfinden erschütterter und den Grundwerten getroffener Brandfulder. Genau: Vieles! Vor allem aber die wahre „PPP“, nämlich ein fairer, sorgsamer und verantwortungsvoller Umgang mit- und untereinander gerade und besonders in der Provinz. „A-ha“, werden Sie jetzt sagen. Und das ist die passende „PPP“-Antwort und richtige Reaktion. Die norwegischen Softrocker waren aktuell nicht nur in Fulda, sie sind vielmehr zeitlos und zeitlebens fast überall Weltklasse! +++

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